Les Sauteurs – Those Who Jump

Ein Dokumentarfilm von Moritz Siebert, Estephan Wagner und Abou Bakar Sidibé

Vom Berg Gurugu aus blickt der Malier Abou Bakar Sidibé auf die spanische Enklave Melilla. Die Stadt an der nordafrikanischen Mittelmeerküste ist das Ziel tausender westafrikanischer Migranten auf dem Weg nach Europa – entfernt nur einen gefährlichen Sprung über die riesige und gut gesicherte Grenzzaunanlage. Bereits seit über 14 Monaten lebt Abou in einem informellen Camp an den Hängen des Berges, als er beginnt, sein Leben mit der Kamera zu dokumentieren.

Inhalt

In Nordmarokko liegt die spanische Enklave Melilla: Europa auf afrikanischem Land. Vom Berg Gurugu aus beobachten die Geflüchteten, meist aus der Subsahara-Region, die komplexe Zaunanlage, hinter der das vermeintliche Paradies liegt. So auch der Malier Abou Bakar Sidibé, der in LES SAUTEURS gleichzeitig zu Protagonist und Dokumentierendem wird. In den Berghängen lebt er mit zahlreichen Migranten aus verschiedenen afrikanischen Staaten in informellen Camps zusammen – alle mit dem Ziel, möglichst bald die Grenzzäune zu überwinden.
Nach über 14 Monaten des Wartens und der gescheiterten Versuche beginnt Abou, ihre Lebensrealität mit der Kamera zu begleiten. Neben den regelmäßigen "Sprüngen" ist ihr Alltag vor allem vom Ausharren geprägt: Die Männer musizieren, spielen Fußball, machen Politik, durchstreifen die Dörfer nach Essbarem, flüchten immer wieder vor der Polizei und träumen von Europa – Hoffnung, Verzweiflung und Angst als tägliche Begleiter.

Weitere Informationen

  • Regie: Moritz Siebert, Estephan Wagner

  • Ko-Regie: Abou Bakar Sidibé

  • Kamera: Abou Bakar Sidibé

  • Schnitt: Estephan Wagner

  • Sound: Henrik Garnov

  • Produktion: Signe Byrge Sørensen, Heidi Elise Christensen

  • Produktion: 2016

 
© Reservoir Docs / Arsenal Institut für Film und Videokunst e.V.
Islamischer Religionsunterricht an einer Schule in Stuttgart.
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