Der Berliner Reichstag

30.3. DDR: Außenpolitik und Verbündete

28. Januar 1987

Das SED-Zentralorgan »Neues Deutschland« veröffentlicht Gorbatschows Rede über »Die Umgestaltung und die Kaderpolitik« in der Zusammenfassung der sowjetischen Nachrichtenagentur TASS - doch ohne die Kritik an seinen Vorgängern. Michail S. Gorbatschow, seit 11. 3. 1985 Generalsekretär der KPdSU, seit 1. 10. 1988 auch Staatsoberhaupt, hatte mit seiner Forderung nach Glasnost (Transparenz) und Perestroika (Umgestaltung) eine neue Ära in der Sowjetunion eingeleitet. Die alten stalinistischen Führungskader (Nomenklatura) in Partei, Staat und Wirtschaft werden großenteils abgelöst, tradierte bürokratische Zwangsstrukturen beseitigt und politische Reformen eingeleitet. Mit den USA setzt Gorbatschow die Entspannungspolitik in der Absicht fort, die Rüstungsausgaben zu drosseln und das Wirtschaftswachstum zu fördern. Kurt Hager, Chefideologe der SED und Mitglied des Politbüros, distanziert sich am 8. 4. 1987 öffentlich von Gorbatschows Reformen: »Würden Sie, nebenbei gesagt, wenn Ihr Nachbar seine Wohnung neu tapeziert, sich verpflichtet fühlen, Ihre Wohnung ebenfalls neu zu tapezieren.« Das SED-Motto »Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen« gilt offensichtlich nicht mehr.

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