Der Berliner Reichstag

35.1. DDR: »Wir sind ein Volk«: Die Entscheidung für

18. März 1990

Erste freie Volkskammerwahl. Entgegen den Wahlprognosen geht bei einer Wahlbeteiligung von 93,38 Prozent die »Allianz für Deutschland«(5. 2. 1990) überraschend als Sieger hervor: Die CDU erhält 40,82 Prozent, die DSU 6,31 Prozent und der DA 0,92 Prozent der Stimmen. Die vor der Wahl favorisierte SPD erzielt 21,88 Prozent, die PDS 16,40 Prozent und die Liberalen bekommen 5,28 Prozent der Stimmen. Es ziehen auch Splitterparteien in das Parlament ein, da die 400 (bisher 500) Volkskammerabgeordneten in freier, allgemeiner, gleicher, direkter und geheimer Wahl nach dem Verhältniswahlrecht (Hare-Niemeyer-Verfahren) ohne Sperrklausel bestellt werden. Das Bündnis 90, in dem sich die Hauptinitiatoren der friedlichen Revolution zusammengeschlossen hatten, erzielt nur 2,91 Prozent der Stimmen und ist damit bedeutungslos geworden. Im Wahlergebnis spiegelt sich der Stimmungsumschwung von der 1. zur 2. Wende: die Zustimmung einer fast absoluten Mehrheit der Wähler /innen zu einer raschen Währungsunion und Vereinigung der DDR mit der BRD.

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