Hanne Wurzel, Leiterin des Fachbereichs "Extremismus" der bpb, eröffnet die Fachtagung in Bamberg

11.12.2019

C5) Formen des Protests - Die 68er Bewegung aus heutiger Sicht

Anne-Kathrin Meinhardt von der Bundesfachstelle Linke Militanz am Göttinger Institut für Demokratieforschung stellte zu Beginn des Panels ein Workshopkonzept vor, das mit Schülerinnen und Schülern mehrerer Gymnasien und Gesamtschulen erprobt wurde. Es geht darum, Formen des Protests und das Erbe der 68er-Generation nachvollziehbar zu machen. Die szenischen Spiele hätten reinen Modellcharakter gehabt, wie Meinhardt betonte. Dabei sei vor allem aufgefallen, dass so gut wie alle Schülerinnen und Schülern mit dem Begriff 68er nichts anfangen konnten.

Anhand der Grundfrage "Wofür haben die 68er gekämpft?" wurden einige Protestformen szenisch durchgespielt und auf einem Diagramm eingeordnet, zum Beispiel Demonstration, Sachbeschädigung, Flugblätter oder Hungerstreik. Die Schülerinnen und Schüler sollten diese auf zwei Achsen einordnen: friedlich vs. konfrontativ und individuell vs. kollektiv. Dass dieses Modell die Dynamik von Protestform nicht unbedingt abbilden könne, wurde von einigen Teilnehmenden des Panels kritisch gesehen und es kam die Frage auf, wie weit man hier Komplexität reduzieren müsse? Meinhardt wandte ein, dass es hier um Pädagogik und um einen Diskurseinstieg gehe und man weder zu schnell werten, noch den Protestbegriff direkt problematisieren solle.

Am Ende stand für die Schülerinnen und Schüler die selbst zu ergänzende Aussage "Für mich ist Protest nicht okay, wenn…". Ein Teilnehmender sagt, man müsse Schülerinnen und Schüler erst in der Gegenwart abholen und dann die Vergangenheit thematisieren, zum Beispiel mit "Fridays for future" als neuer Protestform. Diese habe ein großes Konfliktpotenzial, es gehe um die Einhaltung der Schulpflicht und viele andere Fragen, welche die Schülerinnen und Schüler bewegten. Auf die Frage, wie die Thematisierung der 68er in den neuen Bundesländern – wo es ganz andere Familienbiographien gibt – ausfallen solle, sagte Meinhardt, dass hier erst noch Konzepte ausgearbeitet werden müssten.


Event series

Mapping Memories

Mapping Memories is an event series focusing on commemorative culture in Eastern Europe and beyond. Current events include conferences, summer schools and practical workshops.

Mehr lesen

Fachkonferenz

Konferenz zur Holocaustforschung

Die Internationalen Konferenzen zur Holocaustforschung dienen dem Austausch zwischen wissenschaftlicher Forschung und der Praxis politischer Bildung. Sie entstehen aus einer Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und Partnern aus der Wissenschaft.

Mehr lesen

TiT-Veranstaltungsreihe

Themenzeit im Themenraum

Themenzeiten: Kompakte Informationsmodule und anregende Diskussionen mit männl. und weibl. Experten zu Themen der politischen Bildung.

Mehr lesen

Veranstaltungsreihe

Checkpoint bpb – Die Montagsgespräche

Alle zwei Monate montags diskutiert der Checkpoint aktuelle Fragestellungen aus Politik, Gesellschaft und Forschung – anspruchsvoll, unterhaltsam und gerne auch kontrovers.

Mehr lesen

Veranstaltungsreihe

What's up, America? – Perspectives on the United States and Transatlantic Relations

Mehr als die Hälfte der Europäer steht TTIP positiv gegenüber – in Deutschland und zwei weiteren Ländern jedoch ist die Ablehnung innerhalb der Bevölkerung groß. Anhand dieses Fallbeispiels beschäftigt sich die Podiumsdiskussion mit der Frage, wieso wirtschaftliche Fragen auf beiden Seiten des Atlantiks und auch innereuropäisch auf so unterschiedliche Art und Weise diskutiert werden.

Mehr lesen

Blog zur Fachkonferenz

Medienkompetenz 2014

Zielsetzung der Fachkonferenz Medienkompetenz 2014 ist es, theoretische und praktische Konzepte angesichts aktueller digitaler Umbrüche und vor dem Hintergrund bestehender Modelle der Medienkompetenz zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

Mehr lesen