Frauen und Männer gehen eine Treppe hoch
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2.12.2009 | Von:
Birgit Meyer

"Nachts, wenn der Generalsekretär weint" - Politikerinnen in der Presse

Der Beitrag behandelt die Muster medialer Darstellung von deutschen Politikerinnen in den vergangenen 60 Jahren. Auch heute überwiegen in der Presse häufig noch traditionelle Rollenzuschreibungen.
Das Bild, das Medien von Politikerinnen zeichnen, ist für ihre politischen Karrieren oft nicht hilfreich, manchmal sogar eher hinderlich.Das Bild, das Medien von Politikerinnen zeichnen, ist für ihre politischen Karrieren oft nicht hilfreich, manchmal sogar eher hinderlich. (© AP)

Einmal hat eine Freundin ihn verlassen. Zum Abschied sagte sie: "Starke Männer halten so etwas schon aus, ohne Tränen." Cornelius Butt-Jacobi hat ihr geantwortet: "Weißt Du nicht, dass auch starke Männer heulen, wenn sie unglücklich sind?" Ein 53-Jähriger, zwei gescheiterte Ehen, drei Söhne. Der Älteste wirft ihm vor, Politik sei ihm immer wichtiger gewesen als die Familie, der Jüngste lebt lieber bei seiner Mutter als beim Vater. Cornelius Butt-Jacobi muss oft unglücklich gewesen sein. Wir wissen nicht, wie oft er geheult hat. Wir ahnen, dass er ein starker Mann ist. Die FDP weiß es. Er wurde zum Generalsekretär gewählt. Bis zum März bleibt er noch Senator für Jugend und Familie in Berlin, seiner Geburtsstadt. Dann geht der ehemalige Journalist nach Bonn. Seine Wohnung in Berlin wird er behalten. Hier findet er leicht Zugang zu Menschen. Frauen? "Auch als alleinstehender Politiker bin ich nicht jenseits von Gut und Böse." Seine Weisheit: "Augen auf und durch."



Wer kann sich vorstellen, einen so formulierten Artikel über einen Mann, der ein politisches Amt antritt, zu finden? Vermutlich niemand. Es kann sich also nur um eine Politikerin handeln, die hier durch ein männliches Auge porträtiert wird. Der Artikel ist überdies vor 20 Jahren gedruckt worden[1] und wir würden ihn heute - dies als vorsichtige These - so nicht mehr ohne Weiteres finden.

Immerhin gibt es in Deutschland bereits in der zweiten Legislaturperiode eine Bundeskanzlerin. Angela Merkel ist seit 2005 die mächtigste Frau im Land. Doch noch immer ist diese Tatsache außergewöhnlich, um nicht zu sagen spektakulär, denn das Bild, das Medien von Politikerinnen zeichnen, ist für ihre politischen Karrieren oft nicht hilfreich, manchmal sogar eher hinderlich. Es ist nach wie vor geprägt von konventionellen Geschlechterklischees und traditionellen Rollenzuschreibungen. Die mediale Inszenierung von Politikerinnen dreht sich stets um die Konstruktionen von Weiblichkeit und Männlichkeit bzw. um Bilder, die jeweils historisch und kulturell gemacht werden und somit Normen setzen, wenn auch heute pluralisierter als früher.[2] Diese These möchte ich näher beleuchten: Mich interessiert dabei die Darstellung von Politikerinnen in der Presse.[3] Dabei geht es nicht um einen Vergleich zwischen männlichen und weiblichen Politikern, sondern um die Muster der Darstellung in den vergangenen sechs Jahrzehnten: Hat es eine Entwicklung hin zu mehr Sachlichkeit und weniger geschlechterbezogener Berichterstattung gegeben?

Doch fangen wir ein wenig grundsätzlicher an: Bilder in unseren Köpfen sind nicht einfach da. Sie werden in einer Art Wettbewerb der "professionellen Beeinflusser" geschaffen. Das, was wir glauben sollen, und die Art, wie wir etwas sehen und interpretieren, ist vielfach fremdbestimmt. Um die Oberhoheit über politische Orientierungen und letztlich über Wahlentscheidungen wird in einer pluralistischen Demokratie hart gekämpft - mit fairen und weniger fairen Mitteln. Medien spielen dabei die zentrale Rolle. Die Beschäftigung mit der Darstellung von Politikerinnen in den Medien fußt daher auf der Annahme, dass es in der Macht der Medien liegt, gesellschaftliche Realität nicht nur abzubilden und zu interpretieren, sondern darüber hinaus auch Bilder von Weiblichkeit und Männlichkeit zu konstruieren - abhängig von der politischen Grundausrichtung des jeweiligen Mediums und seiner Nutzerinnen und Nutzer.

Diese Konstruktionen bedienen sich traditioneller Wissens- und Wertbestände über hierarchische Geschlechterbeziehungen. Medien knüpfen an Gewohnheiten an und schaffen neue. Ihre Macht wird umso bedeutungsvoller, je einflussreicher die Inszenierung von Politik für deren Legitimation wird - besonders in Wahlkämpfen. Diese werden zunehmend dominiert von Wählerbefragungen, Sonntagserhebungen, Fernsehduellen und Polittalkshows, die vorher und nachher journalistisch breit kommentiert werden. Durch den Wandel der Präsentationsformen von Politik - vor allem durch die Privatisierung des Fernsehens und Ausbreitung des Internets sowie den Kampf um Marktanteile - wurde die Konzentration auf einzelne Personen gefördert. "Der" Spitzenkandidat als Kunstfigur entstand. Er oder sie steht stets für ein ganzes Parteiprogramm oder gar für die gesamte Partei. Diese Personalisierung von Politik und die Popularisierung von Wahlkämpfen fordern von politisch Tätigen neue Fähigkeiten zur medialen Selbstinszenierung. Die Spitzenperson muss Selbstoptimierung und Selbstdarstellung virtuos beherrschen - Fähigkeiten, die nach verbreiteter Auffassung eher Männern zugeschrieben werden.[4] Politik als in der Öffentlichkeit zu präsentierendes Geschäft setzt offenbar Fähigkeiten voraus, die Frauen eventuell auf andere Weise erlernen müssen als Männer.

Was ist einer Frau, die eine politische Karriere anstrebt, "erlaubt"? Wie sahen symbolische Grenzen und konkrete Grenzüberschreitungen in den 1950er und 1960er Jahren aus, als Politik für manche noch als "schmutziges" oder "männliches Geschäft" galt? Auch die jeweiligen Parteimilieus müssen berücksichtigt werden. Denn es gibt parteispezifische Spielräume der Selbstinszenierung, die den Akteurinnen - besonders in Wahlkampfzeiten - zugestanden werden. In Bezug auf das Verhältnis von Weiblichkeit und Männlichkeit gelten für Frauen und Männer verschiedene ungeschriebene Regeln und spezielle Codes.

Meine These lautet: Die in der Medien- und Wahlkampflogik zentrale Strategie der Personalisierung und Banalisierung basiert durchgängig auf quasi-natürlichen Geschlechter-Stereotypen.[5] Aber es gibt auch einen interessanten Wandel in sechs Jahrzehnten bundesrepublikanischer Berichterstattung über Politikerinnen. Diese lässt sich in fünf Phasen einteilen:[6] In der ersten Phase der Nachkriegszeit oszilliert die Berichterstattung zwischen Nichtbeachtung und Geringschätzung sowie dem Lob der "guten Mutter" in der Politik. Die zweite Phase der 1970er Jahre ist geprägt von anhaltender Trivialisierung und Stilisierung als "fleißige Ausnahme-" oder "kühle Powerfrau". In der dritten Phase der 1980er Jahre findet die "neue" Generation von Politikerinnen mehr Aufmerksamkeit. Die Berichterstattung changiert zwischen Anerkennung und Spott. Ab den 1990er Jahren scheint sie gekennzeichnet durch eine symbolische Akzeptanz von Politikerinnen und ab der Jahrtausendwende durch eine Art Schonung von Frauen, die Macht haben.

Besonders in der Berichterstattung über Angela Merkel seit 2001 zeigen sich Irritationen und Ambivalenzen, die um das Phänomen "Macht" kreisen. Vor 2005 äußert sich die strukturelle Unfähigkeit der Presse, mit Frauen in politischen Führungspositionen umzugehen, in Form von Spott und Häme. Man könnte heute von einer "temporären Zähmung der Medien" durch Frauen mit Macht sprechen. Allerdings wird an vielen Berichten auch deutlich: Nur wenn Politikerinnen ihre Weiblichkeit abgesprochen wird, scheint ihre Macht der Presse erträglich zu sein. Daher möchte ich vorwegnehmen: Es nützt Politikerinnen nichts, wenn sie versuchen, Weiblichkeit bzw. ihr Frau-Sein in der Politik nicht zu thematisieren. Der Versuch, diese Themen von sich zu weisen, wird scheitern. Politikerinnen sollten mit Geschlechterstereotypen bewusst umgehen und sie punktuell strategisch einsetzen, sonst verschenken sie wichtige Potenziale. In der Konfrontation bzw. Provokation mit dem "Alleinstellungsmerkmal Frau" liegen auch Chancen.

Berichterstattung in der Nachkriegszeit

In den 1950er und 1960er Jahren werden Politikerinnen in der Presse überwiegend verschwiegen. Diese Nichtbeachtung ist umso verblüffender, als dass es auch damals schon zahlreiche prominente Politikerinnen auf höchster Ebene gibt.[7] Wenn diese allerdings in den Medien erwähnt werden, wird das Klischee der "guten Mutter" bedient. In der Nachkriegszeit gelten die Pflichten der Ehefrau und Mutter als wesentliche "weibliche Bestimmung". Dieses Leitbild dominiert die Berichterstattung und wird teilweise von den Politikerinnen selbst akzeptiert und weithin nicht in Frage gestellt. "Meine Familie ist mir wichtiger als alle Politik", so drückt es eine Politikerin im Nachhinein aus.[8] Das Lob der "guten Mutter" und "glücklichen Hausfrau", die "zufällig" Politik macht, ist natürlich abhängig von der politischen Ausrichtung des jeweiligen Presseorgans und besonders deutlich in den christlich-konservativen Medien. In der sozialdemokratisch ausgerichteten Presse herrscht das Bild der "mütterlich-sorgenden Genossin und Parteigefährtin" oder des "guten Kumpels" vor, die keine eigenen Karriereambitionen hegt und somit ein geheimes Versprechen gibt, den Genossen nicht zur Konkurrentin zu werden.

Das Gebot, die dominante Männerkultur in Regierung und Parlament nicht durch ein zu auffälliges Frau-Sein oder durch sichtbare, attraktive Weiblichkeit zu verunsichern (eine frühe Ausnahme ist Annemarie Renger) gilt seinerzeit nicht etwa als anachronistisch, sondern wird von Politikerinnen selbst als sinnvoll angesehen ("Ich habe mich nie als Frauenrechtlerin geriert, da hätte ich gar nichts erreicht. Nur Spott oder Widerstand"[9]). Politikerinnen irritieren und stören qua Geschlecht die vorherrschende und medial untermauerte Geschlechterhierarchie im Politischen. Sie werden an der männlichen Norm gemessen, und ein ganz besonderes Lob (für ihre Anpassungsbereitschaft) ist, wenn sie gar zum "besten Mann der Fraktion" stilisiert werden. Frauen sind in den ersten beiden Nachkriegsjahrzehnten in der medialen Wahrnehmung in politischen Führungspositionen schlicht nicht vorgesehen. So werden sie in der Presse (und in der Wissenschaft) ignoriert, verleugnet, trivialisiert und marginalisiert.[10] Die Aufmerksamkeit konzentriert sich lediglich auf klischeehafte Darstellungen von Äußerlichkeiten. Statt Politikkonzepte oder Sachverstand zu analysieren und kommentieren, wird eher über die schwarze Tasche der Adenauer-Vertrauten und einflussreichen CDU-Abgeordneten Helene Weber berichtet, über das Hüsteln von Louise Schroeder oder den Hosenanzug von Lenelotte von Bothmer (beide SPD).[11]

Medien erwarten in dieser Zeit wie selbstverständlich, dass Politikerinnen feminin auftreten, gut aussehen und chic angezogen sind, dabei aber angenehm sanft im Hintergrund bleiben und hart arbeiten, wie folgende Zitate unterstreichen: "Blond, überraschend klein, zierlich und sehr lebhaft, das ist der erste Eindruck, den man von Frau Dr. Diemer-Nicolaus (...) der neuen Abgeordneten der FDP im Bundestag, gewinnt."[12] "Wenn sich eine Frau um ein Mandat bewirbt, dann muss sie aussehen wie 20, einen Kopf haben wie ein Rathaus und arbeiten wie ein Pferd."[13] Auch ist es üblich, zu jeder neuen Legislaturperiode im Parlament die sogenannte "Miss Bundestag" zu küren (Dieser "schöne Brauch" besteht übrigens noch immer). Ende der 1960er Jahre resümiert eine Journalistin: "Solange 44 Prozent der westdeutschen Bevölkerung gegen Frauen eingestellt sind, die Politik betreiben, und nur 32 von Hundert Frauen eine aktive Politikerin für sympathisch halten, sind wir noch weit, sehr weit davon entfernt, dass aktive Frauen in der Politik eine, wenn auch nur bescheidene Macht wären."[14]

1970er Jahre

Bis weit in die 1970er Jahre hinein spiegelt sich die geringe weibliche Präsenz im konventionellen politischen Bereich in einer noch viel geringeren medialen Repräsentanz wider.[15] Doch findet sich in dieser Phase über die nachrückende Generation (vor allem von jüngeren SPD-Abgeordneten) auch verhaltene Anerkennung in der Berichterstattung. Es wird speziell auf deren hohe Qualifikation, ihren politischen Ehrgeiz und Fleiß, aber auch auf das wenig mütterliche Erscheinungsbild abgehoben: "Die parlamentarischen Mütter" kommen "aus der Mode".[16] Die zeitgenössische Kolumnistin Sibylle Krause-Burger vermutet, dass die älteren Politikerinnen "vom Schlage der warmherzigen, hilfsbereiten politischen Mutter" von den Medien lange Zeit in diese Rolle gedrängt wurden: "Nur wenige unter den Älteren haben diese Rolle abzuschütteln vermocht. So blieb ihnen kaum anderes, als die Mutterrolle anzunehmen, ja sie nachgerade wie eine Monstranz vor sich herzutragen und eben damit die eigene Partei und die Wählerschaft in die Knie zu zwingen."[17]

Im "Jahr der Frau" 1975 wird über einzelne Politikerinnen als "fleißige Ausnahmefrauen", "kühle Powerfrauen" oder gar "Apparate-Frauen ohne Gefühl"[18] berichtet, die auf eine neue Generation von Politikerinnen hindeuteten, nämlich "Karrierefrauen in der Politik".[19] Darüber hinaus erscheinen vermehrt Artikel von (oftmals freiberuflichen) Journalistinnen. Diese beschreiben Politikerinnen durchweg positiver als früher und sehen sie im Vergleich zu den meisten ihrer männlichen Journalistenkollegen weniger spöttisch und selten hämisch, dagegen oft wertschätzend. Es überwiegt das Verständnis, wenn es um die offensichtliche Balanceleistung geht, Beruf, Familie und politisches Engagement in Einklang zu bringen. "Sie weiß, dass sie als Frau immer ein bisschen fleißiger, ein bisschen gewissenhafter, eben ein bisschen besser sein muss als der männliche Kollege. Als der Kandidat eines benachbarten Wahlkreises stöhnt: Vier Veranstaltungen an einem Tag! lächelt sie leise. Sie sagt nicht, dass sie am nächsten Tag sieben hat."[20]

1980er Jahre

In den 1980er Jahren rückt das traditionelle Bild von der "guten Mutter" in der Politik immer weiter in den Hintergrund. Eine jüngere, besser ausgebildete und selbstbewußtere Frauengeneration betritt die politische Bühne.[21] Auch diese Frauen werden anfangs, vor allem wenn sie frauenbewegt (wie einige SPD- und FDP-Abgeordnete) und feministisch (wie manche der Grünen) auftreten, verhöhnt, verspottet, nicht ernst genommen und an Äußerlichkeiten statt an Inhalten gemessen. Es finden sich auch Berichte, die Politikerinnen für ihren hohen Sachverstand loben, ihnen aber gleichzeitig die Weiblichkeit absprechen, als seien Qualifikation und Frau-Sein Widersprüche: "All diesen Frauen ist eines gemeinsam: Sie sind (...) keine Konzessionsfrauen mehr (...) sie arbeiten auch nicht in jenen, auf die schier-weibliche Interessensvertretung beschränkten Bereichen der Politik, die ihren Geschlechtsgenossinnen bisher zumeist vorbehalten waren. Vielmehr gehören sie zu den Fachleuten in ihrer Partei und in ihrer Fraktion. Deshalb (...) haben sie Karriere gemacht. Sie sind nicht als Frauen für andere Frauen in die Politik gegangen, sie sind (...) wegen ihrer besonderen persönlichen und fachlichen Qualifikation da. Sie sind schlicht, und jedem Manne vergleichbar, Politiker".[22]

Mitte der 1980er Jahre taucht Rita Süssmuth als "Komet über Kohls neuer Frauenwelt"[23] auf. In der Berichterstattung über sie zeigt sich der Wandel zu einer größeren Anerkennung einer Spitzenpolitikerin als kompetente Fachfrau. Mit Petra Kelly, Antje Vollmer oder Waltraut Schoppe werden auch bei den Grünen junge, unkonventionell auftretende Frauen in Führungspositionen gewählt. Auch sie werden durchaus anerkennend kommentiert - mal wohlwollend, mal spöttisch im Ton, je nach der politischen Ausrichtung des jeweiligen Presseorgans. Als mit Herta Däubler-Gmelien 1988 erstmals eine Frau in die Parteiführung der SPD gewählt wird, ist das Medienecho mehrheitlich positiv. Man attestiert ihr übereinstimmend hohe fachliche Qualifikation, Zielstrebigkeit, und - mit kritischem Unterton - den Willen zur Macht: "Sie ist fleißig, weiß sehr viel, setzt sich zielstrebig ein."[24] Die "Süddeutsche Zeitung" meint dieses stereotype Lob sogar positiv und ergänzt: "Sie ist keine Quotenfrau, keine, die ihr Selbstbewusstsein mit einem Doppelnamen schmückt, sondern eher eine von der Art: Selbst ist die Frau".[25] Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" sieht gar ein Matriarchat in der SPD aufziehen: "Herta Däubler-Gmelin ist die erste Nutznießerin des Münsteraner Matriarchats der SPD."[26]

Doch auch im Jahrzehnt der Quotenbeschlüsse und neuen Gesichter überwiegen herkömmliche Zuschreibungen. Verblichene Passepartouts werden zwar ausgewechselt, aber alte Klischees über die Untauglichkeit von Frauen für das Politische bleiben als Hintergrundfolie bestehen. Komplexe Sachfragen werden oft vereinfacht und besonders im Zusammenhang mit Politikerinnen der Grünen, die als "Quotenfrauen" belächelt oder abqualifiziert werden, sekundär behandelt. Dem weiblichen Geschlecht haftet in der öffentlichen Wahrnehmung noch immer ein quasi von Natur aus gegebenes Defizit an, was die "Emma" 1985 kritisch aufgreift: "Sie muss sich anstrengen und fleißig sein - oder durch Quoten in Ämter kommen -, denn: Sie kann es nicht! Und wenn sie es kann, dann ist sie eine Ausnahme oder wird als karrieregeil stilisiert. Als eine bekannte CDU-Politikerin 1985 Familienministerin unter Helmut Kohl werden möchte, wird sie von der Union nahe stehenden Zeitungen als Horror-Emanze abgestempelt. Sie wolle wohl selbst Ministerin werden, vermutete die Kölnische Rundschau und sprach damit den furchtbarsten Verdacht aus, den man in einer Männergesellschaft gegen eine Frau hegen kann: Ehrgeiz in eigener Sache."[27]

1990er Jahre bis heute

Je zahlreicher Politikerinnen im Laufe 1990er Jahre in die Parlamente einziehen[28] und je lautstarker Forderungen nach Veränderungen in der Geschlechterhierarchie werden, desto seltener werden in dieser Zeit die offenen Feindseligkeiten oder Tendenzen zur Trivialisierung in der seriösen Presse. Die inflationäre Reproduktion von Geschlechterstereotypen ist ins Stocken geraten - oder wird zumindest nett verpackt. Eine vielfältigere Realität gibt die Vorlage ab für eine differenziertere Berichterstattung. Aber implizite Ignoranz, Häme, Besserwisserei und Amüsiertheit sind nicht völlig verschwunden, sondern prägen weiterhin viele Berichte über die zunehmende Präsenz und Erfolge von Politikerinnen. Der Trend zur symbolischen Akzeptanz zeigt sich aber zum Beispiel in der auffallend freundlichen Berichterstattung über die erste weibliche Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Ursula Seiler-Albring: "Sie weiß, was sie will!"[29] - "Die im politischen Management geübte Liberale hat sich mit vollem Engagement in das außenpolitische Geschäft geworfen".[30]

Politikerinnen, die keine frauenpolitischen Forderungen erheben, werden durchweg positiver dargestellt als bekennende Feministinnen. Dieses gilt auch für die linksliberale Presse und betrifft auch CDU-Abgeordnete: "Für die Presse war ich das rote Tuch. Und in meiner Partei kann man sich mit keiner Politik so unbeliebt machen wie mit Frauenpolitik."[31] Frauenbewusste Politikerinnen geraten damit in eine "Doppelfalle": Zum einen, weil sie als Angehörige des "anderen" Geschlechts den "Männerbund" Politik ohnehin schon "stören", zum anderen, weil sie es darüber hinaus auch noch "wagen", Forderungen für ihr Geschlecht zu erheben.

Die 1990er Jahre sind die "Gründerzeit" der Frauenministerien und Gleichstellungsstellen in Bund, Ländern und Kommunen. Politikerinnen kommen in Ämter, in denen sie die Rolle "der Ersten" bzw. der Pionierin spielen.[32] Selbst unkonventionelle Politikerinnen, wie zum Beispiel die ehemalige Bundestagsabgeordnete der Grünen, Jutta Oesterle-Schwerin, die als Jüdin und bekennende Homosexuelle nach ihrem Parteiaustritt eine feministische Partei gründet, oder Heidi Wieczorek-Zeul (SPD) bekommen in den Medien eher lobende Aufmerksamkeit und Zuspruch als Kritik: "Durchsetzungsfähig, zielstrebig, kalkulierend - das ist die Ex-68erin noch immer, auch weicht sie politischem Zoff nicht aus."[33] Aber die Fokussierung auf Spitzenpolitikerinnen kristallisiert sich in diesen Jahren bereits deutlich heraus.

"Phänomen Merkel"

Erst mit der Kanzlerkandidatur einer Frau wird die hegemoniale Männlichkeit der Politik in einem bisher unbekannten Ausmaß öffentlich thematisiert. Anhand von "Kohls Mädchen aus dem Osten" kann man einen allmählichen aber doch grundsätzlichen Wandel in der Presseberichterstattung, vor allem in der Zeit zwischen 2001 und 2005, nachvollziehen. Die Gründe dieses Wandels sind vielschichtig. Sie hängen unter anderem mit vier Faktoren zusammen: Erstens ist die Zeitspanne offenbar groß genug gewesen, so dass sich Medien und Öffentlichkeit an Angela Merkels Machtanspruch gewöhnen konnten. Zweitens haben die innerparteilichen Krisen in der CDU eine Rolle gespielt, auch im Hinblick auf unverbrauchte Kandidaten für die Nachfolge Kohls. Drittens ist Merkel selbst ein Faktor: ihre uneitle Selbstpräsentation und ihr kluges Fädenziehen hinter den Kulissen, ihr unaufdringlicher, gleichwohl zäher Machtwille und ihre Fähigkeit, geduldig abzuwarten und bei passender Gelegenheit zuzugreifen. Schließlich ist auch das Phänomen Macht ein wichtiges Moment dieser Entwicklung gewesen.

Denn hinter dem Wandel von einer überwiegend spöttischen, herablassenden, besserwisserischen und oft auch hämischen Berichterstattung - zum Beispiel über Merkels Kleidung, Frisur, Mundwinkel oder ihre (wirtschafts)politische Kompetenz und der ständigen Frage: "Kann sie das?" - zu einer sachlicheren Tonart und mitunter sogar Bewunderung, könnte man den Respekt der Medien vor der Macht vermuten. Noch im Januar 2002 fordert "Die Zeit" Angela Merkel unverblümt auf, die Kanzlerkandidatur an Edmund Stoiber abzugeben. Sie zeige "Ehrgeiz, Machtbewusstsein, Realitätsferne und keinerlei ökonomische Kompetenz".[34] Sie wird eine Zeit lang medial regelrecht "gejagt".[35] Heute respektiert nicht nur die Wochenzeitung den neuen Stil und das neue Gesicht Deutschlands in der Welt.[36] Hier deutet sich eine Statusbezogenheit in der Perspektivenverschiebung an.

Das bislang vorherrschende Stereotyp von Politikerinnen als Ausnahmefrauen ist ebenfalls aufgeweicht. Sie werden langsam - vor allem sobald sie in Führungspositionen aufgestiegen sind - als Mitspielerinnen im Spiel um Dominanz und Einfluss ernst genommen.[37] Insbesondere Berichte über die Ministerinnen Ursula von der Leyen, Ulla Schmidt, Annette Schavan oder über die zweimalige Kandidatin für das Bundespräsidentenamt Gesine Schwan haben die Rezeption von Politikerinnen in der Presse nachhaltig verändert. Nicht nur dass sie als höchst unterschiedliche Persönlichkeiten in Bezug auf regionale Herkunft, Religion, Familienstand, Kinderzahl, Berufsausbildung und innerparteiliche Verankerung kommentiert werden, was zu einer differenzierteren Sicht beigetragen hat. Darüber hinaus ist auch eine größere Konzentration auf politische Inhalte, Sachthemen und Schwerpunkte festzustellen. Kleidung, Familienstand oder Kompetenz werden zwar noch vereinzelt kommentiert, fallen aber in der Gesamtbewertung kaum negativ ins Gewicht.

Fazit

Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts findet sich in der Presse eine unterproportionale, verkürzende oder verfälschende Berichterstattung über Politikerinnen. So ignoriert die Presse sie in der Nachkriegszeit noch überwiegend oder stilisiert sie als "gute Mütter". Auch in den 1970er Jahren werden sie marginalisiert, trivialisiert oder als Ausnahmefrauen charakterisiert. Erst in den 1980er Jahren werden sie verstärkt zur Kenntnis genommen und in politischer Verantwortung zunächst symbolisch akzeptiert. Ab der Jahrtausendwende schließlich werden sie sachlicher und differenzierter dargestellt und - sobald sie Machtpositionen inne haben - auch geschont, oft sogar hofiert. Dieses gilt insbesondere für die Kanzlerin, die bereits nach kurzer Amtszeit auch in Deutschland anerkennend und sachlich porträtiert wird.

Dennoch stellt die Presse auch heute noch Politikerinnen nicht ohne Bezug auf Rollenstereotype dar. Es gibt neben einer quantitativen Unausgewogenheit vor allem qualitative Besonderheiten, wie eine geschlechtsbezogene Sicht auf weibliche Politiker und andere Zuschreibungen und Erwartungen an sie. Gleichwohl wurde eine Versachlichung festgestellt im Sinne einer weniger auf traditionelle Rollenzuschreibungen zentrierten und stärker an der Praxis des politischen Entscheidungsprozesses orientierten Berichterstattung. Es gibt eine größere Varianz bei Themen, Problemerörterungen und Personen. Bemerkenswert ist auch, dass sich seit etwa 15 Jahren Journalistinnen und Journalisten zunehmend differenziert und kritisch mit der eigenen Zunft auseinandersetzen und sich mit klischeehaften und stereotypen Darstellungen von Politikerinnen nicht zufriedengeben.[38]

Interessanterweise ist die beschriebene Versachlichung in der Presse just in dem Moment zu konstatieren, in dem die Bedeutung von seriösen (gedruckten) Tages- und Wochenzeitungen für die politische Informationsvermittlung abzunehmen scheint. Die Auflagenverluste der Qualitätspresse sind nicht nur in Deutschland eklatant. Ferner sind es vor allem junge Leserinnen und Leser, die von konventionellen und zugleich anspruchsvollen (Print)Medien nicht mehr erreicht werden. Umfragen zufolge nutzt nur noch etwa jeder dritte Jugendliche regelmäßig eine konventionelle Tageszeitung, um sich zu informieren. Privatfernsehen und Internet haben Printmedien insbesondere bei jungen Menschen verdrängt. Deshalb lautet meine pessimistische Prognose: In dem Maße, in dem die trivialisierte Mediennutzung steigt, könnten traditionelle Rollenzuschreibungen und Vorurteile gegenüber Politikerinnen möglicherweise wieder an Bedeutung gewinnen. Eine solche Retraditionalisierung von Geschlechterarrangements in der Presse könnte einer Abwertung von Frauen in der Politik eventuell den Weg bahnen.


Auszug aus: Aus Politik und Zeitgeschichte 50/2009
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Fußnoten

1.
Es war ein Bericht über Cornelia Schmalz-Jacobsen, FDP-Generalsekretärin 1988–1991: Nachts, wenn die Generalsekretärin weint, in: Bunte, Oktober 1988.
2.
Inszenierungen von Weiblichkeit und Männlichkeit sind variabel. Medien transportieren traditionelle Weiblichkeitsklischees, aber auch Abweichungen. Beharrlichkeit bzw. Veränderungen von Zuschreibungen skizzieren gesellschaftliche Stereotype und Grenzziehungen zwischen akzeptierten Räumen für das jeweilige Geschlecht (des To-do oder Not-to-do) und sie werfen ein Licht auf die jeweils herrschenden Geschlechterverhältnisse bzw. den Stand von Geschlechtergerechtigkeit.
3.
In Deutschland gibt es erst seit kurzem wissenschaftliche Studien, welche die quantitative Unterrepräsentanz und die qualitative Diskriminierung von Politikerinnen in der Presse belegen. Neben geschlechtertypischen Stilisierungen und Trivialisierungen wird ein Zusammenhang von Frauen und Unterhaltung sowie "weichen" und "privaten" Themen nachgewiesen. Ferner besteht weiterhin eine schwache Repräsentanz von Politikerinnen im Fernsehen und in Tageszeitungen, wo ihr Anteil jeweils 19 Prozent ausmacht. Vgl. Christiane Schmerl, "Tais-toi et soi belle". 20 Jahre Geschlechterinszenierung in fünf westdeutschen Printmedien, in: Publizistik, 2002 (4), S. 388–411; Christina Holtz-Bacha/Nina König-Reiling (Hrsg.), Warum nicht gleich?, Wiesbaden 2007; Margreth Lünenborg (Hrsg.), Politik auf dem Boulevard?, Bielefeld 2009; Petra Pfannes, Powerfrau, Quotenfrau, Ausnahmefrau . . .?, Marburg 2004; Sylka Scholz (Hrsg.), Kann die das? Angela Merkels Kampf um die Macht, Berlin 2007.
4.
Herausragende Beispiele sind der "Medien-Kanzler" Gerhard Schröder, der französische Präsident Nicolas Sarkozy oder – besonders schrill – der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi.
5.
Ich stütze mich auf exemplarische Beobachtungen und eigene Archivrecherchen im Rahmen zweier Forschungsprojekte, bei denen die überregionale Berichterstattung renommierter Tages- und Wochenzeitungen über weibliche Bundestagsabgeordnete seit 1949 erfasst und ausgewertet wurde.
6.
Die Einteilung in Jahrzehnte folgt forschungspragmatischen Überlegungen, entspricht aber nicht eins zu eins einem abrupten Perspektivenwechsel der Pressebilder. Zeitliche Phasen lassen sich nicht scharf voneinander trennen, da nicht alle Prinzipien der ausgehenden Phase in der nächsten ihre Gültigkeit verlieren.
7.
So z. B. die vier "Mütter des Grundgesetzes" Elisabeth Selbert, Helene Weber, Friederike Nadig und Helene Wessel, daneben die Alterspräsidentin des Bundestages, Marie-Elisabeth Lüders, oder die beliebte Berliner Oberbürgermeisterin Louise Schroeder.
8.
Martha Schanzenbach, 1949–1972 Bundestagsabgeordnete der SPD, zit. in: Birgit Meyer, Frauen im Männerbund, Frankfurt/M.–New York 1997, S. 294.
9.
Emmy Diemer-Nicolaus, promovierte Juristin und Strafrechtsexpertin, 1957–1972 Bundestagsabgeordnete der FDP, zit. in: ebd.
10.
Vgl. C. Holtz-Bacha/N. König-Reiling (Anm. 3).
11.
Einen Tag, nachdem mit von Bothmer erstmals eine Abgeordnete in einem Hosenanzug im Bundestag gesprochen hatte, titelte "Bild": "So nicht, Frau Abgeordnete!" (1969).
12.
Mannheimer Morgen vom 16. 4. 1958.
13.
So Maria Stommel, 1964–1976 Bundestagsabgeordnete der CDU.
14.
Rheinischer Merkur vom 26. 7. 1968.
15.
So lag der Frauenanteil im Kabinett Willy Brandts 1972 bei 7 Prozent und im Bundestag zur gleichen Zeit auf dem historischen Tiefststand von nur 5,8 Prozent. Bis 1987 lag der Frauenanteil im Bundestag bei unter 10 Prozent, in den Landtagen sogar noch darunter.
16.
Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) vom 22.11.1975.
17.
Ebd.
18.
Vgl. Christiane Schmerl (Hrsg.), In die Presse geraten, Köln 1985.
19.
FAZ (Anm. 16).
20.
Die Zeit vom 3. 11. 1972.
21.
Zwischen 1980 und 1990 stieg der Frauenanteil im Bundestag von 8,5 auf 20,5 Prozent und es spiegelte sich die gestiegene Anzahl von vielseitig qualifizierten Frauen (Naturwissenschaftlerinnen, Juristinnen) auch im Parlament wider.
22.
Stuttgarter Zeitung vom 25. 4. 1981.
23.
Die Zeit vom 13. 6. 1986. Süssmuth wurde 1985 Ministerin für Jugend, Familie, Gesundheit, 1986 auch für Frauen sowie Vorsitzende der Frauenunion.
24.
Süddeutsche Zeitung vom 2. 9. 1988.
25.
Ebd.
26.
FAZ vom 2. 9. 1988.
27.
Emma, April 1985.
28.
Zwischen 1990 und 2000 stieg der Anteil weiblicher Bundestagsabgeordneter von 20 auf 30 Prozent. Unter Helmut Kohl gab es 1994–1998 drei Frauen unter 17 Ministern. Während der rot-grünen Koalition 1998–2005 waren rund ein Drittel der Bundestagsabgeordneten weiblich.
29.
FAZ vom 4. 4. 1991.
30.
Die Welt vom 22. 4. 1991.
31.
So Renate Hellwig (CDU), zit. in: B. Meyer (Anm. 8), S. 105.
32.
So wurde Rita Süssmuth 1988 die erste Bundestagspräsidentin der Union, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger 1992 Justizministerin, Renate Schmidt 1991 die erste Landesvorsitzende der SPD und Angela Merkel 2001 die erste Bundesvorsitzende der CDU.
33.
Der Spiegel vom 10. 5. 1993, S. 24 f. über Wieczorek-Zeul.
34.
Die Zeit vom 10. 1. 2002.
35.
Man denke an die Art, mit der Moderator Reinhold Beckmann sie am 10. 1. 2005 befragte. Vgl. Birgit Kienzle, Isss ja guuut, Frau Merkel!, in: Emma, März/April 2005.
36.
Vgl. Die Meistersängerin. Angela Merkel hat ihren Führungsstil gefunden, in: Die Zeit vom 26. 7. 2007.
37.
Vgl. Birgitta Stauber-Klein, Politikerinnen in den Medien: Erfahrungen aus dem Journalismus, in: H. Holtz-Bacha/N. König-Reiling (Anm. 3), S. 124–132.
38.
Vgl. Bettina Schausten, Sind die Politikerinnen reif für die Medien – sind die Medien reif für die Frauen?, in: C. Holtz-Bacha/N. König-Reiling (Anm. 3), S. 204–212.

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