Der Berliner Reichstag

29.2. DDR: Innenpolitische Destabilisierung trotz scheinbarer

17. Januar 1988

Demonstranten aus unabhängigen Umwelt-, Friedens- und Menschenrechtsgruppen wollen sich in Ost-Berlin der offiziellen SED-Kampfkundgebung zum Gedenken an die Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts (15. 1. 1919) anschließen; sie werden deshalb festgenommen und später z.T. in die BRD abgeschoben. Dazu gehören u. a. der Liedermacher Stephan Krawczyk und seine Frau Freya Klier am 2. 2., Vera Wollenberger als Begründerin einer Kirchengruppe am 9. 2. 1988. Bereits am 25. 11. 1987 waren in der Umweltbibliothek der evangelischen Zionskirche in Ost-Berlin mehrere Gemeindemitglieder verhaftet, jedoch in den nächsten Tagen wieder freigelassen worden. Die evangelische Kirche befürwortet am 14. 3. 1988 gesellschaftliche Verhältnisse, »unter denen Menschen gerne leben können und Anträge auf Entlassung aus der Staatsbürgerschaft nicht mehr stellen wollen«. Da die Kirchengemeinden den heterogenen Umwelt-, Friedensund Menschenrechtsgruppen staatsfreie »Nischen« gewähren und sich so zu Kristallisationszentren der Opposition entwickeln, spielen sie während der friedlichen Revolution 1989/ 90 eine herausragende Rolle. Dies erklärt auch den hohen Anteil von Pfarrern in der Bürgerrechtsbewegung.

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