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Der lange Schatten des NSU: Behörden, Betroffene und 15 Jahre Aufarbeitung (verschoben) | bpb.de

Der lange Schatten des NSU: Behörden, Betroffene und 15 Jahre Aufarbeitung (verschoben) Online-Fachtage Rechtsextremismus zu Organisationsstrukturen, Ideologien und Zielen einer heterogenen Szene

(© picture-alliance, Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa | Hendrik Schmidt)
Datum der Veranstaltung Freitag, 12. Juni 2026
Uhrzeit der Veranstaltung 10:00 – 14:00 Uhr
Ort der Veranstaltung Online über Zoom
Download-Link: Termin herunterladen

Über die Veranstaltung

Ziel der Online-Fachtage Rechtsextremismus ist es, ein Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und den Teilnehmenden dadurch einen möglichst hohen Erkenntnisgewinn zu ermöglichen. Gerade in der Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex ist dieser multiperspektivische Ansatz wichtig. Aufgrund einer kurzfristigen Absage können wir diesem Anspruch beim geplanten Termin am Freitag leider nicht gerecht werden. Daher wird der Fachtag vorerst verschoben.

Im Jahr 2026 jährt sich die Selbstenttarnung des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) zum 15. Mal. Zugleich markieren die 25. Todestage von Süleyman Taşköprü und Habil Kılıç sowie die 20. Todestage von Mehmet Kubaşık und Halit Yozgat einschneidende Daten, die in besonderer Weise daran erinnern, dass die Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex keine abgeschlossene historische Epoche betrifft.

Der NSU steht nicht nur für rassistischen Terror und die Ermordung von zehn Menschen. Die späte Aufdeckung der Serie offenbarte auch gravierende Leerstellen bei der Erkennung rechtsextremistischer Tatmotive und Defizite in der behördenübergreifenden Zusammenarbeit. Vor allem aber verdeutlichte der Komplex, wie entscheidend ein sensibler, vorurteilsfreier Umgang mit Opfern und Angehörigen für das Vertrauen in den Rechtsstaat ist. Eine Beschäftigung mit dem NSU darf deshalb weder bei der bloßen Rekonstruktion des Geschehenen stehen bleiben noch sich in rein symbolischer Erinnerung erschöpfen.

Gerade vor dem Hintergrund anhaltender gesellschaftlicher Debatten über rechte Gewalt stellt sich die Frage neu, was aus dem NSU-Komplex für die professionelle Praxis tatsächlich gelernt wurde. Es geht um die Weiterentwicklung von Ermittlungsstandards, die Stärkung interkultureller Kompetenzen innerhalb der Polizei und die Frage, wie rassistische oder rechtsextreme Tatmotivationen frühzeitiger und verlässlicher erkannt werden können. Die Reflexion eigener behördlicher Strukturen und Vorannahmen ist dabei ein fortlaufender Prozess. Dabei gilt es, nicht nur über Betroffene und Angehörige zu sprechen, sondern ihre Perspektiven als wesentlichen Baustein für behördliche Lernprozesse ernst zu nehmen. Wie kann der Umgang mit Betroffenen rechter Gewalt sensibler und rechtsstaatlich verlässlicher gestaltet werden? Welche Fortschritte wurden in der polizeilichen Aus- und Fortbildung erzielt und wo besteht weiterhin Handlungsbedarf in der Praxis? Welche Handlungsempfehlungen aus den Untersuchungsausschüssen zu dem Behördenversagen im NSU-Komplex wurden umgesetzt?

Hinweise zur Veranstaltung

Veranstaltungsadresse:
Online über Zoom, den Link und Informationen zur Nutzung erhalten angemeldete Teilnehmende kurz vor der Veranstaltung

Veranstalter:
Bundeszentrale für politische Bildung

Zielgruppe:
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Sicherheitsbehörden, kommunalen Verwaltungen, der Justiz sowie interessiertes Fachpublikum

Hinweise zur Teilnahme:
Teilnahmegebühr: keine

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