Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Seine Wurzeln reichen weit zurück: Bereits 1910 beschlossen Frauen aus 17 Ländern auf einer internationalen sozialistischen Frauenkonferenz
Ziel der Geschlechtergleichheit
Die VN haben sich Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen bis 2030 zum Ziel gesetzt. Als einer der wichtigsten Indikatoren gilt dabei, ob in einem Land gesetzliche Rahmenbedingungen bestehen, um Diskriminierung aufgrund des Geschlechts abzuschaffen und die Gleichstellung zu fördern, durchzusetzen und zu überwachen.
In Ländern mit umfassenden gesetzlichen Maßnahmen ist die Rate von Partnerschaftsgewalt nur weniger als halb so hoch wie in Staaten mit geringerem Schutz. Rechtlich zeichnet sich weltweit ein positiver Trend ab. Im untersuchten Zeitraum zwischen 2019 und 2024 wurden auf der ganzen Welt knapp 100 neue oder reformierte Gesetze zum Schutz von Frauen verabschiedet. In vielen Staaten fehlt allerdings noch immer umfassender gesetzlicher Schutz: Beispielsweise gilt nur in 63 Ländern Sex ohne Einwilligung als Vergewaltigung. Außerdem haben Ehemänner in 18 Ländern weltweit das Recht, ihren Frauen das Arbeiten zu verbieten.
Weiterhin ist Gewalt gegen Frauen weit verbreitet. In der EU hat knapp jede dritte Frau in ihrem Leben bereits körperliche oder sexualisierte Gewalt erfahren. Interner Link: Weltweit werden außerdem pro Tag im Durchschnitt 137 Frauen und Mädchen von Partnern oder Familienangehörigen getötet. Auch strukturelle Menschenrechtsverletzungen wie Genitalverstümmelung oder Frauenhandel setzen sich fort. Im Jahr 2025 lebten über 230 Millionen Mädchen und Frauen mit den Folgen
Jede dritte Frau in Deutschland Opfer von Gewalt
Partnerschaftsgewalt ist auch in Deutschland ein zentrales Problem. Aktuell wird etwa jede vierte Frau mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexualisierter Gewalt durch einen aktuellen oder früheren Partner. Fachleute gehen von einer erheblich höheren Dunkelziffer aus. Auch im politischen Kontext nimmt frauenfeindliche Gewalt zu. 2024 wurden 558 frauenfeindliche Straftaten im Bereich politisch motivierter Kriminalität registriert, überwiegend waren es Beleidigungen. Dies ist ein Anstieg um 73 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Zahl der Sexualstraftaten nahm zu, um sechs Prozent auf über 50.000 Betroffene.
Auch im digitalen Raum erleben insbesondere junge Frauen häufig Hass – in einer Externer Link: repräsentativen Befragung aus dem Jahr 2024 gibt knapp jede dritte Frau im Alter von 16 bis 24 Jahren an, bereits von Hass im Netz betroffen gewesen zu sein. Dies führt dazu, dass der Großteil der betroffenen Frauen sich weniger im Internet äußert.
Sexualisierte Gewalt als Waffe
Dass Frauen in Kriegen besonderen Schutz benötigen, erkannte der UN-Sicherheitsrat in Folge der Massenvergewaltigungen in Bosnien-Herzegowina im Jahr 2000 mit der Externer Link: Resolution 1325 an. Sie fordert den Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt sowie die stärkere Beteiligung von Frauen an Friedensprozessen. Zudem erkennt das Römische Statut des Internationalen Strafgerichtshofs Vergewaltigung im Rahmen systematischer Angriffe auf die Zivilbevölkerung als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit an.
Situation in Krisenregionen
In autoritären Regimen, die durch Konflikte und politische Instabilität geprägt sind, werden Frauenrechte besonders massiv eingeschränkt. Zu den Ländern mit den schlechtesten Lebensbedingungen für Frauen zählen Afghanistan, Jemen, die Zentralafrikanische Republik sowie Syrien, vor allem in den Bereichen Sicherheit, Bildung, wirtschaftliche Teilhabe und rechtliche Gleichstellung.
Besonders dramatisch ist die Lage in Afghanistan seit der Machtübernahme der Taliban 2021. Mädchen dürfen keine weiterführenden Schulen besuchen, Frauen sind von Universitäten ausgeschlossen, ihre Bewegungsfreiheit ist stark eingeschränkt und viele Berufe bleiben ihnen verwehrt. Auch im Iran verschärfte sich die Situation für Frauen weiter. Der Tod der 22-jährigen Jina Mahsa Amini im Jahr 2022 löste zwar landesweite Proteste gegen Diskriminierung und staatliche Kontrolle aus, doch reagierte das Regime mit verstärkter Repression, Verhaftungen und harten Strafen gegen Aktivistinnen.
Reproduktive Rechte von Frauen
Interner Link: Reproduktive Rechte betreffen die Familienplanung und Fortpflanzung von Frauen. Diese stehen weltweit unter Druck: Etwa 214 Millionen Frauen im geschlechtsreifen Alter haben keinen Zugang zu Verhütungsmitteln. Auch wenn die Müttersterblichkeit deutlich zurückgegangen ist, sterben weiterhin etwa 260.000 Frauen jährlich an Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt.
Im Jahr 2020 verschärfte Polen sein bereits striktes Abtreibungsgesetz von 1993 zu einem faktischen Verbot. Ausnahmen gelten nur, wenn das Leben der Mutter gefährdet ist oder nach einer Vergewaltigung. Auch nach einem Regierungswechsel im Herbst 2023 und einem gescheiterten Reformversuch 2024 bleibt Polen
In den Vereinigten Staaten entschied der Oberste Gerichtshof im Jahr 2022,
Gender Gap auf dem Arbeitsmarkt
Obwohl Frauen in Deutschland gesetzlich gleichgestellt sind, bestehen weiterhin unter anderem im Erwerbsleben strukturelle Benachteiligungen. Der „Gender Gap Arbeitsmarkt“ macht diese Unterschiede zwischen den Geschlechtern sichtbar, indem er die Lohnunterschiede, die bezahlte monatliche Arbeitszeit sowie die
Frauen in höheren Positionen und Ämtern
Auf politischer Ebene zeigen sich weltweit teils Fortschritte. Der Anteil weiblicher Abgeordneter in nationalen Parlamenten stieg von elf Prozent im Jahr 1995 auf nunmehr 27 Prozent. Anders sieht es an der Staatsspitze aus: Im Januar 2025 waren global nur 25 von 189 erhobenen Staatsoberhäupter weiblich, zwölf davon in Europa.
In Deutschland sank der Frauenanteil im Bundestag nach der