Beleuchteter Reichstag

Bau- und Planungsgeschichte

In der geplanten und gebauten Umwelt widerspiegelt sich die Verfasstheit einer Gesellschaft. In Planungen und Bauten manifestieren sich die Selbstverständnisse der verschiedenen gesellschaftlichen Akteure und ihr Handeln miteinander – gegebenenfalls auch gegeneinander. Architektur kann insofern als ein Medium der Vergesellschaftung begriffen werden. Ihre Umsetzung lässt ebenso Rückschlüsse auf gesellschaftliche Aushandlungsprozesse zu, wie der Umgang damit Aneignungsprozesse erkennen lässt. Das gilt für demokratische Gesellschaften in gleicher Weise wie für Diktaturen, wenngleich sich hier in der Bau- und Planungsgeschichte noch deutlicher Herrschaftsverhältnisse niederschlagen. Dies wird gerade im innerdeutschen Vergleich erkennbar, da sich auf diese Weise parallele und divergierende Wege in die Moderne aufzeigen und nachzeichnen lassen.

Stallknecht, Bernau

Harald Engler, Ute Hasenöhrl, Andreas Butter

Architektur als Medium der Vergesellschaftung

Architektur formt das materielle Rückgrat der Gesellschaft und bildet einen essenziellen Identifikationsfaktor. Die Bau- und Planungsgeschichte leistet einen wichtigen Beitrag zu einer Gesellschaftsgeschichte der DDR, indem sie Einblicke in kollektive Identitäten, planerische und architektonische Gestaltungsmöglichkeiten sowie bürgerschaftliche Aneignungsprozesse eröffnet.

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Gendarmenmarkt, Planung von Matthes, 1976

Axel Zutz

Modern-postmoderne Landschaftsarchitektur im Zentrum der Hauptstadt – der Gendarmenmarkt/Platz der Akademie

Der Gendarmenmarkt ist einer der bedeutendsten Stadtplätze Berlins. Er blickt auf eine lange, wechselhafte Geschichte zurück. In jüngster Zeit hat eine intensive Auseinandersetzung um die Gestaltung des Platzes stattgefunden, die in weiten Teilen auf Planungen aus der DDR-Zeit zurückgeht: Bewahrung, Abriss, Fällung, Neugestaltung oder Rekonstruktion?

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Neubert, Lebensbaum

Peer Pasternack

Künstlerische Stadtraumaufwertung als pädagogische Politik

Halle-Neustadt war (und ist) in einem doppelten Sinne eine Kunststadt: künstlich (als Planstadt) und künstlerisch (als einschlägig gestalteter Ort). Mit fast 150 Werken im Freien wurde Halle-Neustadt zur größten Freiluftgalerie der DDR. Als visuell zu erschließende Narration lässt sich diese Gesamtheit daraufhin lesen, was ihr zu entnehmen ist über die politischen Strategien, mit denen der städtische Ideenhaushalt repräsentiert und illustriert werden sollte.

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Dresden, Lenindenkmal

Tanja Scheffler

Dresden

Die sozialistische Umgestaltung des Dresdner Stadtzentrums – von dichten Strukturen zu modernen Stadtlandschaften – war wegen der damit verbundenen Zerstörung vieler identitätsstiftender Bauwerke von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Daher wurden bereits während der DDR-Zeit die entscheidenden Weichen zur Rekonstruktion der historischen Bauten und Quartiere gestellt.

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konsument-Warenhaus am Leipziger Brühl

Tobias Michael Wolf

Bautyp DDR-Warenhaus?

Warenhäuser prägten die Innenstädte in Ost und West. Der Vergleich von Bauten dieser Gattung in der Bundesrepublik Deutschland und in der DDR für die Zeit zwischen 1949 und 1989 zeigt Einflüsse, Entwicklungslinien und Gegensätze auf und macht den Wert dieser architektonischen Zeugnisse deutlich.

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"Ahornblatt" in Berlin

Tanja Seeböck

Ulrich Müthers Schalenbauten im Bauwesen der DDR

Ulrich Müther wurde für die Konstruktion und den Bau extravaganter, dynamisch geschwungener Schalenbauten bekannt. Wie gelang es ihm mit seinen Betonschalenbauwerken eine derart dominierende Position in der staatlich gelenkten Bauwirtschaft der DDR einzunehmen?

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Luftbild des Klinikums Halle-Kröllwitz, 1980er-Jahre

Wiebke Janssen

Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED

Die DDR brüstete sich häufig mit einem kostenlosen, gut ausgestatten Gesundheitswesen. Trotz großer Investitionen in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen, entstanden bis Mitte der 1960er-Jahre kaum neue medizinische Hochschulbauten. Die "baulich kompakte Lösung", wie sie schließlich beim Universitätsklinikum Halle-Kröllwitz umgesetzt wurde, hatte in der DDR richtungweisenden Modellcharakter.

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Raststätte Stolpe

Sylvia Necker

Die Transitautobahn A 24 zwischen Hamburg und Berlin

Die Autobahnstrecke A24 zwischen Hamburg und Berlin war in den 1980er-Jahren ein sehr spezifischer Ort deutsch-deutscher Beziehungen. Planung, Bau und Nutzung der A24 von den 1970er-Jahren bis in die 1990er-Jahre wird nun in einem zeithistorischen Forschungsprojekt untersucht.

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Buddenberg/Henseler, Berlin

Literaturjournal

Dem Alltag in der DDR widmen sich zahlreiche neue Bücher. Anhand von Fotos, von Gebrauchsgegenständen, alternativen, subkulturellen Lebensformen und Reportagen wird die Alltagsgeschichte der DDR in ganz verschiedenen Facetten dargestellt. Selbst Comics widmen sich dem Alltag während der deutschen Teilung, die auch im Mittelpunkt einiger neuer wissenschaftlicher Publikationen und Quellensammlungen steht.

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Publikationen zum Thema

Architektur der Gesellschaft

Architektur verkörpert die ökonomischen, sozialen und kulturellen, auch geschlechterpolitischen Sp...

Architekturvermittlung kann schon sehr früh beginnen, Workshop mit Kita-Kindern

Architektur in der kulturellen Bildung

Architektur und Raum umgeben uns ständig und prägen unser Leben. Die bewusste Wahrnehmung von Arch...

Detlef Hoffmann.

Umgang mit schwierigen Orten in Kunst und Architektur

Welche Rolle spielen Kunst und Architektur in der Erinnerungskultur? Und welchen Beitrag kann die k...

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Publikationen zum Thema

Deutschland Archiv 2018

Deutschland Archiv 2018

Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2018 erschienen sind.

Deutschland Archiv 2017

Deutschland Archiv 2017

Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2017 erschienen sind.

Deutschland Archiv 2016

Deutschland Archiv 2016

Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2016 erschienen sind.

Schriftenreihe Bd. 1664 "Deutschland Archiv 2015": Cover

Deutschland Archiv 2015

Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2015 erschienen sind.

Schriftenreihe Bd. 1544 "Deutschland Archiv 2014": Cover

Deutschland Archiv 2014

Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2014 erschienen sind.

Coverbild Deutschland Archiv 2013

Deutschland Archiv 2013

Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2013 erschienen sind.

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Deutschlandarchiv bei Twitter

Chronik der Mauer

Es erwartet Sie eine Fülle von multimedial aufbereiteten Informationen über Mauerbau und Mauerfall - und über die Opfer der Grenze.

Mehr lesen auf chronik-der-mauer.de

Dossier

Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit".

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Online-Angebot der bpb und der Robert-Havemann-Gesellschaft

jugendopposition.de

Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

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Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

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Online-Archiv

www.wir-waren-so-frei.de

Fast 7.000 private Filme und Fotos aus der Umbruchzeit 1989/90 sowie über 100 begleitende Erinnerungstexte. Dazu ost- und westdeutsche Medienberichte. Die persönlichen Erfahrungen der Fotografen und Filmemacher bieten zusammen mit der öffentlichen Berichterstattung vielfältige Blicke auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.

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Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

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Der Tag in der Geschichte

  • 18. September 1953
    Das Bundesergänzungsgesetz - seit 29. 6. 1956 Bundesentschädigungsgesetz (BEG) - regelt die Wiedergutmachung für NS-Opfer. Voraussetzung ist, dass sie aus Gründen der Rasse, des Glaubens, der Weltanschauung oder der politischen Gegnerschaft Schäden an Leben,... Weiter
  • 18. September 1963
    Die Visapflicht entfällt zwischen der DDR und Ungarn bei Privatreisen. Dies wird auch mit der CSSR am 30. 9. 1963, mit Polen am 7. 6. 1964, mit Rumänien am 15. 6. 1965 und mit der Sowjetunion am 16. 12. 1965 vereinbart. Weiter
  • 18. September 1973
    Aufnahme in die UNO. Die DDR tritt der UN-Charta sowie dem Statut des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag bei. (18. 9. 1973 und 18. 9. 1973) Die DDR ist ab 1. 1. 1980 zwei Jahre lang nichtständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat. Weiter
  • 18. September 1973
    Die Generalversammlung nimmt die BRD und die DDR durch Akklamation in die Vereinten Nationen (UNO) auf. Gemäß Grundvertrag vom 21. 12. 1972 (21. 12. 1972) hatten die beiden deutschen Staaten am 13./15. 6. 1973 ihre Mitgliedschaft beantragt. Der Sicherheitsrat... Weiter
  • 18. September 1973
    Aufnahme der beiden deutschen Staaten in die UNO: 18. 9. 1973. Weiter
  • 18. September 1973
    Die beiden deutschen Staaten werden in die UNO aufgenommen. Zur Antragstellung: 21. 12. 1972 und 18. 9. 1973. Die Vier Mächte hatten am 9. 11. 1972 bestätigt, dass sie die Anträge der BRD und der DDR auf Mitgliedschaft in der UNO unterstützen, und... Weiter
  • 18. September 1973
    Beitritt der beiden deutschen Staaten zur UNO. (18. 9. 1973 und 18. 9. 1973) Weiter
  • 18. September 1990
    West-Berliner Senat und Ost-Berliner Magistrat vereinbaren, die Stadt vom 3. 10. bis zur Bildung einer Gesamtberliner Exekutive nach den Wahlen vom 2. 12. 1990 gemeinsam zu regieren. Weiter