Meine Merkliste Geteilte Merkliste

Tiere

Tiere fluter Nr. 72

Produktvorschau

Allgemeine Informationen
Produktpreis: 0 € und 0 Cents zuzüglich Versandkosten

Bestellmenge angeben

Dem Warenkorb hinzufügen

Inhaltsbeschreibung

Externer Link: Zum Heft auf fluter.de Externer Link: Zum fluter-Abo

Die Welt der Tiere bietet einen faszinierenden Reichtum an Formen und Lebensweisen bis hin zu Fähigkeiten, die dem Menschen vorbehalten zu sein schienen. Diese Vielfalt ist allerdings stark gefährdet. Das massenhafte Artensterben droht historische Ausmaße anzunehmen.

Und das hat wesentlich mit der Lebensweise der heutigen menschlichen Gesellschaften zu tun. Es wird deutlich, was der Mensch lange Zeit verdrängt hatte: Er kann nicht allein und ohne Konsequenzen über Tiere und Ökosysteme verfügen. Das Verschwinden vieler Tierarten hätte unmittelbare Auswirkungen auf das Überleben des Menschen, das Bienensterben gibt davon eine Vorahnung. Der Schutz von Tierarten ist auch ein Schutz der Gattung Mensch.

Tiere als Nahrungsmittel und die dafür notwendige Futterwirtschaft sind ein wesentlicher Treiber der weltweiten Umweltzerstörung und der damit einhergehenden Klimakrise. Das Ganze hat inzwischen gigantische Dimensionen angenommen, ist maßlos geworden. Die Massentierhaltung ist in weiten Teilen ein Monstrum, ein permanenter Gewaltakt in Gestalt hochprofessionell technisierter, gut organisierter und rechtlich abgesicherter, aber letztlich permanent artenwidriger Verhältnisse.

Sie sagen allerdings einiges über den Status der menschlichen Gesellschaft aus. Die Kombination aus Marktlogik und einer Alltagskultur der Verdrängung im Namen der Freiheit des Genusses führt ins kalte Herz der heutigen Konsumkultur. Zahllosen Menschen sind Fleisch und Wurst bloße Dinge, deren Bezug zum Zyklus von Leben und Tod nicht wahrgenommen wird.

Die Art und Weise, wie wir Tiere als unterlegene Lebewesen behandeln, ist auch ein Menetekel für die Bereitschaft, mit anderen Unterlegenen, mit Schwächeren oder Ausgestoßenen der eigenen Art umzugehen. Vielleicht hat die Angst vor den Fortschritten der künstlichen Intelligenz und der Gentechnik auch mit der Furcht zu tun, dass neue, überlegene Wesen uns so behandeln könnten, wie wir es heute mit den Nutztieren zu tun bereit sind. Unser heutiges Verhältnis zu Tieren ist kaum umweltverträglich, ethisch mindestens fragwürdig und messbar gesundheitsschädlich für viele Menschen.

Wenn Tiere glauben könnten, müsste ihnen der Mensch immer wieder wie ein böser Gott erscheinen: übermächtig, unberechenbar, vernichtungsbereit und gierig bis zur Selbstzerstörung. Wir sollten anderen Lebewesen aber eher so etwas wie Partner sein. Auch dafür gibt es kulturelle und handwerkliche Traditionen und alltägliche Erfahrungen. Für viele Menschen sind ihre Haustiere Gefährten und Mitglieder des familiären Alltags, denen mit Achtung und Zuwendung begegnet wird. Solche emotionale Verbundenheit könnte ein Ausgangspunkt für die Neubestimmung hin zu einer maßvollen Kultur des Zusammenlebens bilden, gekennzeichnet durch genauere Kenntnis und den Ausgleich der widersprüchlichen Interessen.

Wissenschaftliche Forschungen zeigen, wie unerforscht noch vieles in der Tierwelt ist und wie vorläufig die Bestimmung von Artengrenzen ist. Fragen der Tierethik werden zunehmend auch in einer breiten Öffentlichkeit debattiert. Selbst in der Architektur gibt es Überlegungen, die Unwirtlichkeit der Städte auch für Tiere wieder zu überwinden. Das gute Leben in der menschlichen Gesellschaft wird ohne tierwürdigere Verhältnisse nicht zu erhalten sein.

Umwelt Interner Link: Tierethik Externer Link: http://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/bioethik/ Artenvielfalt

Produktinformation

Bestellnummer:

5872

Reihe:

fluter

Herausgeber/-innen:

bpb

Ausgabe:

Nr. 72

Seiten:

50

Erscheinungsdatum:

23.09.2019

Erscheinungsort:

Bonn

Weitere Inhalte

Audio Dauer
Aus Politik und Zeitgeschichte

APuZ #8: Fleisch

Seit wann und warum essen Menschen Fleisch? Und inwiefern ist das ein Problem? Wir haben mit dem Kulturwissenschaftler Gunther Hirschfelder, der Agrarwissenschaftlerin Gesa Busch und dem…

Video Dauer
Erklärfilm

Was heißt Bioethik?

Massentierhaltung, Sterbehilfe, Klonen, Gentechnik: All das sind schwierige Themen, die in Politik und Gesellschaft heiß diskutiert werden. Gibt es z.B. ein Recht auf Selbstbestimmung am Lebensende?…

fluter
0,00 €

Ernährung

0,00 €
  • Pdf

Ernährung ist Genuss und kulturelle Praxis. Darüber hinaus geht es um Macht, Hunger – und Profit. Fluter befasst sich mit den Perspektiven der Ernährung und beleuchtet die Positionen zwischen…

  • Pdf
Bioethik

Gen-Pflanzen - Mythen der Gentechnik-Industrie

Statt Vorteilen bringe der Anbau genmanipulierter Pflanzen Risiken für Menschen und Umwelt, sagt Ulrike Brendel von Greenpeace. Dabei lehne die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland und vielen…

Aus Politik und Zeitgeschichte
0,00 €

Gentechnik

0,00 €
  • Online lesen
  • Pdf
  • Epub

Die "Genschere" CRISPR/Cas9 bedeutet nicht nur einen enormen Fortschritt für die Gentechnik, sondern verschiebt auch den Diskursrahmen der öffentlichen Debatten rund um gentechnologische Anwendungen.

  • Online lesen
  • Pdf
  • Epub
Was geht?

Tiere, Menschen und Umwelt

Welche prominenten Tiere gibt es auf Instagram? Wie hängen Tiere, unsere Ernährung und der Klimawandel miteinander zusammen? Und was hat das Tierwohl mit Politik zu tun?