Montag, 21. September 2026
13.00 Uhr – Grußworte
Mit Cemile Giousouf (Kommiss. Leiterin der Abteilung "Didaktik- und Bewegtbildformate" bei der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb)
Rüdiger Fries (Landeszentrale für politische Bildung Saarland)
13.15 Uhr – „Kapital, Macht und Technik: Das Zeitalter der Tech-Oligarchen“
Keynote von Jannis Brühl (Süddeutsche Zeitung)
14.00 Uhr – „Zwischen Abhängigkeit und Selbstbestimmung: Was Bildung und Zivilgesellschaft der Hegemonie der Digitalwirtschaft entgegensetzen können.“
Podiumsdiskussion mit Eva Berendsen (Bildungsstätte Anne Frank), Marcus Bösch (Uni Münster), Jannis Brühl (SZ), Valentin Dander (Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur) und Julia Kloiber (Superrr Lab)
15.00 Uhr – Pause
15.30 bis 18:00 Uhr – Workshops
Workshops
Wer wird gesehen?
Sichtbarkeit, Algorithmen und Ungleichheit in digitalen RäumenWarum erhalten manche Inhalte große Aufmerksamkeit, während andere kaum wahrgenommen werden? Der interaktive Workshop „Wer wird gesehen?“ beschäftigt sich mit Sichtbarkeit, Macht und Teilhabe in digitalen Öffentlichkeiten. Anhand eines spielerischen Formats erleben die Teilnehmenden, wie soziale Voraussetzungen und algorithmische Entscheidungslogiken beeinflussen können, welche Stimmen sichtbar werden und welche im Hintergrund bleiben. Gemeinsam werden zentrale Fragen digitaler Medienwelten erkundet: Wie funktionieren Plattformen und ihre Algorithmen? Welche Rolle spielen gesellschaftliche Ungleichheiten für Reichweite und Aufmerksamkeit? Und wie können digitale Räume gerechter gestaltet werden?
Mit Yunus-Emre Güllü (Schwarzkopf Stiftung Junges Europa), Badri Hüge (Liquid Democracy e.V.)
DISKUTOPIA
Wer dominiert den digitalen Diskurs? Spielewerkstatt zu Machtdynamiken und Teilhabe onlineDigitale Öffentlichkeiten sind zentrale Orte politischer Aushandlung - gleichzeitig sind sie von Machtverhältnissen geprägt: Wer wird gehört, wer bleibt unsichtbar, wer wird gezielt zum Schweigen gebracht? Der Workshop widmet sich diesen Fragen aktiv und kreativ in einer gemeinsamen Spielewerkstatt. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung damit, wie Machtverhältnisse online durch das gemeinsame Entwickeln von Spielideen mit Jugendlichen zum Thema gemacht werden können. Dabei beschäftigen wir uns mit Mechanismen der Diskursdominanz, wie algorithmischer Verstärkung, Hate Speech sowie Formen des Silencing und damit, wie wir diese in Spielmethoden erfahrbar machen können.
Mit Nicole Rauch, Georg Materna (JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis)
Radikalisierungsprävention digital
Zwischen Algorithmus und pädagogischem AnspruchWie interveniert man in Räumen, deren Regeln man nicht setzt? Radikalisierung im Netz entsteht über Algorithmen, Identitätsangebote und affektive Aufladung. Gegenrede greift zu kurz. Der Workshop führt in die Online-Distanzierungsarbeit (ODA) von Distanz e.V. ein, die beziehungsorientierte Gesprächsführung mit Wissen über Plattformlogiken verbindet. In Kleingruppen arbeiten Sie an Fallszenarien aus Kommentarspalten, Messenger-Gruppen und Gaming-Communities und erproben konkrete Methoden. Im Plenum diskutieren wir, wo Präventionsarbeit selbst die Machtverhältnisse reproduziert, die sie verändern will. Sie nehmen erprobte Methoden und einen geschärften Blick auf die eigene Rolle mit.
Mit Florian Slodowski (Distanz e. V.)
Learning Jam
Bildungssnacks zu Antisemitismus auf Plattformen im Sprintformat entwickelnWie lassen sich aktuelle digitale Phänomene schnell und kreativ in pädagogische Praxis übersetzen? Der Learning Jam erprobt genau das: In einem kompakten Sprint entwickeln Pädagog/-innen gemeinsam Bildungsmaterialien – kollaborativ, ergebnisoffen und unter Zeitdruck. Im Vordergrund stehen nicht Perfektion, sondern Experimentierfreude und gegenseitiges Lernen. Thema des Jams ist die Verbreitung von Antisemitismus auf Social Media: Wie funktioniert antisemitische Kommunikation via Memes, Sounds, Emojis und Hashtags? Nach einem kurzen Input werden in Sprintphasen erste Prototypen von pädagogischen Impulsen für unterschiedliche Bildungskontexte erarbeitet.
Mit Hannah Schirop, Johanna Balsam (mediale pfade)
Wer baut die Regeln?
Machtverhältnisse und Demokratiebildung in Minecraft erfahrbar machenWer bestimmt Regeln in digitalen Räumen – und wer kann mitentscheiden? In diesem Workshop wird Minecraft als Erfahrungsraum politischer Medienbildung genutzt. Die Teilnehmenden betreten eine vorbereitete Serverwelt mit Stadt, Parlament, Wirtschaftsstrukturen und gemeinsamen Aufgaben. Sie erleben, wie Ressourcen, Rechte, Regeln und Gruppeninteressen Teilhabe ermöglichen oder begrenzen. In einer Parlamentssitzung treffen sie Entscheidungen, deren Folgen direkt im Spiel sichtbar werden. Grundlage sind Erfahrungen aus dem Dieter-Baacke-Preis-prämierten Projekt „Cubix“.
Mit Brigitta Wortmann, Fruxz
Grundrechte im Internet still loading
Warum wir über Grundrechte in digitalen Räumen sprechen sollten und wie das gehtDigitale Geräte und Angebote durchdringen den Alltag junger Menschen und berühren ihre Grundrechte. Aber ist ihnen (und auch uns Erwachsenen) das Ausmaß dessen bewusst? Hier setzt das Kartenset „Grundrechte im Digitalen“ von Wikimedia Deutschland an. Im Workshop stellen wir es vor, testen verschiedene Anwendungsszenarien und diskutieren diese. Das Kartenset bietet lebensweltnahe Gesprächsanlässe und konkrete Arbeitsaufträge für die pädagogische Arbeit mit Jugendlichen ab ca. 14 Jahren. Sie lernen verschiedene Konzepte rund um Grundrechte im Digitalen kennen, nehmen die Perspektiven unterschiedlicher Personen ein und lernen Möglichkeiten kennen, sich für Grundrechte im Internet einzusetzen.
Mit Caroline Boos (Wikimedia Deutschland e. V.)
BLINDSPOTLAB
Eigene Blindspots erkennen und Macht zurückgewinnenDigitale Diskurse sind nicht nur von sichtbaren Machtverhältnissen geprägt, sondern auch von subtilen Formen der Manipulation: Aufmerksamkeit wird gelenkt, Wahrnehmung verzerrt, Meinungen und Entscheidungen beeinflusst. Das Kollektiv BLINDSPOTLAB verbindet Medienpädagogik und Zauberkunst, um Manipulationsstrategien für junge Menschen praktisch erfahrbar zu machen. Im Workshop steht der Austausch zwischen Fachkräften im Mittelpunkt. Ausgangspunkt sind Methoden aus den Projekten WAS SIEHST DU? und HONEST LIARS, in denen Erkenntnisse aus der Zauberkunst auf digitale Kommunikation und Information übertragen werden, um eigene Blindspots zu reflektieren und für Manipulationsmechanismen zu sensibilisieren.
Mit Luis Carr, Julian Kasten, Raphaela Müller (BLINDSPOTLAB)
DART
Digital Awareness & Reflection ToolkitEin Toolkit: ein Textbuch, zwei Sets Bildungskarten, viele Grafiken und QR-Codes. Im Mittelpunkt stehen die Herausforderungen und Risiken des digitalen Wandels für Gemeinschaften, Gesellschaften und demokratische Prozesse. In was für einer Gesellschaft wollen wir leben? Mit welcher Technik? Und welcher Ethik? Und wie kommen wir darüber ins Gespräch? Unser interaktiver Workshop lädt zum Ausprobieren, Entdecken und gemeinsamen Reflektieren ein. Das Textbuch richtet sich an Fachkräfte. Ein Kartenset eignet sich für junge Menschen ohne Hintergrundwissen, ein anderes für Menschen mit Vorerfahrung.
Mit Mathias Chrzan, Carl Wiraeus (Jugendkulturarbeit e.V.)
Deepfakes und Silencing
Eine Analyse durch die Brille der epistemischen GewaltDeepfakes werden meist als technisches Problem diskutiert. Der Workshop eröffnet eine andere Perspektive und beschäftigt sich mit nicht-einvernehmlichen, sexualisierenden Deepfakes als soziales Problem im Spannungsfeld digitaler Gewalt und Silencing. Im Workshop lernen die Teilnehmenden das Konzept epistemischer Gewalt kennen und erproben, wie sich dessen zentrale Begriffe als praxisnahes Analysewerkzeug nutzen lassen. Gemeinsam werden unterschiedliche Gewaltformen betrachtet und dabei untersucht, wie Deepfakes auf unterschiedlichen Ebenen „silencen“. Im Fokus steht nicht die Erkennung von Deepfakes als solche, sondern die dahinterliegenden Mechanismen von Macht, Anerkennung und Glaubwürdigkeit.
Mit Alin Bernunzo (Leibniz-Institut für Bildungsmedien | GEI)
19.00 Uhr – Tageszusammenfassung
Mit Robert Meyer (WDR)
20.00 Uhr – Talk & Connect
Informeller Austausch zum Tagesausklang
Dienstag, 22. September 2026
09.00 Uhr – Titel: tba.
Keynote von Eva Berendsen (Bildungsstätte Anne Frank)
09.30 Uhr – Start Barcamp
Vorstellung der Sessions
10.00 Uhr – Sessions
1. Runde
10.45 Uhr – Pause
11.00 Uhr – Sessions
2. Runde
11.45 Uhr – Abschlussrunde
12.30 Uhr – Mittagessen
13.00 Uhr – Ende
Moderation: Kristin Narr