30 Jahre Deutsche Einheit Mehr erfahren
Netzdebatte Logo

Glossar

Kontrollkonto

Das Kontrollkonto soll die dauerhafte Einhaltung der Schuldenbremse sicherstellen. Auf ihm wird festgehalten, wenn die Obergrenze der Nettokreditaufnahme während eines Haushaltsjahres in unvorhergesehener Weise und nach Berücksichtigung der Konjunkturkomponente überschritten wird. Dies kann auch bei zunächst regelkonform aufgestellten Haushaltsplänen geschehen, wenn z.B. eine Steuerreform im Nachhinein zu Einnahmeeinbußen des Staates führt. In einem solchen Fall wird das Kontrollkonto mit dem die Obergrenze überschreitenden Betrag belastet (eine Unterschreitung resultiert in einer Gutschrift). Die je nach Jahr anfallenden Belastungen oder Gutschriften werden gegengerechnet (saldiert). Wenn die Belastungen überwiegen und den Schwellenwert von 1,5 % des deutschen BIPs überschritten, muss dieser Betrag abgebaut werden. Diese Rückführung der Belastungen auf dem Kontrollkonto soll allerdings dabei nur in einem wirtschaftlichen Aufschwung vollzogen werden und maximal 0,35% des BIP pro Jahr betragen.



01.06.2015

Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht.
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.




Dossier

Europäische Schuldenkrise

Das Dossier veranschaulicht die wichtigsten Diskussionsstränge der Europäischen Schuldenkrise. Der ungelöste Disput zwischen Ausgaben- und Sparpolitik steht im Zentrum und wird anhand grundlegender Fragen und Infografiken sowie freier Bildungsmaterialien zum Thema erläutert.

Mehr lesen

Quiz
Quiz: Was wissen Sie über die Schuldenbremse?

Frage 1 / 5
 
1. In manchen früheren Gesellschaften wurden Schulden gelegentlich …







Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 13/2012)

Schuldenkrise und Demokratie

Seit Beginn der Finanz- und Verschuldungskrise in der Europäischen Union werden demokratisch gewählte Parlamente und Regierungen von den privaten Akteuren der Kapitalmärkte in die Enge getrieben. Der "Fiskalpakt“ verpflichtet langfristig zu strikter Haushaltsdisziplin durch "Schuldenbremsen“. Unterdessen wächst das Unbehagen über demokratische Defizite beim parlamentarischen Umgang mit scheinbar alternativlosen, immer größeren "Rettungspaketen“.

Mehr lesen