Schlaraffenland. Farbdruck nach Zeichnung von Pauli Ebner

5.1.2018 | Von:
Astrid Droß

Lebensmittelsicherheit – mehr als nur ein Zustand. Herausforderungen im 21. Jahrhundert

Welche Lücken hat das doppelte Sicherheitsnetz?

Wie jedes Netz hat auch das Lebensmittelsicherheitsnetz Lücken, die dadurch entstehen, dass auch in einem noch so ausführlich beschriebenen Rechtsrahmen nicht jeder Einzelfall mit all seinen Besonderheiten erfasst werden kann. Auch muss Spielraum für die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren, die auf ein sich änderndes Verbraucherverhalten reagieren, bleiben. Beispielhaft ist hier die Entwicklung veganer Lebensmittel zu nennen, die sich an Konsumenten wenden, die zwar aus überwiegend ethischen Gründen den Verzehr von Fleisch ablehnen, aber gleichzeitig nicht auf die vertrauten Geschmackserlebnisse verzichten möchten. Parallel dazu gibt es immer wieder neue Erkenntnisse zu bekannten Sachverhalten, entweder durch gezielte wissenschaftliche Studien oder als zufällige Beobachtung. So können zum Beispiel auch Forschungsergebnisse die Neubewertung von Höchstmengen für lange bekannte Stoffe erfordern. Die Verbesserungen in der analytischen Genauigkeit erfassen Kontaminanten in Erzeugnissen, in denen man sie nicht vermutet hätte. Nicht zuletzt werden – wissentlich oder unwissentlich – bestehende Regelungen nicht eingehalten.

Auf all diese Aspekte muss reagiert werden, um das Netz an diesen Stellen zu verstärken. Auf der Grundlage aktueller toxikologischer Bewertungen und der Ernährungsgewohnheiten werden Werte für bestimmte Substanzen vorgeschlagen, die eine Schädigung der Verbraucher und Verbraucherinnen ausschließen. Hier setzt das Risikomanagement mit dem Erlass von weiteren Rechtsvorschriften an.

Insbesondere die Nichteinhaltung bestehender Regelungen kann dazu führen, dass von Lebensmitteln Gesundheitsgefahren ausgehen. Ziel eines vorbeugenden Verbraucherschutzes ist es, die Entstehung so vieler Mängel wie möglich bereits im Vorfeld durch gesetzliche Vorgaben und deren Kontrolle zu verhindern, die Mängel so früh wie möglich zu erkennen und über transparente Kommunikation, Rücknahmen und Warnungen die Verbreitung belasteter Lebensmittel einzuschränken.

Bei Einhaltung der bestehenden Regelungen kann eine ausreichende Versorgung mit Lebensmitteln in guter Qualität sichergestellt werden.

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