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Kleine Geschichte des Konservatismus in Deutschland | Konservatismus | bpb.de

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Kleine Geschichte des Konservatismus in Deutschland

Martina Steber

/ 20 Minuten zu lesen

Die Geschichte des Konservatismus in Deutschland ist auch eine Geschichte des Widerstreits zwischen gemäßigten und radikalen Traditionen. Dass sich Letztere neuerdings wieder lautstark bemerkbar machen, ist weder sonderlich überraschend noch alternativlos.

Als politische Ideologie und politische Strömung prägte der Konservatismus die transatlantische Moderne seit dem 18. Jahrhundert. Dabei wurde er oft als Chamäleon beschrieben – wie das Schuppenkriechtier durch Flexibilität im Körperbau und das Vermögen, seine Farbe zu wechseln, in immer neuer Gestalt erscheine, den Beobachter verwirre und alle Versuche der Festlegung unterlaufe, so entziehe sich der Konservatismus der analytischen Beschreibung. Doch wenn sich der Konservatismus tatsächlich durch seine Veränderlichkeit auszeichnet, kann er dann überhaupt als zusammenhängendes historisches Phänomen begriffen werden? Haben konservative Bewegungen des frühen 19. Jahrhunderts, die in konstitutionell kaum gebundener Monarchie und Romantik ihr Heil fanden, etwas gemein mit dem bundesrepublikanischen Liberalkonservatismus nach 1968, der einen linken Umsturz fürchtete und sich der Bewahrung der Demokratie des Grundgesetzes verschrieb?

Die Geschichtswissenschaft rechnet mit der Wandelbarkeit des Konservatismus und versteht ihn als plurales, mitunter diffuses Phänomen der europäischen Moderne. Sie geht von einem breiten Spektrum von Konservatismen aus, die sich intellektuell, parteipolitisch, kulturell und sozial in jeweils unterschiedlicher Gestalt manifestierten. Dabei treten deutsche Besonderheiten vor allem im Vergleich mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten hervor, in denen der Konservatismus sowohl als politische Ideologie als auch als parteipolitisch manifeste Strömung seit dem späten 18. Jahrhundert fest etabliert ist. Im Vergleich zu der kontinuierlichen Entwicklung dort ist der deutsche Konservatismus durch starke Brüche gezeichnet. Die gescheiterte Revolution 1848/49, die Nationalstaatsbildung 1871, die demokratische Revolution 1918/19, die nationalsozialistische Machtusurpation 1933, die totale Kriegsniederlage 1945 mit deutscher Teilung und die deutsche Einheit 1989/90 zwangen Konservative dazu, sich in diversen politischen Systemen jeweils neu zu positionieren, sich mit grundstürzendem Wandel auseinanderzusetzen und Kontinuität in Situationen zu konstruieren, in denen alte Werte als obsolet galten. Auch der deutsche Föderalismus prägte sich dem deutschen Konservatismus ein und wirkt bis in die Gegenwart fort: Die konservative Pluralität rührte zu einem Gutteil aus den föderal verstärkten konfessionellen, sozialen, ökonomischen und parteipolitischen Bruchlinien, die seit 1871 den Nationalstaat ausmachten.

Besonderen Einfluss auf die Konservatismusforschung hat die These vom deutschen Sonderweg in die Moderne genommen, die bis an die Jahrtausendwende die Geschichtsschreibung bestimmte. Sie ging davon aus, dass im Vergleich mit den „alten“ Demokratien Westeuropas und den USA das deutsche Demokratiedefizit und insbesondere die Ermöglichung von NS-Regime und Holocaust durch die intransigente Haltung der alten, konservativen, vornehmlich preußischen Eliten aus Adel, Militär und Bürokratie gegenüber einer Demokratisierung des politischen Systems sowie gegenüber der kulturellen Moderne per se zu erklären sei. Aus dieser Perspektive waren Konservatismus und extreme Rechte seit spätestens dem deutschen Kaiserreich wesensgleich. Tatsächlich war die radikalnationalistische Radikalisierung des preußischen Konservatismus seit den 1890er Jahren eine bedeutende Weichenstellung, doch sind die modernisierungstheoretischen Vorannahmen der Sonderwegshistoriografie und ihr schematisches Geschichtsverständnis längst ad acta gelegt. Ihre Zuspitzung auf den preußischen Radikalkonservatismus schlägt sich jedoch bis in die Gegenwart in der Forschung nieder – über die moderaten Konservatismen im 19. Jahrhundert ist wenig bekannt. Das Ringen zwischen radikalen und gemäßigten Konservatismen durchzog indes die deutsche Geschichte in der Moderne.

Kritik an der Aufklärung im Lichte der Aufklärung

Die Geschichte des Konservatismus setzte mit der aufklärerischen Kritik an der Aufklärung ein – diese paradoxe Konstellation charakterisiert den modernen Konservatismus bis heute. Justus Möser (1720–1794) und Albrecht von Haller (1708–1777) etwa kritisierten die intellektuelle Aufklärung ebenso wie den aufgeklärten Absolutismus der Fürsten. Die Französische Revolution bündelte die vielstimmige Aufklärungskritik und gab ihr eine gemeinsame Richtung. Sie wurde zum Kristallisationsmoment konservativen Denkens, das sich als antirevolutionäres Projekt gegen „1789“ konstituierte und ein heterogenes Gegenprogramm zu liberalen Weltentwürfen entwickelte. Es kreiste um die Infragestellung der rationalen Erfassung und Ordnung der Welt, richtete sich gegen Volkssouveränität und geschriebene Verfassungen, gegen den Kapitalismus und die Auflösung tradierter sozialer Ordnungen, gegen Emanzipation und individuelle Freiheit, gegen die Zerstörung des Hergebrachten und das Denken mit Utopien.

Der nachrevolutionäre Konservatismus war eine eng vernetzte westeuropäische Bewegung von Intellektuellen und politisch Verantwortlichen. Die von Revolution und Krieg über ein Vierteljahrhundert hinweg gepeinigten Gesellschaften bildeten einen fruchtbaren Resonanzboden für die konservativen Versprechungen von Stabilität, Ordnung und Kontinuität. Nach und nach wurde dieses Denken als „konservativ“ bezeichnet – seit Ende des 18. Jahrhunderts wurde das englische „conservative“ zum Referenzpunkt, 1818 begründete François-René de Chateaubriand in Frankreich die Zeitschrift „Le Conservateur“, und seit den 1830er Jahren setzte sich der Begriff „konservativ“ im politischen Diskurs durch. Hauptsächlich zwei Fragen trieben die europäischen Konservativen des frühen 19. Jahrhunderts um: Wie konnten Monarchie und Konstitutionalismus verbunden werden, ohne die Absolutheitsansprüche der Monarchie zu gefährden? Und in welcher Weise war eine Gesellschaftsordnung realisierbar, die auf organischer Entwicklung, Hierarchie und tradierten Ordnungen basierte, ohne die vorrevolutionäre Ständegesellschaft wiederherzustellen?

Vier konservative Positionen lassen sich in dieser Phase idealtypisch unterscheiden: eine gegenrevolutionäre, genuin reaktionäre, die etwa mit Joseph de Maistre (1753–1821) oder Juan Donoso Cortés (1809–1853) verbunden ist und die von der sündhaften Natur des Menschen ausging, die ausschließlich in strikt autoritären Herrschaftssystemen und hierarchischen Institutionen wie der katholischen Kirche eingehegt werden könne; eine nachrevolutionäre Position, die Elemente des aufklärerischen Impulses aufnahm und sie mit einem auf Kontinuität und Tradition setzenden Denken amalgamierte. In Großbritannien wurde sie von Edmund Burke (1729–1797) repräsentiert, in Frankreich kristallisierte sie sich politisch im konservativen Liberalismus der Julimonarchie heraus; im deutschsprachigen Raum ist sie mit dem Wirken von Friedrich von Gentz (1764–1832) verbunden. Eine dritte Position bildete sich in der politischen Romantik aus. Schriftsteller, Philosophen und Wissenschaftler wie Adam Müller (1779–1829), Friedrich Schlegel (1772–1829) oder Joseph Görres (1776–1848) profilierten eine antirationalistische Interpretation von Staat und Gesellschaft, die auf organischem, mystischem und historischem Denken gründete. Der konstatierten Zerrissenheit ihrer Gegenwart setzten sie die Utopie von vorgeblicher Einheit und Harmonie in der vormodernen christlichen Ständegesellschaft entgegen. In einer vierten Position schließlich verdichtete sich der konstitutionelle Diskurs. Von herausgehobener Bedeutung war die Staatstheorie Friedrich Julius Stahls (1802–1861) in Preußen, die nach der Revolution 1848/49 das Verfassungs- und Repräsentationsprinzip in das konservative Staatsdenken integrierte und damit die Vorstellung einer durch den christlichen Gott legitimierten monarchischen Ordnung für liberale Theorien anschlussfähig machte.

Zwischen Deutschem Bund und Bismarckreich

Die Entwicklung des Konservatismus im deutschsprachigen Europa wurde entscheidend von der Vielgestaltigkeit der politischen Landkarte geprägt. Während nach 1815 in vielen Klein- und Mittelstaaten konstitutionelle und parlamentarische Ordnungen etabliert wurden, blieb dies in Preußen aus. Dort waren die Vertreter einer konservativen Haltung eng an Monarchie und Staatsbürokratie gebunden, dachten und argumentierten in engen antikonstitutionellen und antiliberalen Bahnen – so etwa ein einflussreicher Kreis um den preußischen Kronprinzen, den späteren Friedrich Wilhelm IV., der sich im Berlin der 1830er Jahre mit den Brüdern Ernst Ludwig und Leopold von Gerlach gebildet hatte. Letztere sollten über Jahrzehnte den preußischen „Hochkonservatismus“ in enger Bindung an die Hohenzollerndynastie bestimmen. Er war durch und durch orthodox protestantisch, altständisch, antikapitalistisch, ostelbisch und adelig und beruhte auf einer entsprechenden Interessenkoalition. In den konstitutionellen Staaten des Dritten Deutschland hingegen entwickelten sich politische Konservatismen, die, auch durch den Katholizismus geformt, liberalem Denken offener gegenüberstanden.

Die bürgerliche Revolution der Jahre 1848/49 zwang die Konservativen zur organisierten Vertretung ihrer Interessen, zur Schärfung ihrer Positionen und zur Auseinandersetzung mit den politischen Gegnern. Die parlamentarische Fraktionsbildung in der Paulskirche schloss an bestehende Netzwerke an, vor allem stand sie in Kontinuität zur losen Gruppenbildung im 1847 unter Druck einberufenen Vereinigten Landtag in Preußen, in dem sich „conservativ“ als Bezeichnung für die Unterstützer des Hofes etabliert hatte. Die Spannweite des konservativen Spektrums reichte seinerzeit von reaktionären bis zu konstitutionellen Ansätzen. Mit der „Neuen Preußischen Zeitung“ („Kreuzzeitung“) schuf sich der preußische Konservatismus 1848 seine zentrale publizistische Plattform. Seine inneren Differenzen wirkten auch nach dem Scheitern der Revolution fort und manifestierten sich in zwei Lagern: einem reaktionären – vertreten in der „Kreuzzeitung“ – und einem reformorientierten, das sich publizistisch im „Preußischen Wochenblatt zur Besprechung politischer Tagesfragen“ (1851–1861) konstituierte.

Zunehmend rückte die nationale Frage ins Zentrum der Politik. Die auf militärische Macht bauende und auf preußische Dominanz in einem Deutschland ohne Österreich („kleindeutsche Lösung“) zielende Politik Otto von Bismarcks forderte die Konservativen heraus, die sich bis dahin als überzeugte Gegner der liberalen Nationalbewegung positioniert hatten. Die Spaltung des Liberalismus nach 1864/66 und der Einflussgewinn der neu begründeten Nationalliberalen Partei, die bereit war, das Ziel bürgerlicher Freiheit der Schaffung nationaler Einheit unterzuordnen, führten zu einer Rekalibrierung im konservativen Spektrum: 1867 wurde die Freikonservative Partei (später Reichs- und Freikonservative Partei) gegründet, die den Kurs Bismarcks zuverlässig stützte und ihre soziale Basis in den westpreußischen Provinzen und in Schlesien hatte. Bis zum Ende des Kaiserreichs vertrat sie einen gouvernementalen, moderaten Konservatismus.

In Opposition zu ihr stand die „Mehrheitspartei“ der ostelbischen Junker. Durch die Reichseinigung 1871 geriet sie in die völlige politische Isolation, aus der sie sich mit einer programmatischen Wende befreite, die 1876 in die Gründung der Deutsch-Konservativen Partei (DKP) mündete. Die DKP erkannte die nationalen und konstitutionellen Realitäten an und formulierte ein Programm für das Reich, nicht nur für Preußen. Die Stoßrichtung, die protestantisch codiert unter dem „Banner christlicher Sittlichkeit“ daherkam, war gleichermaßen antiliberal wie antisozialistisch. Ihre Wählerbasis blieb altpreußisch, die Partei repräsentierte den grundbesitzenden Adel. Die DKP stützte mehrheitlich den konservativ gewendeten Kurs Bismarcks, wobei die seit 1881 unter dem Dach der Partei agierende Christlich-Soziale Partei des protestantischen Hofpredigers Adolf Stoecker (1835–1909) dagegen opponierte. Letztere entfaltete einen populistischen Sozialkonservatismus, der antikapitalistisch argumentierte, auf den Mittelstand zielte und antisemitisch war.

Nicht nur der Föderalismus prägte den deutschen Konservatismus, sondern auch die konfessionelle Dualität zwischen Katholizismus und Protestantismus. Hinzu kam, dass der Liberalismus eine antikatholische Note hatte, die durch den katholischen Ultramontanismus verstärkt wurde. Im „Kulturkampf“, dem harten Vorgehen des Reichs und der Einzelstaaten gegen die katholische Kirche zwischen 1871 und 1878 unter der Führung Bismarcks und der Nationalliberalen, eskalierten die Auseinandersetzungen. Das Parteiensystem hatte sich ohnehin bereits entlang konfessioneller Linien formiert. Seit den 1830er Jahren war ein sozial und kulturell abgestütztes katholisches Milieu entstanden, hatten sich Katholiken gesellschaftlich autonom organisiert – im Rheinland in Opposition zum gouvernementalen preußischen Protestantismus, in Bayern zu den liberalen Ministerien. Spätestens nach 1866 nahm der politisch organisierte Katholizismus deutlich antiliberale Züge an, sowohl hinsichtlich der nationalen Frage als auch in Bezug auf die Verfasstheit von Staat und Gesellschaft. Neben der großdeutschen Präferenz profilierte der politische Katholizismus einerseits konservative Vorstellungen gesellschaftlicher Ordnung und monarchischer Herrschaft, andererseits trat er für den Konstitutionalismus ein, der allein die Autonomie der katholischen Kirche und eine angemessene Vertretung katholischer Interessen zu garantieren schien.

1870 flossen die vielfältigen politischen Bestrebungen in der Zentrumspartei zusammen, die sich der Vertretung katholischer Interessen verschrieb und politisch so divers war wie der sozial, regional und kulturell heterogene Katholizismus selbst. Während im protestantischen Konservatismus Preußens die soziale Frage nur eine Nebenrolle spielte, hatte sich im Katholizismus eine einflussreiche Sozialbewegung herausgebildet, die mit konservativ-paternalistischen Konzepten für die Anliegen der in Not und Elend lebenden Arbeiterschaft der expandierenden Industriegesellschaft eintrat. Die politische Bandbreite des im Zentrum vertretenen politischen Katholizismus reichte von demokratischen bis hin zu konservativen Stimmen; die Ideenlandschaft, aus der er schöpfte, war exklusiv katholisch und dem päpstlichen Lehramt verpflichtet. Zum einen waren katholisch-konservative Positionen also in der Politik präsent, war ein konservativer Flügel im Zentrum identifizierbar; zum anderen entwickelten sich abseits des dominierenden preußischen Milieus alternative, grundlegend konstitutionelle Konservatismen, die föderale Nationsvorstellungen pflegten, die soziale Frage integrierten und auf adelig-bürgerliche Kooperation setzten. Nach dem Ende des Kulturkampfs wurde der politische Katholizismus immer stärker in das politische System des Kaiserreichs eingebunden, er wurde zu einer seiner Stützen.

Radikalisierung des preußischen Konservatismus

Im Zuge der tektonischen Verschiebungen in der politischen Kultur des nun wilhelminischen Kaiserreichs seit den 1890er Jahren radikalisierte sich der preußische Konservatismus zusehends. Urbanisierung, Industrialisierung und Technisierung hatten die Gesellschaft enorm verändert, die Ubiquität der Wissenschaften hatte neue Weltdeutungen ermöglicht, der Globalisierungsschub Märkte geöffnet und imperiale Überlegenheitsnarrative popularisiert. Das allgemeine und direkte Männerwahlrecht zum Reichstag hatte einen politischen Massenmarkt geschaffen, Partizipationsforderungen dynamisiert und die Politisierung breiter Bevölkerungskreise vorangetrieben. Viele Konservative reagierten mit Unbehagen auf diese gewaltigen Umbrüche, ergingen sich in Kulturkritik und Verfallsnarrativen und pflegten einen prononcierten Antisozialismus, der in der staatlichen Verfolgung der Sozialdemokratie zwischen 1878 und 1890 einen ersten Höhepunkt erreichte. Konservatives Denken integrierte völkische, antisemitische, agrarromantische, auf Rasse und Biologie rekurrierende Deutungen des Sozialen, die sich durch die Schriften Paul de Lagardes (1827–1891), Julius Langbehns (1851–1907) oder Houston Stewart Chamberlains (1855–1927) sowie die Rezeption der Werke von Richard Wagner, Friedrich Nietzsche oder Arthur de Gobineau in der bürgerlichen Welt verbreitet hatten.

Die Parteien und ihre sozialexklusiven Eliten wurden an der Jahrhundertwende mit Partizipationsforderungen konfrontiert, die durch populistische Bewegungen fundiert waren. So erging es auch der Deutsch-Konservativen Partei, deren gouvernementaler Kurs 1892/93 über keinerlei Legitimation mehr verfügte. Die grundsätzliche Neuorientierung wurde entscheidend von dem 1893 gegründeten Bund der Landwirte beeinflusst, der in der Agrarkrise unter Führung von Großgrundbesitzern mittels Massenmobilisierung und populistischem Protest die agrarischen Interessen lautstark zu Gehör brachte und seine Plattform auf Antisemitismus und Antisozialismus gründete. Die DKP wurde zur Partei des Landes und des landwirtschaftlichen Interesses und integrierte zunehmend das zu jener Zeit neue völkische und radikalnationalistische Denken. 1909 wandte sie sich endgültig von der Regierung ab, stürzte den Reichskanzler und isolierte sich damit selbst. Die Partei ging schließlich eine Koalition mit dem Alldeutschen Verband ein, dem politischen Zentrum des Radikalnationalismus, der Antisemiten, extreme Antisozialisten, Imperialisten und Völkische in sich vereinte. Aus den preußischen Konservativen waren rechte Radikalnationalisten geworden.

Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Juli 1914 fügten sich die Konservativen zunächst in die nationale Einheitsfront des Burgfriedens ein. Zahlreiche Anknüpfungspunkte bot die intellektuelle Fundierung des Krieges durch die „Ideen von 1914“. Sie wurden von bekannten Intellektuellen in Opposition zu den „westlichen“ Überzeugungen der Französischen Revolution formuliert und gerieten zum Schaukasten eines angeblich der deutschen Nation charakterlich eingeschriebenen Antiliberalismus, Autoritarismus und kulturellen Elitismus. Die politischen Spannungen im konservativen und rechten Lager brachen indes bereits 1916 wieder auf. Die Bruchlinien verliefen einerseits um die Frage der Kriegsziele, andererseits um die potenzielle Parlamentarisierung des Reiches. 1917 formierte sich der antisemitische, alldeutsch-nationalistische Flügel in der Deutschen Vaterlandspartei, die vehement gegen einen Verständigungsfrieden und die vorsichtige Demokratisierung des politischen Systems eintrat und stattdessen Annexionen und eine autoritäre Staatsform forderte. Gemäßigt-konservative Kräfte fanden sich im linken Flügel der Nationalliberalen, vor allem aber im politischen Katholizismus. Sie stützten die Regierung und suchten in Kooperation mit Linksliberalen und Sozialdemokraten im sogenannten Interfraktionellen Ausschuss im Reichstag nach Möglichkeiten der Parlamentarisierung sowie eines Friedensschlusses unter Wahrung der monarchischen Reichsverfassung.

Weimarer Republik und Nationalsozialismus

Die Revolution vom November 1918, genauso wie ihre Radikalisierung im Frühjahr 1919, prägte sich dem deutschen Konservatismus tief ein. Der Sturz der deutschen Monarchien, der Aufstand der perhorreszierten „Massen“, die drohende sozialistische Umgestaltung von Staat und Gesellschaft und die Gewalteskalation 1919 schockierten – sie rissen die Fundamente der staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung weg, die als gut und gerecht galten und konservative Interessen geschützt hatten. Der zweite Schock war der Versailler Vertrag, der mit der Zuweisung der Alleinschuld, den Reparationsverpflichtungen und den Gebietsverlusten als nationale Demütigung empfunden wurde. Verwoben zur Verschwörungserzählung der Dolchstoßlegende wurden sozialistische Revolution und Versailler Vertrag, unterschrieben von den republiktragenden Kräften, zur Mobilisierungsplattform der extremen Rechten gegen die neu begründete Republik, die weit ins konservative Spektrum hineinreichte.

Die Strukturmerkmale des wilhelminischen Konservatismus perpetuierten sich in die Weimarer Republik: die Schwäche des gemäßigten Konservatismus; die konfessionelle Spaltung des Parteiensystems; die Kohäsionskraft von Antiliberalismus und Antisozialismus; der Radikalnationalismus als Identitätskern, der aus völkischem und konservativem Denken eine neuartige radikal-rechte Ideologiemischung entstehen ließ, die in letzter Konsequenz Abschied von den Grundfesten des Konservatismus nahm. Kontinuitäts- und Gleichgewichtsdenken wurden aufgegeben zugunsten eines radikalen Dezisionismus sowie der Vorstellung, dass ein revolutionärer Bruch nötig sei, weil nichts mehr da sei, das zu bewahren sich lohne. Ein republikstützender Konservatismus hatte so keine Chance, sich zu einer übergreifenden politischen Kraft zu entwickeln. Dafür währte die erste deutsche Demokratie zu kurz, war die Republik mit zu großen sozialen und ökonomischen Problemen konfrontiert, die politische Kultur zu fragmentiert und die extreme Rechte zu stark – sowie für einen nach rechts offenen Konservatismus zu attraktiv.

Zur Sammlungspartei des rechten, republikfeindlichen Konservatismus wurde die Deutschnationale Volkspartei (DNVP), gegründet im November 1918 in bewusster Abgrenzung zu DKP und Freikonservativen. Auf den Begriff „konservativ“ verzichtete die Gründungsgruppe bewusst: Er klang zu sehr nach Kriegstreiberei, Annexionsfantasien und Antiparlamentarismus. Die Partei hatte nach wie vor ihren Schwerpunkt in Ostelbien, verfügte aber zugleich über eine weite Repräsentanz im gesamten Reichsgebiet, vor allem in ländlichen Räumen. Auch ihr Sozialprofil weitete sich im Vergleich zum parteigebundenen Vorkriegskonservatismus: In der DNVP sammelten sich zwar weiterhin Großagrarier und Schwerindustrielle, mehrheitlich aber der protestantische Mittelstand aus Bürgertum, Geistlichkeit und Militär. Ihr soziales Milieu wurde durch paramilitärische Organisationen wie „Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten“, Interessenverbände wie den „Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verband“, Schützen- oder Turnvereine, Studentenverbindungen und die protestantische Kirche organisiert. Die Partei mobilisierte durch völkischen Nationalismus, Antisemitismus, Antiliberalismus und Sozialpopulismus. Ihr Ziel war die Zerstörung der Republik und, zumal seit 1928, die Errichtung einer autoritären Diktatur.

Gemäßigt konservative Positionen, die zwar in Skepsis gegenüber der Republik verharrten, aber doch einen Vernunftrepublikanismus pflegten, auf innenpolitische Reformen und außenpolitische Revisionen setzten, waren in der Deutschen Volkspartei (DVP) sowie in der Zentrumspartei beziehungsweise der Bayerischen Volkspartei (BVP) zu finden. Erstere hatte sich aus der Nationalliberalen Partei entwickelt, war nationalistisch, elitär und monarchistisch eingestellt und fand unter Gustav Stresemann zu einer vernunftrepublikanischen Haltung. Auch wenn der Katholizismus zu den Stützen der Republik gehörte, existierten breite Strömungen, die der Demokratie mit Misstrauen begegneten. Das galt weniger für das Zentrum als für die BVP, die in den ersten Jahren der Republik zu einem Sammelbecken für die extreme Rechte geworden war und nicht zuletzt der NSDAP in Bayern das Feld bereitete. Nach dem misslungenen Putschversuch durch Adolf Hitler und Erich Ludendorff vom November 1923 entwickelten sich jedoch auch im BVP-Umfeld konservative, systemloyale Positionen. Ein moderater, demokratisch orientierter Konservatismus begann sich in der Weimarer Republik mithin zaghaft auszubilden, wurde indes in der Krisenphase seit dem Ende der 1920er Jahre ins politische Abseits gedrängt.

Dagegen erdachten die Theoretiker der „neuen Rechten“ in der brodelnden intellektuellen Landschaft der Weimarer Republik radikale Varianten eines Konservatismus, die sich von den Grundsätzen konservativen Denkens so weit entfernten, dass sie mit „konservativ“ kaum mehr bezeichnet werden konnten. Für die neue Zeit, in der sich die Intellektuellen wähnten, sei ein völlig neuer Konservatismus vonnöten, dessen Kern im völkischen Nationalismus liege und sich auf die revolutionäre Neuschaffung dessen konzentrieren müsse, was es dann erst zu bewahren gelte. Ende der 1920er Jahre brachte die Aporie der „konservativen Revolution“ dieses Denken auf den Begriff. Der antirevolutionäre Impuls des Konservatismus wurde in sein Gegenteil verkehrt. Der Weimarer Rechtsintellektualismus, der sich in einem Geflecht aus Zeitschriften, exklusiven Zirkeln und Herrenclubs organisierte, theoretisierte zentrale Denkfiguren, die bis in die Gegenwart die radikal-rechte Ideologie prägen, wie etwa den „totalen Staat“ (Ernst Forsthoff), Antiparlamentarismus, Dezisionismus und illiberale Demokratie (Carl Schmitt), soldatische Männlichkeit und „totale Mobilmachung“ (Ernst Jünger), „deutschen Sozialismus“ und „preußischen Stil“ (Oswald Spengler) oder die Antithese von „Deutschland“ und dem „Westen“ (Arthur Moeller van den Bruck). In diesen Kreisen wurde vieles vorgedacht, was schließlich im NS-Regime realisiert wurde. In der dezisionistischen Konkurrenz, die dem Nationalsozialismus endemisch war, verlor allerdings so mancher rechtsintellektuelle Theoretiker an Relevanz und zog sich enttäuscht zurück – oder geriet in die 1933/34 heftig geführten Auseinandersetzungen innerhalb des rechtsextremen Lagers und bezahlte, wie etwa Edgar Julius Jung, mit seinem Leben.

Mit der NSDAP war eine populistische, rechtsextreme Volkspartei entstanden, die über eine gewaltbereite Massenbasis verfügte und sich durch einen neuen, aktivistischen Politikstil auszeichnete. Die autoritäre Überformung der Weimarer Verfassung in den Präsidialkabinetten beförderte den Schub nach rechts und führte zur parteipolitischen Zersplitterung. Die konservativen Eliten glaubten indes, durch die Einbindung der NSDAP sich deren Mobilisierungskraft nutzbar machen und sie überhaupt zähmen zu können. Das Gegenteil war bekanntlich der Fall: Der NSDAP wurde mit der Einsetzung Adolf Hitlers als Reichskanzler am 30. Januar 1933 die Macht übertragen, die diese in genau jenem revolutionären Gestus, der von der intellektuellen Rechten propagiert worden war, für sich zu nutzen wusste. Ein völkischer, radikaler Konservatismus hatte die Nationalsozialisten aufs Schild gehoben, die Kooperation aus alten preußischen und neuen nationalsozialistischen Eliten wurde am 21. März 1933, dem so titulierten „Tag von Potsdam“, besiegelt.

Im NS-Regime fand so mancher vormalige Konservative als Nationalsozialist seinen Platz; andere zogen sich ins Private zurück; wieder andere suchten Distanz in der Verteidigung konservativer Enklaven, besonders in der protestantischen Kirche. Sehr wenige entschlossen sich zum Widerstand. Mit dem gescheiterten Attentat des 20. Juli 1944 wurden aus Militär, Adel und Bürgertum konservative, preußische Traditionen aufgerufen, die aus Nationalismus, Protestantismus und Elitismus schöpften, weder liberal noch demokratisch waren, und sich doch dem Nationalsozialismus verweigerten.

Uneindeutigkeiten und Begriffskämpfe nach 1945

Nach dem Untergang des NS-Regimes war der Konservatismus angesichts von Kriegsniederlage und Massenverbrechen in den Augen vieler demokratischer Kräfte diskreditiert. Konservative hatten gegen die Republik agitiert, die erste deutsche Demokratie unterminiert und die Nationalsozialisten an die Macht gebracht. Für den demokratischen Neubeginn in den Westzonen des besetzten und geteilten Deutschlands schienen sie jedenfalls nicht zu taugen. Dabei wurde Konservatismus ausschließlich mit seiner radikalen Variante, mit seiner rechtsextremen Überformung assoziiert, die seit der Jahrhundertwende die deutsche Politik dominiert hatte. Als „konservativ“ wollten sich folglich nur wenige verstanden wissen, die sich nach 1945 in den neugegründeten christdemokratischen Parteien für den demokratischen Neuanfang engagierten. Das lag auch daran, dass die zunächst in CDU und CSU bestimmenden Männer und Frauen aus dem politischen Katholizismus kamen und „konservativ“ vorrangig mit dem kulturkämpferischen Protestantismus sowie autoritären, gegen den sozialen Rechtsstaat gerichteten sozialelitären Interessen verbanden. Allein die Deutsche Partei, die Anfang der 1960er Jahre von der CDU aufgesogen wurde, verstand sich als konservative Partei.

Ansonsten beanspruchte zunächst nur der Rechtsintellektualismus, der sich nach 1945 rasch wieder formierte, den Konservatismusbegriff für sich. Das änderte sich erst, als Intellektuelle, Publizisten und auch Unionspolitiker ab den 1950er Jahren eine liberale Variante des Konservatismus entwickelten, die genuin demokratisch war und sich an westlichen Vorbildern orientierte. Den Impuls hatten die Chiffre „1968“ sowie der Regierungswechsel 1969 zur sozialliberalen Regierung unter Willy Brandt gegeben, aber auch der Aufschwung, den die radikale Rechte seit den mittleren 1960er Jahren erfahren hatte und der sich im folgenden Jahrzehnt in bislang ungekannter publizistischer Präsenz zeigte. Was „konservativ“ heißen sollte, blieb heftig umstritten: War dies eine politische Position, die auf einem liberalen, demokratischen und westlichen Fundament ruhte, oder handelte es sich um eine spezifisch deutsche, antiliberale Ideologie, die in der Tradition des Weimarer Rechtsintellektualismus stand? Diese Uneindeutigkeit machte es der Union schwer, sich den Konservatismusbegriff vorbehaltlos anzueignen, selbst wenn sie spätestens seit der Programmrevision der 1970er Jahre konservative Züge trug und die Grenzen nach rechts mitunter sehr offen waren. Zwar wurde konzediert, dass der Konservatismus eine Strömung sei, die in CDU und CSU repräsentiert sei, aber eben nur eine neben anderen, von denen die „christliche“ ohnehin die bedeutendste sei. Zu sehr schien der Begriff belastet, zu stark wurde er sowohl von links als auch von rechts gegen die Union gewendet.

Politisch ging diese Strategie so lange auf, bis mit der Alternative für Deutschland (AfD) seit 2013 eine Partei an den Wahlurnen erfolgreich wurde, die sich bewusst in die Tradition des antiliberalen deutschen Konservatismus setzte und ihre ideellen Referenzen aus den radikalkonservativen Denkräumen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts bezog. Sie profitierte zudem vom Aufstieg rechtspopulistischer Parteien in den etablierten Demokratien des Westens, vor allem den USA. Dort hatte sich seit den 1970er Jahren unter dem Label des Neokonservatismus eine politische Bewegung formiert, in der unterschiedliche politische Strömungen, vom christlichen Fundamentalismus über einen scharfen Antikommunismus bis hin zum libertären Autoritarismus, zu einer gemeinsamen Plattform in der Republikanischen Partei gefunden hatten. Auch in Großbritannien, Italien und Frankreich wuchs der Rechtspopulismus seit den 1990er Jahren zu einer ernstzunehmenden Größe heran, die die etablierten christdemokratischen beziehungsweise konservativen Parteien implodieren ließ.

Dass sich in der Bundesrepublik (nach dem kurzzeitigen Erfolg der Republikaner in den 1980er und 1990er Jahren) erst in den 2010er Jahren eine rechtspopulistische Partei durchsetzen konnte, weist dann aber doch auf die Besonderheiten der Geschichte des deutschen Konservatismus hin. Einerseits ist sie von der Dominanz radikaler Varianten geprägt, von der Vermischung von rechtsextremen und konservativen Ideenbeständen, von dem Bündnis mit der extremen Rechten, das immer letztere obsiegen ließ – und damit auch von der Schwäche des gemäßigten Konservatismus außerhalb der christdemokratischen Tradition. Andererseits prägte sich ihr nach 1945 ein anti-rechter Impuls ein, das Wissen um die Anfälligkeit des Konservatismus für den rechten Radikalismus und die Notwendigkeit von Grenzziehungen. In der Christdemokratie waren insbesondere unter Rückgriff auf gemäßigt konservative Traditionen des politischen Katholizismus und des protestantischen Liberalismus (ohne dass sie so bezeichnet wurden) sowie durch die Rezeption westlicher Vorbilder liberale Varianten des Konservatismus entstanden, die im Kontext der Volkspartei so lange Wirksamkeit entfalten konnten, wie sie durch ein soziales Milieu gestützt und gepflegt wurden. Dieses Milieu ist in Westdeutschland heute nur mehr rudimentär vorhanden; in Ostdeutschland vermochten es CDU und CSU nach 1990 nicht, ein nachhaltiges soziales Vorfeld aufzubauen.

Wie sich der deutsche Konservatismus weiterentwickeln wird, ist offen. Seine Geschichte weist sowohl in eine demokratische als auch in eine radikal-rechte Richtung. Nach über achtzig Jahren Bundesrepublik hat der demokratische, moderate Konservatismus indes an Gestalt und Profil gewonnen. Er verfügt über genügend historische Ressourcen, um einer radikal-rechten Überformung zu wehren. Nicht zuletzt die Geschichtswissenschaft hat die Strategien freigelegt, mit denen die extreme Rechte sich den Mantel des Konservatismus immer wieder angelegt hat, um ihre revolutionären Absichten zu verbergen. Daran zu erinnern, ist eine fortdauernde historische Aufgabe.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Vgl. z.B. Josef Joffe, Chamäleon Konservatismus, in: Michael Kühnlein (Hrsg.), konservativ?! Miniaturen aus Kultur, Politik und Wissenschaft, Berlin 2019, S. 59–63.

  2. Vgl. Thomas Welskopp, Identität ex negativo. Der „deutsche Sonderweg“ als Metaerzählung in der bundesdeutschen Geschichtswissenschaft der siebziger und achtziger Jahre, in: Konrad H. Jarausch/Martin Sabrow (Hrsg.), Die historische Meistererzählung. Deutungslinien der deutschen Nationalgeschichte nach 1945, Göttingen 2002, S. 109–139.

  3. Vgl. Klaus Epstein, Die Ursprünge des Konservativismus in Deutschland, Berlin 1973.

  4. Vgl. Gerhard Göhler, Konservatismus im 19. Jahrhundert – eine Einführung, in: Bernd Heidenreich (Hrsg.), Politische Theorien des 19. Jahrhunderts. Konservatismus, Liberalismus, Sozialismus, Berlin 20022, S. 19–32.

  5. Vgl. Axel Schildt, Konservatismus in Deutschland. Von den Anfängen im 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, München 1998, 42–62.

  6. Vgl. ebd., S. 63–101.

  7. Vgl. Thomas Nipperdey, Deutsche Geschichte 1866–1918, Bd. II: Machtstaat vor der Demokratie, München 1998, S. 331–337.

  8. Vgl. Matthias Alexander, Die Freikonservative Partei 1890–1918. Gemäßigter Konservatismus in der konstitutionellen Monarchie, Düsseldorf 2000.

  9. Vgl. Schildt (Anm. 5), S. 102–105, Zitat S. 103.

  10. Vgl. Imke Scheib, Christlicher Antisemitismus im Deutschen Kaiserreich. Adolf Stoecker im Spiegel der zeitgenössischen Kritik, Leipzig 2021.

  11. Vgl. Andreas Linsenmann/Markus Raasch (Hrsg.), Die Zentrumspartei im Kaiserreich. Bilanz und Perspektiven, Münster 2015.

  12. Vgl. klassisch Fritz Stern, Kulturpessimismus als politische Gefahr. Eine Analyse nationaler Ideologie in Deutschland, München 1986.

  13. Vgl. James Retallack, Notables of the Right. The Conservative Party and Political Mobilization in Germany, 1867–1918, Boston 1988.

  14. Vgl. Steffen Bruendel, Volksgemeinschaft oder Volksstaat. Die „Ideen von 1914“ und die Neuordnung Deutschlands im Ersten Weltkrieg, Berlin 2003.

  15. Vgl. Heinz Hagenlücke, Deutsche Vaterlandspartei. Die nationale Rechte am Ende des Kaiserreiches, Düsseldorf 1997.

  16. Vgl. Maik Ohnezeit, Zwischen „schärfster Opposition“ und dem „Willen zur Macht“. Die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) in der Weimarer Republik 1918–1928, Düsseldorf 2011.

  17. Vgl. Frank Bösch, Das konservative Milieu. Vereinskultur und lokale Sammlungspolitik in ost- und westdeutschen Regionen (1900–1960), Göttingen 2002; Wolfram Pyta, Dorfgemeinschaft und Parteipolitik, 1918–1933. Die Verschränkung von Milieu und Parteien in den protestantischen Landgebieten Deutschlands in der Weimarer Republik, Düsseldorf 1996.

  18. Vgl. Andreas Wirsching/Jürgen Eder (Hrsg.), Vernunftrepublikanismus in der Weimarer Republik. Politik, Literatur, Wissenschaft, Stuttgart 2008.

  19. Vgl. Ludwig Richter, Die Deutsche Volkspartei, 1918–1933, Düsseldorf 2002.

  20. Vgl. Karsten Ruppert, Im Dienst am Staat von Weimar. Das Zentrum als regierende Partei in der Weimarer Demokratie 1923–1930, Düsseldorf 1992; Martina Steber, „… dass der Partei nicht nur äußere, sondern auch innere Gefahren drohen“. Die Bayerische Volkspartei im Jahr 1933, in: Andreas Wirsching (Hrsg.), Das Jahr 1933. Die nationalsozialistische Machteroberung und die deutsche Gesellschaft, Göttingen 2009, S. 70–91.

  21. Vgl. Stefan Breuer, Anatomie der konservativen Revolution, Darmstadt 1993.

  22. Vgl. klassisch Karl-Dietrich Bracher, Die Auflösung der Weimarer Republik. Eine Studie zum Problem des Machtverfalls in der Demokratie, Stuttgart 1955.

  23. Vgl. Martina Steber, Die Hüter der Begriffe. Politische Sprachen des Konservativen in Großbritannien und der Bundesrepublik Deutschland, 1945–1980, Berlin–Boston 2017.

  24. Vgl. Jens Hacke, Philosophie der Bürgerlichkeit. Die liberalkonservative Begründung der Bundesrepublik, Göttingen 2006; Nikolai Wehrs, Protest der Professoren. Der „Bund Freiheit der Wissenschaft“ in den 1970er Jahren, Göttingen 2014.

  25. Vgl. Eva Kienholz, Eine kurze Geschichte der AfD. Von der Eurokritik zum Remigrationsskandal, Hamburg 2024.

  26. Vgl. Jens Rydgren (Hrsg.), The Oxford Handbook of the Radical Right, New York 2018.

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ist stellvertretende Direktorin des Instituts für Zeitgeschichte München–Berlin und Professorin für Neueste Geschichte an der Universität Augsburg.