Erwerbsfähigkeit

Erwerbsfähig ist, wer nicht wegen Krankheit oder Behinderung auf absehbare Zeit außerstande ist, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens 3 Stunden täglich erwerbstätig zu sein (§ 8 Abs. 1 SGB II). Die Frage der E. spielt im Sozialrecht in verschiedenen Bereichen eine Rolle. Nur wer erwerbsfähig ist, gehört zum Kreis der Leistungsberechtigten bei der Grundsicherung für Arbeitsuchende (§ 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SGB II). Wer nicht erwerbsfähig ist, kann Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem Sozialhilferecht (vgl. § 41 SGB XII) beanspruchen. Bereits bei einem zeitlichen Leistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt von unter 6 Stunden können Versicherte der gesetzlichen Rentenversicherung ggf. Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung beanspruchen und bei einem unter dreistündigen Leistungsvermögen Rente wegen voller Erwerbsminderung (Renten wegen Erwerbsminderung), soweit auch die entsprechenden versicherungsrechtlichen Voraussetzungen hierfür vorliegen.

Siehe auch:
Krankheit
Behinderung
Sozialrecht
Grundsicherung für Arbeitsuchende
Sozialhilferecht
Rentenversicherung
Renten wegen Erwerbsminderung

Quelle: Das Rechtslexikon. Begriffe, Grundlagen, Zusammenhänge. Lennart Alexy / Andreas Fisahn / Susanne Hähnchen / Tobias Mushoff / Uwe Trepte. Verlag J.H.W. Dietz Nachf. , Bonn, 1. Auflage, September 2019. Lizenzausgabe: Bundeszentrale für politische Bildung.



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