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Redaktion Netzdebatte am 07.02.2016

Presseschau: Das Bedingungslose Grundeinkommen

Uneingeschränkte Selbstverwirklichung oder Abhängigkeit vom Staat? Am Bedingungslosen Grundeinkommen scheiden sich die Geister. Eine Presseschau.

BGE, Euro ScheineMehrere europäische Länder diskutieren über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Lizenz: cc by/2.0/de (CC, Pile of Euro Notes von Images Money Images Money)

Träumer und Gründer

Einer der bekanntesten Verfechter des Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) im deutschsprachigen Raum ist der dm-Gründer Götz W. Werner. Für ihn ist das Grundeinkommen ein Vertrauensvorschuss, frei nach dem Motto "Wir trauen dir was zu, jetzt zeig mal, was du kannst". Über seine konkreten Vorstellungen sprach er im Interview mit Zeit Online. Gemeinsam mit dem Steuerexperten Benediktus Hardorp stellte sich Werner außerdem den Fragen der Spiegel Online Redaktion.

Prominente Unterstützung bekommt Werner von Telekom-Chef Timotheus Höttges. Er sieht im BGE die Grundlage für ein menschenwürdiges Leben. Höttges hat auch schon konkrete Ideen zur Finanzierung des monatliche Salärs und schlägt vor, die nötige Summe durch die Besteuerung des Gewinns großer Internetkonzerne zu generieren.

Michael Bohmeyer hat seine Vision vom BGE derweil bereits umgesetzt. Teilweise zumindest: Via Crowdfunding hat er schon fast dreißig Menschen ein monatliches Einkommen von 1.000 Euro ermöglicht - allerdings befristet auf ein Jahr. Mit Zeit Online sprach er über seine Visionen und seine Einstellung zur Arbeit.

Bei den Kollegen von ze.tt lesen Sie außerdem von Marc, einem der Gewinner von Bohmeyers Verlosung, der sich Dank des Grundeinkommens zunächst auf seine Gesundheit konzentrieren konnte.

Auch die Süddeutsche Zeitung hat sich intensiv mit dem Thema befasst und unter der der Frage "Was wäre wenn?" verschiedene Expert/-innen befragt, die unter anderem den Zusammenhang von BGE und dem Lernverhalten von Schülern, der Veränderung der Kriminalitätsrate oder dem Wahlverhalten untersucht haben.

Gegenwind und internationale Erfahrungen

Der FAZ-Wirtschaftsjournalist Rainer Hank lehnt das Grundeinkommen ab. Menschen bräuchten bezahlte Arbeit, meint Hank. "Denn was nichts kostet, ist bekanntlich auch nichts wert". Der Lohn spiegle die Wertschätzung der geleisteten Arbeit wider. Außerdem, so ist er überzeugt, sei es die "Knappheit", die den Meschen kreativ und produktiv werden lässt. Seinen Kommentar lesen Sie hier.

In der Schweiz wurde bereits intensiv über das BGE diskutiert. In der Handelszeitung sind Daniel Häni, treibende Kraft hinter der Volksinitiative für das BGE, sowie Rudolf Minsch, Chefökonom des Wirtschaftsverbandes Economiesuisse, zum gemeinsamen Interview angetreten. Während Häni bereits von einer Zukunft mit Grundeinkommen träumt, betont Minsch die drohende Abhängigkeit der Bürger vom Staat.

Auch einige US-Medien greifen die Diskussion auf um das Schweizer-BGE auf: Die New York Times und die International Business Times berichten ausgesprochen positiv über die Ideen und Diskussionen im Alpenland.

In Finnland könnte bald ebenso mit einer Testversion des Grundeinkommens experimentiert werden. Wirtschaftsminister Olli Rehn äußerte sich gegenüber der Tagesschau positiv zu der Idee einer leistungsunabhängigen Ausschüttung an die Bevölkerung. Auch Premierminister Juha Sipilä sieht im BGE eine mögliche Vereinfachung des Sozialsystems.

Außerhalb Europas wurde sogar schon mit dem Grundeinkommen experimentiert: InKanada oder Namibia zum Beispiel.

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