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Schmidteinander ins 21. Jahrhundert

Erlebnisgesellschaft Editorial Was wird aus der Erlebnisgesellschaft? Schmidteinander ins 21. Jahrhundert Jugend im Zeitalter der Eventkultur Die Erlebnisgesellschaft - der kollektive Weg ins Glück?

Schmidteinander ins 21. Jahrhundert Auf dem Weg in die Spaß- und Spottgesellschaft?

Hermann Strasser Achim Graf

/ 28 Minuten zu lesen

Gerne wird hierzulande von Kritikern das Fehlen einer politischen Kultur bei der jüngeren Generation beklagt. Der Niedergang des klassischen Kabaretts soll hierfür verantwortlich sein.

I. Was geht, wenn sonst nichts mehr geht?

"Deutschland steht still. Und Deutschland verblödet", so lautete unlängst die provozierende These der Wochenzeitung Die Woche . Während die Politik erstarre und die Arbeitslosigkeit wachse, flüchte die Fernsehnation in hirnerweichende Unterhaltung. Was den älteren Jahrgängen der allabendlich gereichte synthetische Cocktail der volkstümlichen Musik, das scheint den jüngeren die Unterhaltung aus dem prall gefüllten Kultschrank des Blödsinns: präsentiert auf dem Altar von Sitcoms, Soaps - und vor allem Comedy. Gerade so, als ob jahrzehntelang nichts zwischen linksintellektuellem Kabarett und rechtspopulistischem Stammtisch existierte, herrscht nun plötzlich ein gewaltiges Angebot, besteht vor allem bei jungen Menschen eine immense Nachfrage nach komödienhaften Acts und Sketchen, unverschämt böse oder aber ohne intellektuellen Anspruch bis hin zur völligen Sinnentleerung: Comedy-Shows auf allen Fernsehkanälen, Nonsens statt Gesellschaftskritik auch auf den Kleinkunstbühnen. Dazu gesellt sich seit 1995 ein fast täglich wiederkehrender Zyniker namens Harald Schmidt, der in seiner Late-Night-Comedy-Show zeigt, "was noch geht, wenn sonst nichts mehr geht" .

Aber ist wirklich alles so schamlos und absurd, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag, oder haben wir es nicht eher mit einer neuen, einer anderen Form von Satire oder Parodie zu tun? Ist das klassische Kabarett am Ende und Comedy zum Kabarett der Jahrhundertwende avanciert, als moderne Weiterführung eines Genres lediglich mit anderen Mitteln? Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dieser Thematik hat bislang kaum stattgefunden. Lediglich die gesellschaftlichen Umstände, in denen sich diese Entwicklung vollzieht, sind Gegenstand soziologischer sowie politik- und medienwissenschaftlicher Arbeiten. Recherchen müssen sich daher überwiegend auf Populärzeitschriften und Zeitungen, auf Meinungsbeiträge sowie auf politische und feuilletonistische Essays stützen. Durch Aussagen und Einschätzungen von Akteuren, Kabarettkennern und Medienexperten sowie durch eigene Beobachtungen und vergleichende Analysen hoffen wir, ein genaueres Bild davon zu zeichnen, was Comedy ist und was sie bewirkt. Das besondere Augenmerk liegt dabei auf Harald Schmidt und auf der Frage, ob der Late-Night-Talker Vorbild einer jungen, entpolitisierten Generation ist, wir uns alle auf dem Weg in die Spaß- und Spottgesellschaft befinden.

II. Comedy - ein weites Feld

So neu die sich ausbreitende Unterhaltungswelle sein mag, der Begriff comedy ist es keineswegs. Aus dem Englischen übersetzt bedeutet er nichts anderes als Lustspiel, Komödie. Ein comedian ist ein Komödiant, ein Komiker. Und davon gab es auch in der Bundesrepublik schon vor den neunziger Jahren reichlich, selbst in der frühen Nachkriegszeit. Der vielleicht berühmteste Vertreter in Deutschland war Heinz Erhardt. Mit seinen Wortspielereien und Kalauern ("Das Reh springt hoch, das Reh springt weit. Warum auch nicht? Es hat ja Zeit") fand er bereits in den fünfziger und sechziger Jahren sein Publikum.

Auch in den siebziger Jahren gab es mit Otto Waalkes ("Otto") oder Dieter Hallervorden ("Didi"), der vom Kabarett ins rein komische Fach gewechselt war, zwei prominente Repräsentanten des Klamauks und der Blödelei. Victor von Bülow ("Loriot") dagegen machte zur gleichen Zeit "die pure und brillante Komik auch bei den gebildeten Ständen salonfähig", wie Peter Knorr, Mitbegründer des Satiremagazins Titanic, in agenda schreibt . Dies war ganz offensichtlich ein wichtiger Beitrag, denn die meisten Zuhörer hätten sich ihr Lachen bei Heinz Erhardt noch nicht eingestanden: "Erwachsene Menschen schämen sich ihres Lachens oft oder fühlen sich ertappt. Die pure, alberne Komik hat einen gewissen haut gout. Zwar weiß man, dass man gelacht hat, aber der Stolz sagt: Darüber kannst du nicht gelacht haben."

Heute dagegen ist der Klamauk - unter dem neudeutschen Etikett Comedy - gesellschaftsfähig geworden. Schrill ist schick, erlaubt prinzipiell alles. Weder der ostfriesische Blödel-König noch der Aristokrat ante portas ändern etwas an dem Faktum, dass es eine vergleichbare Amüsierwut in Deutschland seit den zwanziger Jahren nicht mehr gegeben hat. Franz Kotteder stellt hierzu in der Süddeutschen Zeitung lapidar fest: "Kein Zweifel, die Deutschen drängt es hin zum Schwachsinn." Doch das ist allenfalls die halbe Wahrheit. Dass Tiefsinn und Schwachsinn in der modernen Unterhaltung dicht beieinander liegen, zeigt sich spätestens dann, wenn man die vielfältigen Erscheinungsformen, die unter Comedy firmieren, analytisch unter die Lupe nimmt.

Rüdiger Hoffmann beispielsweise ("Ja hallo erst mal") lebt davon, in einschläferndem Tempo Alltagsbanalitäten zum Besten zu geben. Hoffmanns Erzählungen heißen "Mein Mitbewohner", "Die Salzgebäckpalette" oder "Nutella". Tom Gerhard mimt indessen den Ruhrpott-Proletarier ("Boa ey"), verkleidet sich als Kondom und lockte mit seinem Film "Ballermann 6" über zwei Millionen Deutsche in die Kinos. Piet Klocke, der Comedy-Professor und "Don Quixote des Verbalen", gilt hingegen als unumstrittener Meister des gepflegten Halbsatzes, Ingo Appelt als Experte für den bösartigen Witz, der vor keiner verbalen Entgleisung zurückschreckt.

Weit weniger festgelegt ist hingegen Anke Engelke. Sie spielt das Girlie ebenso überzeugend wie den Vamp oder die Hausfrau in Kittelschürze. Derartige Vielseitigkeit bleibt nicht unbelohnt, und so darf sie sich seit Anfang 2000 über ihre eigene Comedy-Serie "Anke" in SAT 1 freuen. Michael Mittermayer hat sich derweil als "TV-Junkie" darauf spezialisiert, ironisch über die Werbung und das Fernsehen herzuziehen, in dem er im "Quatsch Comedy-Club" auf PRO 7 dann regelmäßig selbst auftritt. Das Fernsehen ist auch die Plattform für Wigald Boning. Er befragte bis zu seinem Wechsel zur Morning-Show auf PRO 7 in "RTL Samstag Nacht" Passanten zu Themen wie einem angeblich geplanten "Salami-Verbot für Nichtschwimmer". Gemeinsam mit seinem wandlungsfähigen Partner Olli Dittrich parodierte er zudem in Nonsens-Interviews ("Zwei Stühle - eine Meinung") gängige Talkshow-Formate.

Doch das war lediglich die erste Karriere des Gespanns Boning/Dittrich. Als "Die Doofen" standen sie 1995 mit ihrer CD "Lieder, die die Welt nicht braucht" wochenlang auf Platz 1 der Deutschen Hitparade. Sie sind bei weitem nicht die einzigen, die in der Musikbranche mit einer Blödeloffensive Furore machen. Helge Schneider, die "singende Herrentorte", ist von Haus aus ein gestandener Jazzmusiker. Sein Durchbruch gelang ihm jedoch mit Liedern wie "Katzenklo" und "Fitze fitze fatze", bei denen er bewusst falsch singt und auch nur den Anflug von Sinngehalt gewissenhaft vermeidet. "Es braucht ein bewundernswertes Maß an handwerklichem Können, um das ständige Danebengehen, das herzzerreißende Stümpertum derart zu kultivieren," bescheinigte ihm Ralf Jüngermann im Deutschen Sonntagsblatt . "Seine Programme haben keine einzige Pointe, und genau darum ist Schneider der König der Unterhaltung."

"Die Doofen", Helge Schneider und jüngst auch Stefan Raab mit seinem "Maschendrahtzaun" ziehen ihre Komik hauptsächlich aus der Verzerrung der Wirklichkeit mit Mitteln der Parodie. Bei anderen Musikern bemerkt man den Unterschied zwischen Original und Abbildung oft kaum noch. Dieter Thomas Kuhn, der bis Ende 1999 stilecht in den textilen Scheußlichkeiten der siebziger Jahre und mit aufgeklebtem Brusthaar-Toupet auftrat, stellte beispielsweise die Schlagerergüsse seiner Hitparaden-Kindheit lediglich in den heutigen Kontext - und riss damit seine Fans zu Begeisterungsstürmen hin. Das Zitat allein reichte für die Unterhaltung. "Meister" Guildo Horn nimmt die Sache mit dem Schlager nach eigenem Bekunden ebenfalls sehr ernst und schaffte damit sogar den Sprung ins Finale des Grand Prix d'Eurovision de la Chanson 1998.

Trotz derartiger Erfolge sind die neuen Spaßmacher keineswegs unumstritten. Im besonderen Maße gilt dies für den Kabarettisten und Moderator Harald Schmidt, der seit Dezember 1995 dienstags bis freitags in SAT 1 zu seiner "Harald-Schmidt-Show" einlädt . Der Entertainer gilt als das Pendant zu amerikanischen Late-Night-Comedians wie David Letterman oder Jay Leno. Schmidt hat dieses Programmformat erstmals erfolgreich in Deutschland eingeführt, nachdem Thomas Gottschalk und Thomas Koschwitz Anfang der neunziger Jahre bei RTL dies vergeblich versucht hatten. Bevor Schmidt in der einstündigen Sendung den ersten Gast begrüßt, hält er einen tagesaktuellen Monolog von rund 30 Minuten Dauer, der mit kurzen Einspielfilmen garniert wird. Doch genau an dieser Sequenz scheiden sich die Geister. "Entweder man ist für ihn und hält ihn für den konkurrenzlosen Meister der Late-Night-Comedy, oder man ist gegen ihn und bezeichnet ihn als Zyniker, Menschenverächter", schreibt Heribert Klein im FAZ-Magazin .

III. Harald Schmidt - der Narr der späten Stunde?

Harald Schmidt haust und wütet an der Schnittstelle zwischen Gestern und Heute. Schon sein Werdegang, weil vom klassischen Kabarett kommend, gibt Aufschluss: 1957 in Neu-Ulm geboren und im schwäbischen Provinzstädchen Nürtingen aufgewachsen, wurde Schmidt in Stuttgart zum Schauspieler ausgebildet. Nach einem Theaterengagement in Augsburg holte ihn Kay Lorenz 1984 als Texter ans Düsseldorfer Paradekabarett "Kom(m)ödchen". Zunächst den beiden damaligen Stars Lore Lorenz und Thomas Freitag als Stichwortgeber zu Diensten, stieg Schmidt ins Ensemble auf und entwickelte erste Kabarett-Soloprogramme. Schon bald machte sich Harald Schmidt mit seinen bissigen Programmen in der gesamten Republik einen Namen. Der Südwestfunk wurde auf das "Schandmaul" (Schmidt über Schmidt) aufmerksam und engagierte den Schwaben als Moderator für das Medienquiz "MAZ ab!". Es folgten die Sendungen "Psst" und "Gala", für die Schmidt 1992 seinen ersten Adolf-Grimme-Preis erhielt.

Der endgültige Fernsehdurchbruch gelang ihm mit der Sendung "Schmidteinander", die er zusammen mit dem ehemaligen Chefredakteur des Satiremagazins MAD, Herbert Feuerstein, moderierte. Der Kabarettist hatte es geschafft: Nun fungierte sein kongenialer Partner als Stichwortgeber, war es Schmidt selbst, der Hintergründiges, Zoten und Absurditäten abfeuerte, nicht selten musste Feuerstein selbst als Zielscheibe herhalten. Die ARD ließ daraufhin nicht lange auf sich warten und bot Schmidt 1992 die Moderation der Samstagabend-Show "Verstehen Sie Spaß?" an. Der damals 35-Jährige sagte zu, kam aber mit seiner ironischen Art vor allem beim älteren Publikum nicht sonderlich gut an .

Das Angebot von SAT 1 kam Harald Schmidt 1995 offenbar gerade recht. Der Sender machte keinen Hehl daraus, dass die geplante Sendung eine Kopie der "Late Show with David Letterman" werden sollte. So imitierte man nicht nur die Bühnendekoration des US-Kollegen, man konnte mit Schmidt als versiertem TV-Moderator und gestandenem Kabarettisten auch den inhaltlichen Aufbau des Formats übernehmen. David Letterman begreift sich in seiner täglichen Show nämlich nicht in erster Linie als Gesprächspartner seiner Gäste, sondern vielmehr als klassischer Stand-Up-Comedian im Stile eines Johnny Carson. Und genau darauf zielten die Macher der damaligen Produktionsfirma "Brainpool" mit der "Harald Schmidt Show" ab.

So steht Harald Schmidt seit nunmehr über vier Jahren viermal wöchentlich vor der Kamera, um - neben der Präsentation seiner Gäste - das Tagesgeschehen ironisch, sarkastisch oder spöttisch zu kommentieren. Rund siebzig Gags pro Abend kommen ihm über die Lippen, nach eigener Einschätzung stammen allenfalls zwei von Schmidt selbst. Der Rest wird von freien Autoren geliefert. "Mein Beitrag", so Schmidt, "ist die Stimmung, in der ich das Ganze darbiete. Also: Je dünner das Eis, desto fröhlicher der Gesichtsausdruck." Wie dünn dieses Eis tatsächlich ist, zeigt sich nicht zuletzt an den heftigen Reaktionen, die seine Darbietungen zuweilen auslösen.

Harald Schmidt, so scheint es, schreckt vor nichts und niemandem zurück: Er scherzt über Ausländer und Blondinen, er macht echte oder vermeintliche Homosexualität von Prominenten zum Thema, er verspottet Sportler und Politiker, Designer und Schlagersänger. Kurzum: Schmidt spielt mit Klischees und Vorurteilen, übertreibt und provoziert, gibt sich zynisch und gemein. Sei es, wenn er nach der Wahl von Henry Maske zum erotischsten Mann des Jahres feststellt: "Ich habe es immer gewusst, Frauen wollen geschlagen werden" ; sei es, wenn er die Bild-Schlagzeile "Nach Vergewaltigung: Ausgehverbot in Erlangen" lediglich mit den Worten kommentiert: "Ausgehen? In Erlangen?" Gewalt gegen Frauen als Grundlage von Witzen, das verstößt eindeutig gegen die oft bemühte "political correctness" - und geht damit vielen zu weit.

Diesen geschmacklichen Grenzübertritt sah auch Ex-Minister Heinz Eggert gegeben mit Schmidts Antwort auf die Frage "Klauen Polen Autos?": "Wer Schlesien klaut, der klaut auch Autos!" Harald Schmidt verwies im ntv-Interview auf den üblichen Kontext, in dem eine solche Äußerung zu betrachten sei: "Falls ich das tatsächlich gesagt habe, dann habe ich das eindeutig ironisch kenntlich gemacht - vielleicht in Dialekt von jemand, der hat Heimat verloren." Doch Harald Schmidts Ironie wird nicht von jedem so verstanden, wie er sich verstanden wissen will. Der Comedian ist offenbar ein Opfer jener fehlenden Äquivalenz zwischen den beiden Seiten des kommunikativen Austausches, die Stewart Hall mit einer Nicht-Identität zwischen den Codes von Sender und Empfänger erklärt . So zog er sich den Unmut vieler zu, nachdem er WDR-Moderatorin Bettina Böttinger in seiner Sendung mit einer Toilettenschüssel, einem Eierlikör und der Frauenzeitschrift Emma verglich ("Kein Mann würde sie freiwillig anfassen"). Als der Moderator während der Fußball-Weltmeisterschaft 1998 den Nationalspieler und Familienvater Jürgen Klinsmann als "Warmduscher" und "Schwabenschwuchtel" bezeichnete, wurde er prompt vom Deutschen Fußballbund verklagt - mit Erfolg.

IV. Comedy ist anders - die Gesellschaft auch

Der Fall Klinsmann-Schmidt tangiert ein Thema, das so alt ist wie die Satire selbst. Was ist der Sinn von Satire? Und vor allem: Was darf sie? Der deutsche Schriftsteller Kurt Tucholsky, selbst Verfasser satirischer Vers- und Prosawerke, betont den blutreinigenden Charakter der Satire, bezeichnet den Satiriker als gekränkten Idealisten, der gegen das Schlechte anrenne und dabei zur Übertreibung gezwungen sei: "Die Satire muss übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird. . ." So gab es für Tucholsky auf die Frage "Was darf die Satire?" schon Anfang dieses Jahrhunderts nur eine mögliche, ebenso knappe wie präzise Antwort: "Alles."

Doch ist der Humor von Schmidt & Co tatsächlich das, was Tucholsky mit Satire gemeint hat? Ist nicht vielmehr das Auffallen durch Geschmack- und Schamlosigkeit, durch Spaß am Spott die Devise dieses Programms? Ist nicht Gesellschaftskritik längst einem kommerziell kalkulierten Tabubruch, treffende Ironie einem sinnfreien Lachen um seiner selbst willen gewichen? In den Worten Harald Schmidts: Ich produziere "jeden Abend tiefe Bedeutungslosigkeit", aber "ein großes beleuchtetes Nichts" . Wenn dem aber so ist, woher kommt dieses oft kritisierte und doch gerade jetzt vorhandene Bedürfnis nach derartiger Unterhaltung? Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir einen Blick auf den gesellschaftlichen Rahmen werfen, in dem sich Comedy in Deutschland entwickelt und verbreitet hat.

Comedy ist keineswegs im luftleeren Raum entstanden, stellt also keine isolierte kulturelle Erscheinung dar. Sie ist vielmehr Teil einer low culture, die sich ebenso in Erscheinungen wie Wrestling oder Seifenopern, Talkshows oder Fast Food niederschlägt und vor allem eine jugendliche Klientel anspricht. Der amerikanische Soziologe George Ritzer spricht gar von der "McDonaldisierung der Gesellschaft" und beklagt damit die zunehmende Auflösung kultureller Differenzen unter globalen - und amerikanischen - Vorzeichen: Big Macs und Coca Cola, Levi's und Sneakers, Denver Clan und Dallas erhält und sieht man in gleichbleibender Machart, Qualität und Erscheinungsform in Los Angeles und Peking ebenso wie in Wien und Kapstadt. Egal, ob in der Freizeit, beim Sport oder in der Kultur: "Die Menschen erwarten (. . .) das gleiche wie von ihren Fast-Food-Restaurants - Geschwindigkeit und Menge." Die tägliche Wiederkehr des Harald Schmidt und seiner siebzig Pointen in dreißig Minuten tragen dieser Entwicklung Rechnung - und sind selbst der beste Beweis für sie.

Dass derartige Erwartungen des Publikums durch das (private) Fernsehen geschürt worden sind, liegt nahe. Dem "Scheibenwischer" von Dieter Hildebrandt in der ARD, eines der wenigen Kabarett-Formate, die noch regelmäßig ausgestrahlt werden, ist deutlich anzumerken, dass er nicht für das Medium Fernsehen konzipiert wurde, vielmehr einen abgefilmten Kabarettabend darstellt. Die Sendung wirkt behäbig, ja altmodisch inmitten einer Kultur der Zooms und schnellen Schnitte. Ist der Zuschauer nicht mehr bereit, sich auf ein solches Format einzustellen? "Je mehr das Publikum schnelle, visuell aufregende Programme erwartet, umso langweiliger wird es problemorientierte Programme über öffentliche Angelegenheiten und Nachrichten finden", konstatierte der amerikanische Medienkritiker Neil Postman bereits 1990 . Und schlussfolgerte: "Infolgedessen wird die Fähigkeit der Öffentlichkeit nachlassen, Vorgänge und Probleme zu verstehen und ernsthaft zu diskutieren."

Eine erschreckende Vision, der die Psychologin Hertha Sturm entgegensetzt, dass es Differenzen gibt in den vom Fernsehen gesetzten Außenreizen, aber auch in den Anpassungs- und Abwehrstrategien unterschiedlicher Rezipientengruppen . Allerdings verweist die Psychologin auch auf anglo-amerikanische Forschungsergebnisse, die zeigen, dass es in der TV-Präsentation tatsächlich mehr auf das ,Wie' denn auf das ,Was' ankomme, "dass nicht vorab die Inhalte das Erst-Entscheidende für Laufbildwirkungen sind, sondern die formalen medienspezifischen Angebotsweisen" . Das Fernsehen reagiert mit seinen kurzzeitigen Angebotsmustern also auf Bedürfnisse, die es selbst mitgeschaffen hat. Eine Folge dieser Entwicklung ist die Quantifizierung von Unterhaltung , flankiert durch außerordentlich gestiegene Möglichkeiten der Kommerzialisierung der jeweiligen Komik-Produkte.

Marken sowie die Musik-, Sport-, Film- und Fernsehstars werden als Werbeträger Teil der Medien und als Symbole der Gegenwartskultur gleichzeitig Inhalt unserer Alltagswelt. Leichte Wiedererkennbarkeit ("Ich sage Ja zu deutschem Wasser") ist dabei ebenso entscheidend wie die Verständigung zwischen verschiedenen Gruppen ohne argumentativen Aufwand. Als gigantische Profitmaschine schneidert das Fernsehen aus Symbolen Lebensstile, aus Fans Konsumenten und Kunden. Die Werbebotschaft der Unterhaltungssendungen wird deckungsgleich mit dem Funktionsprinzip der Schmidt-Show: "Wer versteht, gehört dazu. Wer Erklärungen benötigt, ist ausgeschlossen."

Die Quantifizierung der Unterhaltung ist allerdings nur die eine Seite. Worauf es beim Humor der jungen Generation offensichtlich noch ankommt: Grotesk sollte er sein oder böse - am besten beides. Grotesk ist, wenn die echte "Ricky" - Ex-Mitglied der Popgruppe "Tic Tac Toe" - neben der gefälschten großmütig auf "Rickys Popsofa" Platz nimmt, auf dem sie von Anke Engelke in der "Wochenshow" regelmäßig verspottet wird. Böse - andere würden sagen geschmacklos - ist, wenn "Nachtschwester Kroymann" in der ARD Prinzessin Dianas mögliche Auferstehung satirisch aufbereitet - und das keine fünf Monate nach deren Unfalltod. Wenn schließlich Ingo Appelt die "Bombenstimmung hier im Stadion, 73 000 Schlachtenbummler und ein paar Zerquetschte" in seiner Nummer "Hinrichtung im Stadion" bejubelt , dann hat das von beidem etwas - und darf als besonders gelungen gelten.

So schrecklich-absurd Appelts Nummer auf den ersten Blick anmuten mag, es verbirgt sich dahinter durchaus mehr, wenn man ihr positiv gesinnt ist: Appelt thematisiert in lediglich 90 Sekunden die latent vorhandene Gefahr in Fußballarenen (die Tragödie im Brüsseler Heysel-Stadion von 1984 ist vielleicht noch in Erinnerung), er verweist genauso auf eine mögliche Beziehung zwischen Fußballbegeisterung und Gewaltbereitschaft wie auf das immense öffentliche Interesse an Berichterstattung über Katastrophen und Unglücke.

Der Comedian greift also Angst- und Tabuthemen auf und zeigt uns deren logische, im Alltag unaussprechliche, aber potentiell schockierenden Zusammenhänge. Nach der Devise: Worüber man sich schämt zu reden, darüber muss man scherzen. Das ist der Grund, warum Witze mit menschlichem Leid so unangemessen umzugehen scheinen. "Weil genau das ihre Funktion ist", meint der Berliner Soziologe Alexander Schuller . "Das Große, das zu groß, das Schreckliche, das zu schrecklich ist, als dass man es ertragen könnte - der Witz schnitzt es klein. . . . Was wir nicht auszusprechen, nicht einmal zu fühlen wagen - der Witz macht es uns möglich." Bei den Polenwitzen von Harald Schmidt (Beispiel: "Woran merkt man, dass ein Pole in den Himmel kam? - Am großen Wagen fehlen die Räder") wird deutlich, dass die statistisch unbestreitbare (insgesamt keineswegs höhere) Ausländerkriminalität nicht sachlich, sondern nur als Witz zur Sprache gebracht werden kann. "In solchen Fällen", so Schuller, "spricht der Komiker den Leuten aus der Seele. Er entlastet sie von ihrer geheimen Wut - und die Politiker von einem möglichen Handlungszwang." Die (möglicherweise) nicht beabsichtigte Wirkung besteht freilich darin, dass der Witz genau das stabilisieren kann, was er eigentlich kritisiert. So besteht wohl zu Recht der Verdacht, die besten Kohl- und Stalin-Witze seien von der Partei selbst erfunden worden.

V. Scham, Politik und das Fernsehen

Es gibt also noch immer Dinge, über die die Menschen sich schämen zu reden; es gibt Witze, die politische Handlungszwänge abmildern und Erzähler wie Zuhörer gleichermaßen entlasten - da liegt die Frage nahe, ob vielleicht weder die Gesellschaft schamloser, noch die Unterhaltung unpolitischer geworden ist? Der amerikanische Psychoanalytiker Leon Wurmser diagnostiziert zwar eine "Schamlosigkeit der Kultur", denn die Scham habe ihre Funktion, das private Selbst vor dem gesellschaftlichen Zugriff zu behüten, eingebüßt . Doch, so resümiert Stefanie Ernst in einer vergleichenden Studie von Autoren, "die vorschnelle Rede von einer ,schamlosen Gesellschaft' würde sich womöglich als ziemlich schamloser Versuch herausstellen, Kulturpolitik per Moral zu betreiben" . Zu Recht wohl, denn Satire war schon immer schamlos, ja muss es sein, will sie ihr Reinigungs- und Wahrheitsziel erreichen. Oder, um wieder auf Tucholsky zurückzukommen: "Und wenn einer mit Engelszungen predigte und hätte des Hasses nicht: er wäre kein Satiriker."

Der vorsätzlich böse oder auch absurde Witz hat somit schon immer zum Repertoire des komischen Faches gehört. Neu ist jedoch, dass vieles, was sich zur Zeit in den Medien und auf den Bühnen Deutschlands tut, auf eine Akzeptanz stößt, wie sie noch vor wenigen Jahren nicht für möglich gehalten worden wäre. Für Kommentatoren wie Peter Knorr hat dies "mit gesellschaftlichem Wandel, mit Entpolitisierung und . . . verschärfter Lustsuche zu tun" . Dietrich Leder geht noch einen Schritt weiter und argumentiert, der Verlust des Politischen habe als Folge des Verschwindens der klaren Feindbilder und Angriffsflächen dazu geführt, dass eine neue Generation von Kabarettisten den "Verlust zum Programm" erhoben habe .

Das Argument der Entpolitisierung ist allerdings nicht unwidersprochen geblieben. Schon seit den siebziger Jahren weiß man z. B. aus Studien des Wahlverhaltens in Deutschland, dass politische Parteien immer weniger als ideologische Heimstätten der Wähler fungieren. Immer weniger sind wirtschaftliche Gründe für Parteipräferenzen entscheidend, statt dessen immer mehr Fragen des Lebensstils und der Lebensqualität. Dazu kommt, dass angestammte Institutionen wie Familie, Schule, Kirche, soziale Schicht und eben politische Parteien an Orientierungskraft verloren haben. Die Menschen entscheiden zwar heute häufiger selbst über ihren Lebensweg, tragen aber auch ein erhöhtes Enttäuschungsrisiko. Auf diese Weise steigt der Kommunikationsbedarf der Menschen, und viele nehmen in ihrer Sinnsuche Zuflucht zu Cliquen, Clubs, Sekten, Vereinen und vor allem zu den Medien.

Die Möglichkeiten des Konsums, der weitgehende Wegfall der Zugangsbarrieren und die Umwandlung von vorgegebener in wandelbare Wirklichkeit hat die Lebensauffassung vieler, vor allem junger Menschen verändert. "Erlebe dein Leben!" ist zum kategorischen Imperativ unserer Zeit geworden. "Wissen, was man will, bedeutet wissen, was einem gefällt," meint Gerhard Schulze in seinem Buch Die Erlebnisgesellschaft. Soziale Milieus bilden sich heute in erster Linie als Erlebnisgemeinschaften . Dort, wo Tradition nicht mehr greift, wird jedes Individuum gezwungen, das zu betreiben, was die Engländer "life politics" nennen .

Politische Akteure und Institutionen haben darauf längst reagiert. Sie müssen sich geradezu "in ihrer Selbstpräsentation nicht nur den veränderten Wahrnehmungsgewohnheiten und Erwartungshorizonten eines durch die Bilderflut der Medienunterhaltung sozialisierten Publikums anpassen, sondern auch den Weg in die Unterhaltungsforen hinein wählen" . Comedy ist demzufolge auch eine Reaktion auf eine veränderte politische Kultur, in der medial inszenierte Emotionen, Privates und Unterhaltung immer mehr Bestandteil der Politik selbst werden. In dem Maße, wie Argument und Entertainment sich in der Politik verwischen, folgt dem die satirische Betrachtung. In den U.S.A., wo die Stand-Up-Comedy ihren Anfang nahm, zeigte sich das schon früher: "Once television reduces politics to a form of entertainment, political humor becomes little more than dramatic criticism - entertainers assessing other entertainers."

So ist auch die Frage "Wie war ich, Doris?" nicht ohne empirische Relevanz: der Kanzler als Event-Politiker. Weil das Fernsehen den Polit-Event zum Vertrauensbeweis stilisiert, beurteilen wir Politiker danach, ob sie uns als Person vertrauenswürdig erscheinen. Die Auseinandersetzung mit Sachverhalten reduziert sich auf das Urteil über Persönlichkeiten, wie Siegfried Frey in seiner jüngsten Studie der Macht der Bilder überzeugend darlegt . Kein Wunder, dass sich Gerhard Schröder als Bewerber um das Kanzleramt am 22. Juni 1998 die werbewirksame Gelegenheit nicht entgehen ließ, in der 1 500. Sendung von "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" aufzutreten. Eine solche Annäherung ist insofern konsequent, als die Populärkultur zusehends der Verbreitung von Prinzipien der Lebensführung dient. In Verbindung mit den werbewirksamen Symbolen der Gegenwartskultur scheint sie nicht zuletzt jugendlichen Zuschauern bei der Alltagsinterpretation Hilfestellung zu geben . Das Lebensgefühl der "Generation @", wie Horst W. Opaschowski die heute 14- bis 29-Jährigen nennt, sei entscheidend von den elektronischen Medien geprägt - eine Generation, für die das Heim im globalen Dorf zum Boxenstopp und das Leben zum Terminal multipler Identitäten geworden sei . Die Frage ist allerdings nicht so sehr, ob mit der Methode "Just do it" statt "Null Bock" der Teufel bloß mit Beelzebub ausgetrieben wird, sondern vielmehr, wieviel Beschleunigung der Sinn, auch der des Lebens, vertragen kann. Sinn braucht vor allem Zeit, wenn er sich nicht verflüchtigen soll .

VI. Das System Harald Schmidt

Harald Schmidt freilich scheint einer der ersten in Deutschland zu sein, der die Zeichen dieser unsteten Zeit erkannt hat - und deren Anforderungen perfekt umsetzt. Für den Late-Night-Talker gibt es "kein Richtig und kein Falsch, kein Gut oder Böse, sondern bloß verkäufliche Ware oder Ladenhüter" . Unter seinen Fittichen fungiert das Medium zugleich als Inhalt, Transportmittel und Freifahrtsschein durch alle Höhen und Tiefen der deutschen Seele, auch wenn er mit seiner Art nicht überall ankommt. Denn wie ein Hamburger, um bei George Ritzers Bild von der McDonaldisierung zu bleiben, so ist auch das neue Spaßmenü zwar schnell und (oft) einfach zuzubereiten, leicht verdaulich muss es dennoch nicht sein.

Ob jemand mit dieser Art von Humor etwas anzufangen weiß, das scheint bei Comedy und besonders bei Harald Schmidt eine Altersfrage zu sein. "Ich habe noch nie ein Programm gemacht, bei dem so konsequent bei Ende 30 Schluss war", verriet der ehemalige Produktionsleiter der "Harald Schmidt Show", Jörg Grabosch, der Tageszeitung Die Welt . Und in der Tat stellen sich vor allem jene viermal in der Woche zum Schmidteinander ein, die sich entweder einem Selbstverwirklichungsmilieu oder einem Unterhaltungsmilieu verbunden fühlen. Die Selbstverwirklicher sind unter 40, haben mittlere oder höhere Bildung, kleiden sich sportlich, elegant oder alternativ, sind vorwiegend Single, lieben Action und Kontemplation, kommen vor allem aus der neuen Kultur- und Kneipenszene, sind Yuppies, aber auch Sozialberufler. Die Schmidt-Fans aus dem Unterhaltungsmilieu wiederum sind ebenfalls jünger, haben aber geringe Bildung, kommen aus der Szene des Fußballs, des Bodybuilding, der Bräunungsstudios und Spielhallen, ihre Kleidung ist sportlich, aber billig. Sie lieben Pop, Rock und Folk, aber auch Trivialliteratur und Bild, ihre Welt ist die der Action, unter ihnen sind viele Arbeiter, Büroangestellte und Verkäuferinnen . Es wäre daher zu einfach zu sagen, Schmidt gebe dem Publikum nur das Gefühl, intellektuell zu sein, und dann lachten alle Friseusen .

Andere haben mit dem Moderator dagegen Probleme. Zwei Medienkritiker brachten die ambivalenten Einstellungen zum Schmidt'schen Humor in Die Woche auf den Punkt. Zunächst geht Michael Berger mit Schmidt und seinesgleichen hart ins Gericht: "Das frivole Weltbild dieser TV-Unterhaltung entspringt einer Ideologie der politischen Unkorrektheit. Sie macht atavistischen Sexismus und Chauvinismus unter der Vorspiegelung aufklärerischer Absichten wieder gesellschaftsfähig. Von den Fans wird der Quatsch unter Artenschutz gestellt: alles Kult! Und was unter Kultvorbehalt steht, ist unangreifbar: Wer's kritisiert, hat's nicht kapiert. Soviel Blödsinn war nie."

In derselben Ausgabe kontert Lucas Koch: "Humor und Homer - den Kosmos des Schmidteinanders in allen Dimensionen zu begreifen ist offenbar einer kleinen, verschworenen Gemeinschaft vorbehalten, die hinter dem blitzschnellen Humor das fein gesponnene Netz aus Referenzen und Widersprüchen dechiffrieren kann. Da versagt das Koordinatensystem der herkömmlichen Medienkritik."

Ist Harald Schmidt nun ein niveauloses Schandmaul oder der erhellende Lichtblick in der trüben Fernsehwelt? Letztendlich dreht sich alles um die Frage, die Hans-H. Kotte in der taz gestellt hat: "Satire muss alles dürfen. Muss ein Satiriker alles machen, was er darf?"

Die "Gesellschaft für deutsche Sprache" beantwortete diese Frage mit einem eindeutigen "Ja". Das Gremium, dessen Ziel es u. a. ist, "die Sprachentwicklung kritisch zu beobachten und Empfehlungen für den allgemeinen Sprachgebrauch abzuleiten" , verlieh Harald Schmidt 1997 den "Medienpreis für Sprachkultur" angesichts seiner Leistung, mit Vorurteilen und Klischees in bester Nonsens-Tradition umzugehen. Im gleichen Jahr erhielt der Showmaster für seine Arbeit einen "RTL-Löwen", einen "Bambi" und den renommierten "Adolf-Grimme-Preis", 1999 sogar den "Bayerischen Fernsehpreis" vom Bayerischen Rundfunk. Nicht nur Schmidt-Fan Lucas Koch meint, "völlig zu Recht, weil ihm interessierter zugehört [wird] als einem bedeutungsschwer vortragenden Klaus Bednarz" . Auch Gertrud Koch von der Zeit ist überzeugt, dass "dessen Qualität der geschärfte Sinn für die Offensichtlichkeit gewisser Absurditäten" sei. Gerade aus der Aufdeckung von Absurditäten unseres Sprachgebrauchs beziehe Schmidt einen Teil seiner Komik.

Derlei wird Harald Schmidt gerne hören, haben ihm doch deutsche Fernseh- und Zeitungskorrespondenten (unter anderem von der Zeit) in einem offenen Brief 1996 unterstellt, er leiste rassistischen und ausländerfeindlichen Tendenzen Vorschub . Dazu Schmidt: "Die Kategorien Ausländer/Inländer gibt es für mich nicht. Wir machen einfach Witze über Themen, die sich anbieten. Wir arbeiten mit Klischees und Vergröberungen." Diese Einschätzung teilt der Showmaster mit seinem früheren Kollegen Herbert Feuerstein, "denn Satire ist nicht Beleidigung oder Faktenfälschung, sondern bewusste und erkennbare Übertreibung mit den Mitteln des Humors" . Rückendeckung bekommen die beiden Praktiker aus der Wissenschaft. Rolf Müller, der bereits in den siebziger Jahren Komik und Satire erforschte, kommt zu dem Schluss: "Satire ist ästhetisch sozialisierte Aggression."

Dieses aggressive Moment im Humor eines Harald Schmidts wird Gegenstand zahlreicher Diskussionen bleiben. Doch auch das ist Teil des Programms. Was Oliver Kalkofe über Radio-Comedy sagt, gilt wohl auch darüber hinaus: "Gute Radio-Comedy . . . sollte mindestens tausend Hörer dazu bringen, empört die Station zu wechseln. Wenn man etwas produziert, über das sich keiner beschwert, kann es nicht wirklich gut gewesen sein." In diesem Sinne macht Schmidt seine Sache gut. Er hat sich die Rolle des Sozialrowdys ausgesucht, der jede Minderheit mit Chuzpe und Charme diskriminiert. Somit bietet er täglich, aber jedesmal einer anderen Zielgruppe, Grund zum Umschalten. Also ein Mann ohne Tabus?

Keineswegs. Zumindest was seine Angriffe auf Einzelpersonen angeht, hat der Schwabe klare Richtlinien. "Es trifft bei uns nur solche Leute, die ihr Privatleben nach außen hängen. . . . Wer öffentlich sein Hemd aufreißt und sagt: Schaut, hier ist mein Pudel, der ist für mich fällig", erklärt Harald Schmidt im FAZ-Magazin . Witze über Juden würde er niemals bringen, wenngleich aus anderen Gründen. "Seit der Walser-Debatte ist mir klar, dass da die Hölle losbrechen würde. Ich war mal der Meinung, es müsste möglich sein, einen Witz über die Krawatten von Michael Friedmann zu machen, ohne als Antisemit abgestempelt zu werden. Heute ist mir klar, dass da überhaupt nicht dran zu denken ist." Zoten über den Krieg im Kosovo hat er sich (im Gegensatz zu seinen amerikanischen Kollegen) daher ebenso verkniffen.

Alles andere muss nach Schmidt für die Medien offenbar erlaubt sein, wenn es die Zuschauer wirklich sehen wollen. "I look what works, and I do what works", räumte er in einem Fernsehinterview mit NBC Europe ein . So produziert er mit scheinbarer Leichtigkeit ein Formenkontinuum von Comedy und Talk, Wiedergebrauchswitz und Zote. Mit dem politischen Kabarett, wie es Erich Fromm und andere verstanden haben, als dem "Aufschrei der Entrechteten", dem Ventil, durch das der Überdruck jedes Meinungsdiktats entweicht", hat das freilich wenig zu tun. Dies allerdings aus gutem Grund: Er sei "weit davon entfernt, die Leute zu belehren und ihnen Ratschläge zu erteilen, und . . . möchte auch nicht selbst permanent belehrt werden" . Damit entspricht der Entertainer ganz offensichtlich dem Zeitgeist. Vielleicht, mutmaßt Franz Kotteder, liege dies auch ein wenig daran, "dass viele Deutsche die Nase voll davon haben, dass ihnen jemand die Welt erklärt" .

Es scheint, und da sind sich die Beobachter einig, als ob in einer immer komplexer werdenden Welt, in der zudem Konflikte und Katastrophen durch die Medien mehr und mehr im Alltag präsent sind, die Menschen sich nach Zerstreuung und Ablenkung sehnen. "Eine Gesellschaft, die sich trotz Hunger, Elend und Ungerechtigkeit moralisch gut fühlen will, braucht zynische Clowns. Mehr noch als die Sinnproduktion hilft die Unsinnproduktion, das abzuarbeiten, was Wissen und Alltag in der Demokratie anstauen." Doch nicht jeder Unsinn ist komisch - und damit geistvoll. Sinn bekommt der Unsinn offenbar erst dadurch, dass er als Darstellungstechnik gebraucht wird - zur Darstellung des Unsinns im offiziellen Sinn. Wer blödelt, ist nicht gegen die Welt, die ihn ratlos macht. Statt der großen Weigerung praktiziert er die minimale Subversion, wie Norbert Bolz wohlwollend analysiert. "Unsinn ist der kleine Sprengsatz, der an die Kultur des Ernstes gelegt wird." Nach einer angestrengten Dauerreflexion des kritischen Bewusstseins könne nur ein freiwilliger Niveauverlust wieder Luft zum Atmen verschaffen. So funktioniere die Kleinkunst des Unsinns als Schule des Niedrighängens und Herunterspielens - "das Sinnbedürfnis wird planvoll unterfordert" .

VII. Comedy - Spiegelbild des realen Wahnsinns

Also alles halb so wild? Oder ist doch der Untergang des kulturellen Abendlandes zu befürchten? Kabarettist Matthias Belz vermutet, "dass in der Comedy - wenn sie gut ist - mehr als im herkömmlichen Kabarett formal etwas von den Zerstörungen drinsteckt, die in diesem Jahrhundert geschehen sind" . Und Hans-Ulrich Jörges erkennt gar "Symptome einer Gesellschaft, welcher der Kompass abhanden gekommen ist, die keine neuen Lebensentwürfe mehr wagt, nur noch den atemlosen Wechsel kennt zwischen Brot und Spielen, Ökonomie und Unterhaltung, Standort-Wahn und Flucht in den Wahn" . Nicht erst seit Niklas Luhmann ist unumstritten, "was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien" . Wenn aber die Öffentlichkeit, die wir wahrnehmen, eine mediale Konstruktion ist, dann hat Karl Valentin recht: "In der Welt passiert gerade soviel, wie in eine Zeit(ung) passt."

Harald Schmidt braucht - nicht so sehr unter Quotengesichtspunkten - den informierten Zuschauer der Mediengesellschaft. Aber wer ist das? Die Jungen unter 40? Fraglos ist Schmidt der "Spaßmacher der Spätaufsteher, die um Mitternacht herum die Bürgersteige der Unterhaltungselektronik noch nicht hochgeklappt haben und zum Frühstück die Zeitung lesen, die am Abend durchs Bier gezogen wird" . Erst dann kann Schmidt durch virtuoses Kalauern zwischen Philosophieseminar und Stammtisch die ganze Dimension des realen Wahnsinns zur vollen Blüte treiben.

Zweifelsohne hat jede Epoche ihre Probleme, doch jede hat auch ihre eigene Form, mit ihnen umzugehen. Eine Entpolitisierung der jungen, der vermeintlichen Spaßgeneration lässt sich jedenfalls nicht ohne weiteres feststellen. Politische Realität, die in der Gegenwartsgesellschaft zu einer Medienrealität geworden ist, gehorcht weitgehend den Gesetzen des Unterhaltungsmarktes, worauf die moderne Satire wiederum entsprechend reagiert. Nicht sie also ist - wenn man so will - das Problem, es sind die mitunter selbst fabrizierten Umstände, unter denen sie gemacht wird. Insofern ist Comedy, wie Harald Schmidt sie betreibt, tatsächlich als Kabarett des ausgehenden sowie des neuen Jahrhunderts zu begreifen, als Weiterführung eines Genres mit Mitteln, die dem zu kritisierenden Gegenstand angepasst werden. Sogar Altmeister Dieter Hildebrandt behauptet: "Harald Schmidt ist ein hervorragender Kabarettist, und er macht in seiner Show Kabarett - nur muss ihm das endlich mal einer mitteilen."

Internetverweise der Redaktion:

www.harald-schmidt-show.de

www.kasper-online.de/schmidt/index.htm de.dir.yahoo.com/Unterhaltung/Musik/Genres/ Comedy/Kuenstler

Fussnoten

Fußnoten

  1. Hans-Ulrich Jörges, Deutschland verblödet, in: Die Woche vom 30. Januar 1998, S. 1.

  2. Richard David Precht, Der Narr der letzten Stunde, in: Die Zeit vom 15. Januar 1998, S. 47.

  3. Peter Knorr, Metamorphosen des deutschen Humors, in: agenda. Zeitschrift für Medien, Bildung, Kultur, 19 (1996) 1, S. 22-27, hier S. 26.

  4. Ebd. S. 24.

  5. Franz Kotteder, Die Lust am Schwachsinn, in: Süddeutsche Zeitung vom 9./10. Dezember 1995.

  6. Ralf Jüngermann, Spiel mit dem Lachmuskel, in: Deutsches Sonntagsblatt vom 27. Oktober 1995, http://www.sonntagsblatt.de/1995/ds-43/kaba.htm, S. 1-3, hier S. 1.

  7. Inzwischen schließt Stefan Raab mit "TV Total" auf PRO 7 die montägliche Terminlücke im Skurrilitäten-Kabinett des deutschen Fernsehprogramms.

  8. Heribert Klein, Harald Schmidt, in: FAZ-Magazin, Nr. 20 vom 16. Mai 1997, S. 11-16, hier S. 11.

  9. Vgl. u. a. Jochim Huber, Harald Schmidt, Kabarettist und Fernsehstar, in: Der Tagesspiegel vom 6. April 1995.

  10. Interview im Grünen Salon vom 28. November 1998, ntv: Harald Schmidt im Gespräch mit Erich Böhme und Heinz Eggert.

  11. Harald Schmidt, Scharfe Sachen - und heiße Sprüche aus der Harald Schmidt-Show, Hamburg 1998, S. 66.

  12. Ebd. S. 38.

  13. Interview im Grünen Salon (Anm. 10).

  14. Vgl. Stewart Hall, Kodieren/Dekodieren, in: Roger Bromley/Udo Göttlich/Carsten Winter (Hrsg.), Cultural Studies. Grundlagentexte zur Einführung, Lüneburg 1999, S. 92-110, hier S. 97 f.

  15. Kurt Tucholsky, "Was darf die Satire?", in: Manfred Kluge (Hrsg.), Hoppla, wir leben. Deutsche Satiriker des 20. Jahrhunderts, München 1988, S. 11-13, hier S. 12.

  16. Stefan Willeke, Die diskreten Zeichen des Erfolgs, in: Die Zeit, Nr. 22 vom 27. Mai 1999, S. 13-15, hier S. 14.

  17. George Ritzer, Die McDonaldisierung der Gesellschaft, Frankfurt am Main 1995; ders., Expressing America: A Critique of the Global Credit Card Society, Thousand Oaks 1997.

  18. Ebd., Die McDonaldisierung . . ., S. 124.

  19. Neil Postman, Wir amüsieren uns zu Tode. Kritische Bemerkungen über das kommerzielle Fernsehen, in: Michael Kunzcik/Uwe Weber (Hrsg.), Fernsehen. Aspekte eines Mediums, Köln - Wien - Böhlau 1990, S. 229-239, hier S. 235.

  20. Vgl. Hertha Sturm, Die grandiosen Irrtümer des Neil Postman - Fernsehen wirkt anders, in: ebd., S. 240-262, hier S. 245 f.

  21. Ebd., S. 248.

  22. Eine Flut von Comedyformaten belegt dies. Als Beispiele seien lediglich erwähnt "Die Wochenshow" und "Voll witzig" in SAT 1, "Sieben Tage, Sieben Köpfe" und "Veronas Welt" bei RTL, "TV total" auf PRO 7 oder "Olli, Tiere, Sensationen" mit Olli Dietrich demnächst im ZDF. Daneben etablieren sich zunehmend sogenannte Comicals im Rundfunk, wobei den Sendern "SWR 3" ("Taxi Sharia") und "FFN" ("Frühstyxradio") eine Vorreiterrolle zukommt.

  23. Udo Göttlich/Jörg-Uwe Nieland, Kult, Markt, Image - Perspektiven des Fernsehwandels, unveröff. Vortragsmanuskript, Universität Duisburg, 1999, S. 10.

  24. Ingo Appelt, Hinrichtung im Stadion, aus der CD: Feuchte Seite, Köln 1998.

  25. Alexander Schuller, Warum Menschen über Dianas Tod Witze machen, in: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 30. November 1997.

  26. Ebd.

  27. Leon Wurmser, Die Maske der Scham, Berlin 1990, zitiert nach: Stefanie Ernst, Schamlose Gesellschaft, in: Georg Kneer u. a. (Hrsg.), Soziologische Gesellschaftsbegriffe, München 1997, S. 51-75, hier S. 54.

  28. Stefanie Ernst, Schamlose Gesellschaft, in: ebd., S. 72.

  29. Kurt Tucholsky, Politische Satire, in: ders., Politische Texte, Reinbek 1987, S. 84-86, hier S. 84.

  30. P. Knorr (Anm. 3) S. 26.

  31. Vgl. Dietrich Leder, Paradigmenwechsel. Von Hildebrandt zu Harald Schmidt, in: Medium: Zeitschrift für Hörfunk, Fernsehen, Film, Bild, Ton, Sonderheft, 24 (1994), S. 36-39, hier S. 36 f.

  32. Kendall L. Baker/Russel Dalton/Kai Hildebrandt, Germany Transformed: Political Culture and the New Politics. Cambridge, Mass., 1981, S. 172.

  33. Gerhard Schulze, Die Erlebnisgesellschaft. Kultursoziologie der Gegenwart. Frankfurt am Main 1992², S. 59. Anmerkung der Redaktion: Siehe hierzu auch den Beitrag von Thomas Müller-Schneider in diesem Heft.

  34. Vgl. Anthony Giddens, Modernity and Self-Identity. Self and Society in the Late Modern Age, Cambridge 1991.

  35. Andreas Dörner, Politik im Unterhaltungsformat. Zur Inszenierung des Politischen in den Bildwelten von Film und Fernsehen, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 41/99, S. 17-25, hier S. 18.

  36. Tony Hendra, The Tonight Show. . . and Other Political Platforms, in: Harry N. Abrams, Stand Up Comedians On Television, New York 1996, S. 92-99, hier S. 98.

  37. Vgl. Siegfried Frey, Die Macht des Bildes. Der Einfluss der nonverbalen Kommunikation auf Kultur und Politik, Bern 2000.

  38. Zu diesem Ergebnis kommt auch die jüngste Studie "Talkshows im Alltag von Jugendlichen", der neben den Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) vor allem intensive Befragungen von 777 12- bis 17-Jährigen zugrunde lagen. Bei Mädchen aus schwierigen Familienverhältnissen führten Talkshows zur Stärkung des Selbstbewusstseins, kommen doch darin ihre eigenen Nöte und Ängste zum Ausdruck. Vgl. Rheinische Post vom 18. Juni 1999, aber auch Jürgen Berthelmes und Ekkehard Sander: Medien in Familie und Peer-group. Vom Nutzen der Medien für 13- bis 14-Jährige, München 1997.

  39. Vgl. Horst W. Opaschowski, Generation @ - Die Medienrevolution entlässt ihre Kinder, Hamburg 1999; Anmerkung der Redaktion: Siehe auch den Beitrag von Horst W. Opaschowski in diesem Heft.

  40. Vgl. Hermann Strasser, Das Jahr 2000 findet nicht statt, in: Der Rotarier, (1999) 10, S. 27.

  41. R. D. Precht (Anm. 2).

  42. Bodo Land, Immun gegen die Quote, in: Die Welt vom 8. Juli 1996. Neueste Zahlen scheinen dies zu bestätigen: Seit dem 14. Oktober 1999 tritt Johannes B. Kerner mit seiner Show jeweils donnerstags in den direkten Wettstreit zu Schmidt. Während Kerner bei den Gesamtzuschauerzahlen 1999 vorn lag (14,1 zu 11,6 Prozent Marktanteil), erreicht der ZDF-Mann bei den 14- bis 49-Jährigen lediglich 6,9, Schmidt dagegen 14,1 Prozent. Vgl. TV Spielfilm, Nr. 3, 29. 1. 2000, S. 36.

  43. Vgl. G. Schulze (Anm. 33), S. 277 ff.

  44. Vgl. Heidemarie Fuhrmann, Was macht eigentlich Walter Giller?, in: Stern, Nr. 2/2000, S. 146.

  45. Michael Berger, TV: total verblödet, in: Die Woche vom 30. Januar 1998, S. 38.

  46. Lukas Koch, Humor und Homer, in: ebd., S. 39.

  47. Hans-H. Kotte, Harald Schmidt. Das Portrait, in: Die Tageszeitung (taz) vom 17. Juni 1996.

  48. Broschüre der Gesellschaft für deutsche Sprache 1996 zitiert nach: Hans-Dietrich Fischer/Matthias Fley, Fernsehauszeichnungen in Deutschland, Frankfurt am Main 1998, S. 239.

  49. L. Koch (Anm. 46).

  50. Gertrud Koch, Am Tresen der Absurdität, in: Die Zeit vom 23. Oktober 1997.

  51. Vgl. u. a. Harald Schmidt reißt antipolnische Witze, in: Süddeutsche Zeitung vom 16. Februar 1996.

  52. Interview mit Harald Schmidt in: Focus, Nr. 35 vom 25. August 1997, S. 52-56, hier S. 53.

  53. Herbert Feuerstein, Geht Harald Schmidt zu weit?, in: Bunte, Nr. 28 vom 2. Juli 1998, S. 92-93, hier S. 93.

  54. Rolf Arnold Müller, Komik und Satire, Zürich 1973, S. 77.

  55. Oliver Kalkofe, Lachen nach Zahlen, in: agenda (Anm. 3), S. 29.

  56. H. Klein (Anm. 8), S. 15.

  57. Interview mit Harald Schmidt und Thomas Gottschalk, in: Stern, Nr. 8 vom 18. Februar 1999, S. 46-58, hier S. 52.

  58. Interview in "VIP" auf NBC Europe am 18. November 1998, Harald Schmidt im Gespräch mit Catrina Skepper.

  59. Focus-Interview (Anm. 52), S. 53.

  60. F. Kotteder (Anm. 5).

  61. R. D. Precht (Anm. 2).

  62. Norbert Bolz, Die Konformisten des Andersseins. Ende der Kritik, München 1999, S. 159.

  63. Ebd., S. 160.

  64. Matthias Belz, Paradigmenwechsel, in: agenda (Anm. 3), S. 30-33, hier S. 32 f.

  65. H.-U. Jörges (Anm. 1).

  66. Niklas Luhmann, Die Realität der Massenmedien, Opladen 1996², S. 9.

  67. G. Koch (Anm. 50).

  68. TV Hören und Sehen, Nr. 14 vom 1. April 1999: Interview mit Dieter Hildebrandt, S. 18-19, hier S. 18.

Dr.rer.oec., Ph.D., geb.1941; Lehrstuhlinhaber für Soziologie des Akademischen Zentrums für Studium und Beruf an der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg.

Anschrift: Gerhard-Mercator-Universität - Gesamthochschule Duisburg, Soziologie, FB 1, Postfach 101503, 47048 Duisburg.
E-Mail: strasser@uni-duisburg.de

Veröffentlichungen u.a.: (Hrsg. zus. mit G. Klein) Schwer vermittelbar: Zur Theorie und Empirie der Langzeitarbeitslosigkeit, Opladen 1997; (zus. mit H. Kerbo) Modern Germany, New York 2000.

Journalist

Veröffentlichungen: Die Macht der Bilder: Gewalt im Umfeld des Fußballs – ein mediales Konstrukt?, in: Süddeutsche Zeitung; 7. Juni 2000; Elite oder Fußvolk? Call-Center werden zur Jobmaschine, in: Die Zeit 25/2001.