Der Berliner Reichstag

34.1. DDR: »Wir wollen raus«: Massenflucht und politischer Wandel als Vorläufer der »Wende« 1989

3. November 1989

Dritte Ausreisewelle: Aufgrund eines Beschlusses der DDR-Regierung können DDR-Bürger die Grenze zur CSSR und von dort zur BRD ohne weitere Formalitäten mit ihrem Personalausweis überqueren. Es setzt eine neue Massenflucht von DDR-Bürgern über die CSSR in die BRD ein. Die kommunistische Führung in Prag, die sich mit dem SED-Regime solidarisiert und Bonn »Verantwortungslosigkeit« vorgeworfen hatte, war mittlerweile selbst unter den Druck der eigenen Bevölkerung geraten. Nach Massendemonstrationen, die sich trotz massiver Polizeieinsätze nicht verhindern lassen, tritt am 24. 11. 1989 KP-Chef Miloš Jakeš mit dem gesamten ZK-Sekretariat zurück. Damit ist der Weg für Reformen und freie Wahlen geebnet. Auch der Flüchtlingsstrom über Ungarn und Österreich hält an. Am 8. 10. 1989 hatte sich die kommunistische »Ungarische Sozialistische Arbeiterpartei« aufgelöst und als neu konstituierte »Ungarische Sozialistische Partei« das Statut einer nicht kommunistischen Volkspartei gegeben - ein in der Geschichte des Kommunismus bislang einmaliger Vorgang. Am 23. 10. 1989 - Jahrestag des früher als Konterrevolution angeprangerten Volksaufstandes von 1956 war anstelle der Volksrepublik die »Republik Ungarn« ausgerufen worden und damit das Ende des kommunistischen Staates.

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