Filmstill aus dem Film "Matrix Revolutions": Thomas "Neo" Anderson (Keanu Reeves) läuft an einer Reihe von geklonten Exemplaren des Agent Smith (Hugo Weaving) entlang (Szenenfoto).

Verschwörungstheorien

Verschwörungstheorien werden nicht geglaubt, weil sie überzeugend wären. Sie werden von Menschen geglaubt, die an sie glauben wollen. Denn sie bieten eine Erklärung der Welt an, die Ereignisse und Prozesse auf eine einfache Ursache zurückführt – die Machenschaften dunkler Mächte. Anlass zur Sorge bietet die Verbindung von Verschwörungstheorien mit Rechtsextremismus und Antisemitismus, aber auch die Entkopplung eines Teils der Bevölkerung von der Realität.

Der Glaube an Verschwörungstheorien kann dabei als Symptom für die Entfremdung großer Bevölkerungsteile von der institutionalisierten Politik gedeutet werden – hier sollten Lösungsversuche ansetzen.

Robin Siebert

Editorial

Mehr lesen

Michael Butter

Verschwörungstheorien: Eine Einführung

Verschwörungstheorien gibt es seit der Frühen Neuzeit. War er bis in die 1950er hinein weit verbreitet und akzeptiert, so ist der Verschwörungsglaube heute ein Randphänomen. Daran hat die Pandemie nichts geändert – sie hat ihn nur sichtbarer gemacht.

Mehr lesen

Carolin Amlinger, Oliver Nachtwey

Sozialer Wandel, Sozialcharakter und Verschwörungsdenken in der Spätmoderne

Die gegenwärtige Konjunktur des Verschwörungsdenkens ist Resultat eines längerfristigen sozialen Wandels zur Spätmoderne. Das spätmoderne Individuum kann sein Leben autonom gestalten, sieht sich aber seiner sozialen Umwelt häufig ohnmächtig gegenüber.

Mehr lesen

Katharina Kleinen-von Königslöw, Gerret von Nordheim

Verschwörungstheorien in sozialen Netzwerken am Beispiel von QAnon

Soziale Netzwerke bieten die ideale Infrastruktur zur Verbreitung von Verschwörungstheorien. Diese diffundieren aus anonymen Imageboards algorithmisch verstärkt in den medialen Mainstream und profitieren dort von der Logik der Aufmerksamkeitsökonomie.

Mehr lesen

Georg Seeßlen

Zwischen Thrill und Paranoia. Verschwörungsfantasmen im Kino (und anderswo)

Man kann das Verschwörungskino mit politischen Krisen in Verbindung bringen. Wo einst Geheimbünde nach Geld oder Macht strebten, sehen wir heute einen globalisierten Verschwörungsbrei, der nach dem letzten trachtet, was uns geblieben ist: unserer Identität.

Mehr lesen

Jan Rathje

"Reichsbürger" und Souveränismus

Die "Reichsbürger" sind erst seit wenigen Jahren einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Ihre Ideologie baut auf einer langen Tradition aus antisemitischen und verschwörungsideologischen Denkmustern auf – und auf ihrer Verbindung mit dem Rechtsextremismus.

Mehr lesen

Samuel Salzborn

Verschwörungsmythen und Antisemitismus

Dass Verschwörungsmythen im Kontext der Corona-Pandemie offen antisemitisch formuliert werden, ist kein Zufall. Seit jeher ist Antisemitismus genauso strukturell verschwörungsmythisch aufgeladen, wie jeder Verschwörungsmythos strukturell antisemitisch ist.

Mehr lesen

Saba-Nur Cheema

Verschwörungserzählungen und politische Bildung

Im digitalen Raum werden Jugendliche früh und intensiv mit Verschwörungserzählungen konfrontiert. Um sie zur politischen Mündigkeit zu befähigen, muss politische Bildung heute auch im Digitalen ansetzen – und dabei klare Kante gegen Antipluralismus zeigen.

Mehr lesen