Das Weltwirtschaftsforum (Englisch: World Economic Forum, WEF) ist ein jährlich stattfindendes Treffen führender Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, das in der Schweizer Gemeinde Davos stattfindet. Das Forum wird von der gleichnamigen Stiftung organisiert.
Im Jahr 1971 gründete der deutsche Wirtschaftswissenschaftler Klaus Schwab das WEF. Anfangs fand das Treffen noch unter dem Titel „European Management Symposium“ statt. Schwab, der Professor für Unternehmenspolitik an der Universität Genf war, wollte beim ersten WEF westeuropäische Firmen mit US-amerikanischen Managementpraktiken vertraut machen. Die Wahl des Veranstaltungsorts fiel unter anderem aus praktischen Gründen auf Davos: Dort wurde im Jahr 1969 ein großes Kongresszentrum eröffnet, das für eine internationale Konferenz die nötige Infrastruktur bot.
Leitmotiv des WEF ist das Stakeholder-Konzept: Firmen sollten nicht nur den Interessen ihrer Aktionärinnen und Aktionäre dienen, sondern allen beteiligten Interessengruppen. Es entwickelte sich also das Ziel, dass Regierungen,
Wer nimmt am Weltwirtschaftsforum teil?
Die Teilnahme am WEF erfolgt aufgrund von Mitgliedschaft oder auf Einladung. In Davos trifft sich demnach eine geschlossene Gesellschaft. In diesem Jahr sind fast 3.000 führende Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft am Weltwirtschaftsforum in Davos angekündigt. An fünf Tagen führen sie in hunderten Sitzungen Gespräche zu globalen Themen aus Wirtschaft, Technologie, Politik und Umwelt.
Eine zentrale Teilnehmergruppe des Forums, die auch maßgeblich zur Finanzierung beiträgt, sind Vertreterinnen und Vertreter aus der Wirtschaft. 100 Unternehmen, sogenannte strategische Partner, bezahlen für ihre Mitgliedschaft im WEF jährlich mehr als 600.000 Euro. Kleinere Mitgliedschaften sind ab 60.000 Euro erhältlich. Von der Höhe der Beiträge sind Panelplätze, der Einfluss auf Kongressinhalte und die Größe der teilnehmenden Delegation abhängig. Zu den Mitgliedern gehören viele der größten Unternehmen der Welt, etwa Allianz, Nestlé oder Volkswagen. Aufgrund der teuren Mitgliedschaft ist der unternehmerische Mittelstand traditionell nicht beim WEF vertreten.
Daneben werden zahlreiche Staats- und Regierungschefinnen und chefs und ihre Vertretungen als Gäste zur Konferenz geladen. 2026 kommen voraussichtlich über 60 Staats und Regierungschefs aus aller Welt zum WEF, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, US-Präsident Donald Trump, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der israelische Präsident Isaac Herzog, Argentiniens Präsident Javier Milei und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Vertreter der russischen Regierung werden seit dem
Seit einigen Jahren werden auch Vertreterinnen und Vertreter aus dem zivilgesellschaftlichen Bereich nach Davos eingeladen. Außerdem sind jedes Jahr Hunderte Journalistinnen und Journalisten vor Ort, die an Veranstaltungen teilnehmen und über das Konferenzgeschehen berichten. Am Rande des exklusiven Forums finden informelle Treffen und Empfänge statt, an denen in Teilen auch Nichtmitglieder teilnehmen. Das parallel zum WEF stattfindende „Open Forum“ steht nach Anmeldung allen Interessierten offen.
Prägende politische Ereignisse im Rahmen des WEF
1979: Erstmals besucht eine chinesische Delegation die damals noch als „European Management Symposium“ bezeichnete Konferenz. Im Jahr zuvor öffnete Staatschef
1987: Beim ersten Treffen nach der Umbenennung in „Weltwirtschaftsforum“ ist erstmals auch eine Delegation aus der Sowjetunion in Davos vertreten. Dies geschieht inmitten der Reformen
1988: Auf dem WEF wird die „Davos Declaration“ zwischen Griechenland und der Türkei unterschrieben, in der beide Seiten auf kriegerische Handlungen verzichten. Zuvor war es seit den 1930er-Jahren immer wieder zu Spannungen zwischen beiden Ländern gekommen. Im Jahr 1987 drohte ein Krieg wegen eines Streits um Ölbohrungen.
1992: Der südafrikanische Oppositionsführer Nelson Mandela nimmt nach seiner Freilassung aus der Haft erstmals am WEF teil. Sein Handschlag mit dem südafrikanischen Präsidenten Frederik de Klerk gilt als Symbol für den Wandel in Südafrika
1994: Israels Premierminister Schimon Peres und Chef der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) Jassir Arafat einigen sich auf einen Entwurf zu einem Abkommen zu den Gebieten um Gaza und Jericho, das wenige Monate später unterzeichnet wurde. Das Treffen findet auch im Kontext des 1993 begonnenen „
2019: Während einer Podiumsdiskussion gibt die 16-jährige Klimaaktivistin Greta Thunberg ein Statement ab, in dem sie mit den Worten „Ich will, dass ihr in Panik geratet!“ („I want you to panic!“) zum Handeln gegen die Klimakrise aufruft.
Wer organisiert und finanziert das Weltwirtschaftsforum?
Schwab war gemeinsam mit seiner Frau über viele Jahre Organisator des Forums und Chef der Stiftung WEF. Im April 2025 trat er auch wegen innerer Zerwürfnisse vom Vorsitz des Stiftungsrates zurück. Seit August 2025 wird die Stiftung übergangsweise von einer Doppelspitze geführt, die aus Larry Fink, dem Mitgründer der US-amerikanischen Investmentgesellschaft BlackRock, und André Hoffmann besteht. Hoffmann ist Vizepräsident des Pharmaunternehmens Roche Holding, einem der weltweit größten Pharmaunternehmen.
Das WEF finanziert sich als Stiftung größtenteils über die Mitgliedsbeiträge. Die Kosten für die Sicherheitsmaßnahmen in Davos werden zwischen der Stiftung und dem Schweizer Staat aufgeteilt.
Welche Kritik gibt es am Weltwirtschaftsforum?
In den 1990er- und den frühen 2000er-Jahren rückte das WEF in den Fokus von Globalisierungs- und Kapitalismuskritikerinnen und -kritikern sowie Umweltschützerinnen und -schützern. Es kam in dieser Zeit zu umfangreichen Polizeieinsätzen mit Wasserwerfern, Tränengas und Gummigeschossen gegen die Demonstrierenden.
Demonstrierende blockieren anlässlich des WEF 2025 eine Straße nach Davos. Auch dieses Jahr sind Proteste angekündigt. Die Veranstalter rechnen mit einer Größenordnung von 300 bis 400 Personen. (© picture-alliance, KEYSTONE | MICHAEL BUHOLZER)
Demonstrierende blockieren anlässlich des WEF 2025 eine Straße nach Davos. Auch dieses Jahr sind Proteste angekündigt. Die Veranstalter rechnen mit einer Größenordnung von 300 bis 400 Personen. (© picture-alliance, KEYSTONE | MICHAEL BUHOLZER)
Aktivistinnen und Aktivisten sowie kritische Kommentatorinnen und Kommentatoren stören sich an der exklusiven Einladungspolitik von mehrheitlich nicht demokratisch legitimierten Gästen. Bestehende globale Ungleichheitsverhältnisse werden Externer Link: laut der Initiative LobbyControl mit einem solchen Forum gestärkt. Kritisiert wird auch, dass autoritäre Regime eine Plattform erhalten.
Auf dem Forum präsentiere sich die wirtschaftliche und politische Elite zudem als einig, globale Probleme wie Armut und die Verschärfung des Weltklimas lösen zu wollen, ohne dabei ihre eigene Rolle in deren Zustandekommen ausreichend zu thematisieren. Echter Klimaschutz werde so verhindert, so etwa die Externer Link: Umweltschutzorganisation Greenpeace.
In einem Externer Link: offenen Brief positionierten sich auch Vermögende anlässlich des WEFs im Jahr 2025 gegen weltweit
Was werden die diesjährigen Themen sein?
Das Treffen im Januar 2026 wird unter dem Motto „Ein Geist des Dialogs“ („A Spirit of Dialogue“) stehen. Ein konkretes Programm liegt derzeit noch nicht vor.
Weltpolitisch wird das Treffen unter dem Eindruck des jüngsten