Der Berliner Reichstag

16.1. BRD: Von der Ära Adenauer zur Großen Koalition

1. Dezember 1966

Der Bundestag wählt Kurt Georg Kiesinger (CDU) zum Bundeskanzler (340 gegen 109 Stimmen, 1 ungültige Stimme, 23 Enthaltungen). Das Kabinett der Großen Koalition besteht aus zehn CDU/CSU- und neun SPD-Ministern, darunter Willy Brandt als Vizekanzler und Außenminister. Erstmals ist damit die SPD an einer Bundesregierung beteiligt. Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU) Stellvertreter und Auswärtiges Willy Brandt (SPD) Inneres Paul Lücke (CDU) bis 2. 4. 1968, Nachfolger Ernst Benda (CDU) Justiz Gustav Heinemann (SPD) bis 26. 3. 1969, Nachfolger Horst Ehmke (SPD) Finanzen Franz Josef Strauß (CSU) Wirtschaft Karl Schiller (SPD) Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Hermann Höcherl (CSU) Arbeit und Sozialordnung Hans Katzer (CDU) Verteidigung Gerhard Schröder (CDU) Verkehr Georg Leber (SPD) Post- und Fernmeldewesen Werner Dollinger (CSU) Wohnungswesen und Städtebau Lauritz Lauritzen (SPD) Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte Kai-Uwe von Hassel (CDU) bis 5. 2. 1969, ab 7. 2. 1969 Heinrich Windelen (CDU) Gesamtdeutsche Fragen Herbert Wehner (SPD) Bundesrat und Länder Carlo Schmid (SPD) Familie und Jugend Bruno Heck (CDU) bis 2. 10. 1968, ab 2./ 16. 10. 1968 Aenne Brauksiepe (CDU) Wissenschaftliche Forschung Gerhard Stoltenberg (CDU) Schatz Kurt Schmücker (CDU) Wirtschaftliche Zusammenarbeit Hans-Jürgen Wischnewski (SPD) bis 2. 10. 1968, ab 2./16. 10. 1968 Erhard Eppler (SPD) Gesundheitswesen Käte Strobel (SPD) Kiesinger bezeichnet in seiner Regierungserklärung vom 13. 12. 1966 die Große Koalition, die »ein Markstein in der Geschichte der Bundesrepublik« sei, als ein Regierungsbündnis auf Zeit, das unbewältigte Aufgaben zu lösen habe: Haushaltsausgleich, Wirtschaftsund Währungsstabilisierung, Wahlrechts- und Finanzreform. Die konsequente Friedenspolitik solle Spannungen beseitigen und das Wettrüsten eindämmen; doch bleibe der Alleinvertretungsanspruch aufrecht erhalten.

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