Der Berliner Reichstag

16.1. BRD: Von der Ära Adenauer zur Großen Koalition

15. Oktober 1963

Rücktritt Adenauers als Bundeskanzler - wie im Koalitionspapier mit der FDP vereinbart. Gegen Adenauers heftigen Widerstand hatte die CDU /CSU-Fraktion (Vorsitzende: von Brentano und Strauß) bereits am 23. 4. 1963 Ludwig Erhard mit großer Mehrheit zum Kanzlerkandidaten bestimmt. Adenauer war pragmatisch von der Grundkonzeption ausgegangen, dass die Westintegration und die Sicherheit der BRD Vorrang vor der Wiedervereinigung Deutschlands hätten; denn Freiheit, Frieden und Privateigentum sollten dauerhaft gegen die Gefahren des Kommunismus und der Sowjetunion geschützt werden. Er maß daher der BRD weniger eine nationale als vielmehr eine europäische und atlantische Aufgabe zu und vertrat eine Politik der »Stärke« und »Nichtanerkennung« gegenüber Osteuropa; auch lehnte er es ab, die deutsche Einheit, die er als Wiederherstellung des Deutschen Reiches in den Grenzen von 1937 verstand, durch Neutralisierung zu erstreben. Innenpolitisch hatte er die parlamentarische Demokratie als »Kanzlerdemokratie« begründet und verankert.

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