Inhaltsbeschreibung
Antisemitismus hat unterschiedliche Erscheinungsformen und ideologische Hintergründe. So findet sich Judenhass heute lagerübergreifend und doch unterschiedlich akzentuiert in der extremen Rechten, der extremen Linken oder bei Islamisten. Der Historiker Jeffrey Herf hat sich viele Jahrzehnte lang mit den verschiedenen Spielarten des modernen Antisemitismus und ihren historischen Entwicklungen befasst. Die hier versammelten Aufsätze widmen sich unter anderem der NS-Zeit und dem Holocaust, der DDR und der westdeutschen antiimperialistischen Linken sowie dem islamistischen Terrorismus und dem globalen Antisemitismus im Kontext des Nahostkonflikts.
Dabei arbeitet Herf immer wieder Überschneidungen und Bezüge, aber auch Differenzen heraus. Geeint, so Herf, seien Antisemiten verschiedener Lager bis heute in der Wahnvorstellung einer „jüdischen Übermacht“. Diese Verschwörungserzählung finde sich im Denken der alten wie der neuen extremen Rechten, aber beispielsweise auch in der Charta der islamistischen Hamas oder in Teilen der militanten antiimperialistischen Linken. Er erinnert an die Gleichzeitigkeit der drei von ihm analysierten Ausprägungen des Antisemitismus und beschreibt historische Kontinuitäten sowie die ideologischen Schnittmengen und Variationen.