Der Berliner Reichstag

35.1. DDR: »Wir sind ein Volk«: Die Entscheidung für

8./ 9. Dez. 1989

Der vorgezogene außerordentliche Parteitag der SED (1. Session) will einen radikalen Bruch mit allen Erscheinungsformen des Stalinismus vollziehen. Er entschuldigt sich beim Volk dafür, dass die ehemalige SED-Führung die DDR in diese »existenzgefährdende Krise« gestürzt habe. Erstrebt wird ein dritter Weg zwischen »stalinistischem Pseudosozialismus und der Herrschaft des Profits«. Zum neuen Vorsitzenden wählen die Delegierten den Rechtsanwalt Gregor Gysi, zu seinen Stellvertretern Ministerpräsident Hans Modrow und Dresdens Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer. An die Stelle des ZK und des Politbüros treten der Vorstand und das Präsidium. Die Generalstaatsanwaltschaft leitet am 8. 12. gegen die ehemaligen SED-Spitzenfunktionäre Hermann Axen, Erich Honecker, Günther Kleiber, Werner Krolikowski, Erich Mielke und Willi Stoph Ermittlungen wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs und der Korruption ein, ferner gegen den früheren CDU-Vorsitzenden Gerald Götting.

zurück 7. Dezember 198915./16. Dez. 1989 vor