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4.10.2021 | Von:
Rita Vock

SPD gewinnt die Bundestagswahl 2021

Bei der Bundestagswahl hat die Partei SPD die meisten Stimmen bekommen. Sie hat etwas mehr Stimmen bekommen als die Union aus CDU und CSU. Auf dem dritten Platz sind die Grünen gelandet. Welche Parteien zusammen regieren, steht noch nicht fest. Es gibt aber schon Verhandlungen.

Die Wahl war am Sonntag, den 26. September. In ganz Deutschland konnten die Bürgerinnen und Bürger mitmachen. Alle zusammen haben entschieden, wer in den Bundestag kommt.

Olaf Scholz war der Kanzlerkandidat der SPD. Seine Partei hat die Wahl gewonnen. Sie hat 25,7 Prozent der Stimmen bekommen. Im Vergleich zur letzten Wahl hat sie sich deutlich verbessert. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte sie 20,5 Prozent.

Olaf Scholz hat nach der Wahl gesagt: Wir wollen jetzt schnell eine Regierung bilden. Scholz will darüber mit den Grünen und der FDP verhandeln. Die drei Parteien können eine Koalition bilden. Koalition bedeutet: Die Parteien arbeiten im Bundestag und in der Regierung zusammen.
Vorher müssen sie aber darüber verhandeln, auf welche Politik sie sich einigen können. Diese Verhandlungen dauern meistens Wochen oder auch Monate.

Olaf Scholz, Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat, winkt neben seiner Frau Britta Ernst während der Wahlparty im Willy-Brandt-Haus.Olaf Scholz winkt neben seiner Frau Britta Ernst während der Wahlparty im Willy-Brandt-Haus. (© picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Britta Pedersen)

Laschet gibt nicht auf

Armin Laschet war der Kanzlerkandidat von der Union aus CDU und CSU. Diese Parteien sind zusammen auf den zweiten Platz gekommen. Aber Laschet will noch nicht aufgeben. Nach der Wahl hat auch er gesagt: Wir wollen die nächste Regierung bilden.
In seiner eigenen Partei sind davon aber nicht alle überzeugt. Die Union hat bei der Wahl 24,1 Prozent der Stimmen bekommen. Das waren viel weniger als beim letzten Mal. Da hatte sie 33 Prozent.

Für eine Regierung bräuchte auch die Union die Unterstützung von den Grünen und der FDP.

Grüne und FDP können über die Regierung entscheiden

Grüne und FDP haben jetzt also die Wahl: Sie können entscheiden, mit welcher großen Partei sie zusammen regieren wollen.

Die Kanzlerkandidatin von den Grünen war Annalena Baerbock. Sie hat ihr Wahlziel nicht erreicht. Denn sie wollte mit ihrer Partei die meisten Stimmen bekommen. Jetzt sind die Grünen auf Platz drei. Aber sie sind im neuen Bundestag deutlich stärker als bisher. Und sie können wahrscheinlich mitregieren. Für die Grünen haben 14,8 Prozent der Wählerinnen und Wähler gestimmt. Bei der letzten Wahl waren es fast 9 Prozent.

Die FDP wird im Bundestag jetzt auch etwas stärker. Sie hat 11,5 Prozent der Stimmen bekommen. Beim letzten Mal waren es 10,8 Prozent. FDP-Chef Lindner hat schon am Wahlabend einen überraschenden Vorschlag gemacht.
Er will zuerst mit den Grünen verhandeln. Das heißt, Lindner will nicht warten, bis die großen Parteien ihm Verhandlungen anbieten. Sondern er will gleich selbst Gespräche beginnen. Das hat es vorher noch nicht gegeben.

Bei der Bundestagswahl hat die Partei SPD die meisten Stimmen bekommen. Sie hat etwas mehr Stimmen bekommen als die Union aus CDU und CSU. Auf dem dritten Platz sind die Grünen gelandet. Welche Parteien zusammen regieren, steht noch nicht fest.Bei der Bundestagswahl hat die Partei SPD die meisten Stimmen bekommen. Sie hat etwas mehr Stimmen bekommen als die Union aus CDU und CSU. Auf dem dritten Platz sind die Grünen gelandet. Welche Parteien zusammen regieren, steht noch nicht fest. (© bpb)

Linke und AfD verlieren

Die Partei Die Linke hat deutlich weniger Stimmen bekommen als bei der letzten Wahl. 4,9 Prozent der Wählerinnen und Wähler haben für sie gestimmt. Bei der letzten Bundestagswahl waren es noch 9,2 Prozent. Vor der Wahl hatte die Partei sogar die Hoffnung, mitzuregieren. Sie wollte mit der SPD und den Grünen zusammenarbeiten. Das wäre eine Rot-Grün-Rote Koalition.
Bei SPD und Grünen gab es dazu unterschiedliche Meinungen. Aber am Ende gab es bei der Wahl gar nicht genug Stimmen dafür.

Die AfD hat auch weniger Stimmen als beim letzten Mal. Ihr Anteil liegt jetzt bei 10,3 Prozent. Vorher waren es 12,6 Prozent. Die Stimmen für die AfD sind in Deutschland sehr unterschiedlich verteilt. In den Bundesländern Sachsen und Thüringen ist die AfD die stärkste Partei geworden.

Neu in den Bundestag kommt die Partei Südschleswigscher Wählerverband (SSW). Sie hat einen Abgeordneten. Er vertritt die dänische Minderheit, die ganz im Norden von Deutschland lebt.

Bundestag wird größer

Insgesamt sind 735 Politikerinnen und Politiker im neuen Bundestag. Sie kommen aus acht verschiedenen Parteien: SPD, CDU, CSU, Die Grünen, FDP, AfD, Die Linke und SSW.

Bisher gab es 709 Bundestags-Mitglieder. Der Bundestag ist also größer geworden. Das liegt an einigen besonderen Regeln im deutschen Wahlrecht.

Die Regeln sind kompliziert, aber das Prinzip ist einfach: Alle Parteien sollen genau den richtigen Anteil von Sitzen im Bundestag bekommen. So wie es die Wählerinnen und Wähler entschieden haben. Aber die Wählerinnen und Wähler sollen auch Menschen aus ihrem Wahlkreis wählen können. Weil man Menschen aus der eigenen Heimat eher kennt und ihnen vielleicht auch eher vertraut.

Manchmal ergibt sich dann ein Unterschied: In Bayern haben viele Menschen im Wahlkreis die CSU-Kandidaten gewählt. Deshalb hat die CSU sehr viele direkt gewählte Abgeordnete.
Es sind viel mehr, als sie für ihre Prozente bekommen müsste. Zum Ausgleich bekommen die anderen Parteien auch zusätzliche Abgeordnete. Dann stimmt die Verteilung wieder.

Im neuen Bundestag sind auch mehr Frauen als bisher. Aber es sitzen immer noch fast doppelt so viele Männer wie Frauen im Bundestag. Bei den Parteien ist das sehr unterschiedlich: Die wenigsten Frauen gibt es bei AfD und FDP. Bei den Grünen und der Linken gibt es sogar etwas mehr Frauen als Männer.

Der Plenarsaal des Bundestages ist auf diesem Foto zu sehen.
Die Zuschauertribünen sind gut gefüllt.
Auch viele Abgeordnete sind anwesend.
Angela Merkel steht am Rednerpult.Der Bundestag (© picture-alliance/dpa, Reiner Jensen)

Probleme am Wahl-Sonntag

Nach der Wahl wird auch über einige Probleme bei der Abstimmung diskutiert. Die Probleme gab es in der Stadt Berlin. Die Wahl hat deshalb dort auch länger gedauert.
Viele Menschen mussten sehr lange warten, bis sie ihre Stimmzettel bekommen haben. Eigentlich schließen die Wahllokale in ganz Deutschland abends um 18 Uhr. Zu der Zeit gab es in Berlin aber noch lange Warteschlangen. Menschen in den Warteschlangen durften auch nach 18 Uhr noch wählen. Das hat dann noch über eine Stunde gedauert. Manche Menschen sind aber auch wieder weggegangen. Ihnen hat das Warten zu lange gedauert.

Viele Menschen in Berlin haben gesagt: So etwas darf eigentlich nicht passieren. Der Bundes-Wahlleiter will prüfen, was schiefgelaufen ist.

Ein Grund war: In einigen Wahllokalen gab es zu wenig Stimmzettel. Und es hat lange gedauert, bis jemand neue Zettel gebracht hat. In Berlin war die Abstimmung außerdem besonders kompliziert. Es gab nicht nur die Bundestagswahl, sondern noch drei weitere Abstimmungen. Die Wählerinnen und Wähler konnten also dieses Mal besonders viele Zettel ausfüllen. Auch deshalb hat die Wahl so lange gedauert.

Mehrere Menschen in einer langen Schlange vor einem Wahllokal in Berlin, das in einer Grundschule untergebracht ist.Mehrere Wählerinnen und Wähler stehen in einer langen Schlange vor einem Wahllokal in Berlin. (© picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich)



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Laschet und der Wahlzettel

Armin Laschet hat bei der Wahl einen Fehler gemacht. Der Kanzlerkandidat der Union hat seinen Wahlzettel falsch gefaltet. Für das Falten gibt es eine Regel: Man darf von außen nicht sehen, wo die Kreuze sind. Denn die Wahl muss geheim bleiben.
Armin Laschet hat aber die Seite mit den Kreuzen nach außen gedreht. Das war auf Fotos zu sehen. Viele Menschen haben sich darüber beschwert. Sie sagen: Die Regeln müssen auch für Armin Laschet gelten.
Der Bundes-Wahlleiter hat entschieden: Das mit dem Zettel war nicht richtig. Aber die Stimmen von Laschet gelten trotzdem. Denn die Wahlhelfer haben ihn nicht auf den Fehler hingewiesen.
Und wenn ein Stimmzettel einmal in der Wahlurne ist, dann zählt er auch.