Der Berliner Reichstag

35.1. DDR: »Wir sind ein Volk«: Die Entscheidung für

13. November 1989

Wende in der Volkskammer: Der bisherige Volkskammerpräsident Horst Sindermann (SED) tritt zurück. Zum Nachfolger wählen die Abgeordneten - erstmals in geheimer Abstimmung - den Vorsitzenden der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands (DBD), Günther Maleuda. Er hatte sich im zweiten Wahlgang gegen den ursprünglich favorisierten Kandidaten, den Vorsitzenden der LDPD und »Reformpolitiker« Manfred Gerlach, durchsetzen können. Nach der einstimmigen Abberufung des amtierenden Ministerrats, dessen Mitglieder Willi Stoph und Erich Mielke (»Ich liebe doch alle Menschen . . .« - Gelächter) sich zu rechtfertigen versuchen, wählt die Volkskammer den von der SED nominierten »Reformkommunisten« Hans Modrow (Dresden) öffentlich mit einer Gegenstimme zum neuen Vorsitzenden des Ministerrats. Am gleichen Tage hebt die DDR mit sofortiger Wirkung die Sperrzonen entlang der Berliner Mauer, der innerdeutschen Grenze und in den Küstengewässern auf.

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