Beleuchteter Reichstag

Aufarbeitung

22 Jahre liegen seit der Wiederherstellung der staatlichen Einheit Deutschlands hinter uns, 23 Jahre seit der friedlichen Revolution in der DDR. Seither ist bereits eine Generation herangewachsen, die keinerlei Erinnerung an die deutsche Teilung und an die SED-Diktatur hat. Vergleicht man diese Spanne mit jener, die nach dem Ende der NS-Diktatur vergangen war, so landet man ungefähr beim Jahr 1968. Damals trug der unbefriedigende Umgang mit der deutschen Vergangenheit zwischen 1933 und 1945 wesentlich zu den Studentenunruhen in der Bundesrepublik bei. Heute hingegen ist eine Empörung ähnlichen Ausmaßes über den Umgang mit der "zweiten deutschen Diktatur" nicht in Sicht, scheint es keinen Grund dafür zu geben. Wie aber ist es tatsächlich bestellt mit der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit, mit dem Elitenwechsel im Osten Deutschlands und mit der Erinnerungskultur?

Stasi-Museum Normannenstraße

Roland Jahn im Gespräch mit Johannes Beleites

"Es geht nicht um Abrechnung, es geht um Aufklärung"

Roland Jahn habe "bei seiner Antrittsrede öffentlich das Kriegsbeil gegen die MfS-Mitarbeiter in der Behörde ausgegraben", monierte Richard Schröder ein halbes Jahr nach dem Amtsantritt des neuen Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen. Die Debatte um Jahns Versprechen, ehemalige Stasi-Mitarbeiter nicht länger beschäftigen zu wollen, hat lange Zeit die übrigen Aktivitäten seiner Behörde überdeckt.

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Freiheits- und Einheitsdenkmal Leipzig, Detail

Daniel Küchenmeister

"Ein Ort, der zum Dialog anregt"

Nicht nur in Berlin, auch in Leipzig soll ein Denkmal für Freiheit und Einheit entstehen. Nachdem der Wettbewerb darum im Juli entschieden wurde, tobt in der Messestadt ein heftiger Streit um das Denkmal. In einem Interview erläutern die Wettbewerbssieger, was ihre Motive für den Entwurf waren, und überlegen, welche Form eines Denkmals unserer Zeit angemessen sein könnte.

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Euro-Taschentücher

Stefan Troebst

Eckstein einer EU-Geschichtspolitik?

Durch die Osterweiterungen der Europäischen Union haben sich auch die Schwerpunkte der Erinnerungskultur innerhalb der EU verschoben: Neben Holocaust und Nationalsozialismus ist das Gedenken an die Opfer des Sowjetkommunismus getreten. Wie soll das geplante "Haus der Europäischen Geschichte" in Brüssel mit diesen – zum Teil widerstreitenden – Erinnerungspolitiken umgehen?

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Christian Booß

Schwierigkeiten mit der Wahrheit

Bereits 1990 warnten Opfer der DDR-Justiz vor Anwaltskarrieren belasteter Juristen des SED-Regimes. Im selben Jahr begann die Überprüfung von Rechtsanwälten für ihre Eignung im demokratischen Rechtsstaat. Welche Ergebnisse haben diese Überprüfungen im Land Brandenburg gezeitigt?

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Touristikziel Prignitz

Sebastian Stude

Personelle Kontinuitäten in brandenburgischen Kommunen seit 1989

Ende 2009 flammte die Debatte über die SED-Diktatur und die Transformationen von einer Diktatur zur Demokratie in Brandenburg erneut auf. In diesem Kontext entstand eigens eine Enquete-Kommission des Landtags Brandenburg. Ergebnisse eines Gutachtens zu personellen Kontinuitäten in den Kommunen.

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Jens Rötzsch, Berlin (Ost) 1989

Karin Thomas

"Geschlossene Gesellschaft"

Zwei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung hat die Berlinische Galerie eine erste umfassende Retrospektivausstellung zur Fotografie in der DDR erarbeitet. Dokumentarismus und die experimentelle Autorenfotografie aus den 1980er-Jahren bilden die wichtigsten Strömungen.

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Henrik Bispinck

Kulturelite im Blick der Stasi

Zahlreiche Künstler und Intellektuelle in der DDR protestierten gegen die Biermann-Ausbürgerung im November 1976. Sie gerieten unter den Druck des SED-Regimes, und viele von ihnen verließen die DDR. Die Stasi beobachtete die Unterzeichner der Protesterklärung in dieser Zeit intensiv – auch nach ihrer Ausreise in die Bundesrepublik.

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Königsteiner Kreis

Maximilian Ruland

Experten für gesamtdeutsche Fragen

Der Königsteiner Kreis war in den 1950er/60er-Jahren eine einflussreiche Organisation, die die Politik bei Planungen zur Wiedervereinigung Deutschlands beriet, und eine Interessengruppe für DDR-Flüchtlinge. Insbesondere wegen der Erfahrungen, die seine Mitglieder in der SBZ/DDR gemacht hatten, galt der Kreis als Expertengremium für DDR-Fragen.

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Antoine Pesne, Friedrich II.

Karlheinz Lau

Friedrich II. – Friedrich der Große

Die offizielle Sicht der DDR auf Friedrich II. und Preußen war keineswegs eine Einbahnstraße. Rigide Ablehnung alles Preußischen bestimmte die Ära Ulbricht. Entscheidenden Anstoß gab das Kontrollratsgesetz 46 über die Auflösung Preußens. Impulse für eine differenziertere Betrachtung brachte das Buch von Ingrid Mittenzwei über Friedrich II. Honecker bezeichnete den König schließlich sogar als Friedrich den Großen.

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Rehlinger, Freikauf

Literaturjournal

23 Jahre nach dem Zusammenbruch des SED-Regimes und 22 Jahre nach dem Ende der DDR zeigt sich Deutschland als Land reger Diskussionen. Deren Gegenstand sind nicht nur die Folgen der Wiedervereinigung und die Frage nach der "inneren Einheit", sondern auch verschiedenste Themen der gemeinsamen Geschichte des einst geteilten Landes. Auf einige dieser Themen wird der eingehende Blick erst jetzt möglich, da die entsprechenden Akten freigegeben werden.

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Früher war alles besser, Tagung Radebeul 2012
Deutschland Archiv Online 6/2012

Politische Bildung

Demokratie lebt von Teilhabe. Teilhabe am gesellschaftlichen Leben setzt allerdings Kompetenzen voraus, die unter anderem durch die politische Bildung vermittelt werden. Dabei geht es nicht allein um Wissensvermittlung, sondern zunächst vor allem um die Befähigung, Diskurse und Deutungsangebote wahrnehmen und verfolgen zu können.

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© Olzog Verlag, München.
Deutschland Archiv Online 10/2011

Öffentlicher Umgang mit Geschichte

(Zeit-)Geschichte ist zu einem Tourismusfaktor geworden, Museen erfreuen sich seit Jahren wachsenden Zulaufs, verschiedene Ausstellungen haben in der jüngsten Vergangenheit eine große öffentliche Aufmerksamkeit erfahren.

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Die Überreste der Berliner Mauer stehen im Spannungsfeld doppelten Gedenkens, das nur mittelbar aufeinander bezogen zu sein scheint: Sie stehen als Symbol der deutschen Teilung und der Unterdrückung durch die SED-Diktatur einerseits und als Zeichen deren friedlicher Überwindung andererseits.

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In der Biografie Erwin Jöris' (der am 5. Oktober 100 Jahre alt wird) spiegelt sich das Kollektivschicksal tausender deutscher Kommunisten, die sich aktiv in die politischen Kämpfe und sozialen Auseinandersetzungen ihrer Zeit einbrachten. Die Konsequenz hieß für sie allzu häufig Verfolgung, nach 1933 in Deutschland sowieso, aber auch in der Sowjetunion.

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Zeithistorische Orientierungssuche für die Zeit "nach den Katastrophen" des 20. Jahrhunderts, East Side Gallery.
Angela Siebold, Markus Böick

Die Jüngste als Sorgenkind?

Die deutsche Zeitgeschichtsforschung sollte sich ihren Blick auf die jüngste Vergangenheit nicht durch Zäsuren, Ereignisse oder Narrative verstellen lassen. Als multiperspektivische Varianz- und Kontextgeschichte langer Übergänge in Ost und West könnte sie einen Weg finden, zeitgenössische Phänomene zu historisieren.

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Geschichte

Geschönte Vergangenheit

Inhaftierung in Lagern, Deportation und Erschießungen: Die Geschichte der UdSSR war vor allem unter Stalin von Repressionen geprägt. Die Aufarbeitung findet nur in den Nischen der Gesellschaft statt, eine staatliche Vergangenheitsbewältigung gibt es nicht.

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Ausgebombt! Eine Zeitreise ins kriegszerstörte Berlin

31 Bildmontagen des Berliner Fotografen Alexander Kupsch, aus historischen Fotos vom zerstörten Berlin und Aufnahmen aus dem Jahr 2015, rücken die zerstörerische Kraft des Krieges erneut ins Bewusstsein, indem sie die Ruinen aus dem Mai 1945 ins Berlin von heute übertragen.

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NEU: Videoreportagen

Vom Einläuten der Friedlichen Revolution

Rund um den 7. Oktober 1989 herrschte Ausnahmezustand in mehreren Städten der DDR. Polizei und Stasi gingen gewaltsam gegen Demonstranten vor, die friedlich für Reformen eintraten. Ein filmischer Überblick.

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Themenseite

30 Jahre Mauerfall

Die Berliner Mauer war über 28 Jahre das Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges. Am 9. November 1989 reagierte die DDR-Regierung mit Reiseerleichterungen auf den Ausreisestrom und monatelange Massenproteste – die Mauer war geöffnet. Wir präsentieren ausgewählte Angebote zur Geschichte der Mauer und des Mauerfalls.

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Deutschlandarchiv bei Twitter

Ausstellung + Film

Die Mauer. Sie steht wieder!

Was wäre, wenn die Mauer Berlin erneut halbieren würde? 30 Jahre nach dem Mauerfall erinnert das Deutschland Archiv der bpb mit 30 Bildmontagen und einem Film von Alexander Kupsch an das Bauwerk, das die Stadt über 28 Jahre lang teilte.

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Chronik der Mauer

Es erwartet Sie eine Fülle von multimedial aufbereiteten Informationen über Mauerbau und Mauerfall - und über die Opfer der Grenze.

Mehr lesen auf chronik-der-mauer.de

Dossier

Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit". Vor 30 Jahren wurde sie gänzlich entmachtet.

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Online-Angebot der bpb und der Robert-Havemann-Gesellschaft

jugendopposition.de

Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

Mehr lesen auf jugendopposition.de

Online-Archiv

www.wir-waren-so-frei.de

Fast 7.000 private Filme und Fotos aus der Umbruchzeit 1989/90 sowie über 100 begleitende Erinnerungstexte. Dazu ost- und westdeutsche Medienberichte. Die persönlichen Erfahrungen der Fotografen und Filmemacher bieten zusammen mit der öffentlichen Berichterstattung vielfältige Blicke auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.

Mehr lesen auf wir-waren-so-frei.de

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

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Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

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Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

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Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmale, Online-Angebote - zahlreiche Einrichtungen und Initiativen erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, bieten Bildungsangebote zur Geschichte des Nationalsozialismus und engagieren sich für Überlebende und Jugendbegegnungen. Wo Sie welche Erinnerungsorte mit welchem pädagogischen Angebot finden, erfahren Sie in der Datenbank.

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Der Tag in der Geschichte

  • 18. September 1953
    Das Bundesergänzungsgesetz - seit 29. 6. 1956 Bundesentschädigungsgesetz (BEG) - regelt die Wiedergutmachung für NS-Opfer. Voraussetzung ist, dass sie aus Gründen der Rasse, des Glaubens, der Weltanschauung oder der politischen Gegnerschaft Schäden an Leben,... Weiter
  • 18. September 1963
    Die Visapflicht entfällt zwischen der DDR und Ungarn bei Privatreisen. Dies wird auch mit der CSSR am 30. 9. 1963, mit Polen am 7. 6. 1964, mit Rumänien am 15. 6. 1965 und mit der Sowjetunion am 16. 12. 1965 vereinbart. Weiter
  • 18. September 1973
    Aufnahme in die UNO. Die DDR tritt der UN-Charta sowie dem Statut des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag bei. (18. 9. 1973 und 18. 9. 1973) Die DDR ist ab 1. 1. 1980 zwei Jahre lang nichtständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat. Weiter
  • 18. September 1973
    Die Generalversammlung nimmt die BRD und die DDR durch Akklamation in die Vereinten Nationen (UNO) auf. Gemäß Grundvertrag vom 21. 12. 1972 (21. 12. 1972) hatten die beiden deutschen Staaten am 13./15. 6. 1973 ihre Mitgliedschaft beantragt. Der Sicherheitsrat... Weiter
  • 18. September 1973
    Aufnahme der beiden deutschen Staaten in die UNO: 18. 9. 1973. Weiter
  • 18. September 1973
    Die beiden deutschen Staaten werden in die UNO aufgenommen. Zur Antragstellung: 21. 12. 1972 und 18. 9. 1973. Die Vier Mächte hatten am 9. 11. 1972 bestätigt, dass sie die Anträge der BRD und der DDR auf Mitgliedschaft in der UNO unterstützen, und... Weiter
  • 18. September 1973
    Beitritt der beiden deutschen Staaten zur UNO. (18. 9. 1973 und 18. 9. 1973) Weiter
  • 18. September 1990
    West-Berliner Senat und Ost-Berliner Magistrat vereinbaren, die Stadt vom 3. 10. bis zur Bildung einer Gesamtberliner Exekutive nach den Wahlen vom 2. 12. 1990 gemeinsam zu regieren. Weiter