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Menschenwürde

Menschenwürde

Verschiedene Menschen, die alle eine Krone tragen, die sinnbildlich dafür steht, dass sie alle vor dem Gesetz gleich und gleich wertvoll sind. (© bpb)

Wenn etwas immer einen Wert hat, sagt man: Es hat eine Würde. Jeder Mensch hat eine Würde. Menschenwürde bedeutet, dass jeder Mensch wertvoll ist, weil er ein Mensch ist.

In Artikel 1 (1) des Interner Link: Grundgesetzes steht:
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

So erklärt der Philosoph Immanuel Kant die Menschenwürde:

Dinge sind wertvoll, wenn wir sie brauchen können. Schuhe sind zum Beispiel wertvoll, wenn sie passen und man gut in ihnen laufen kann. Wenn die Schuhe kaputt sind und niemand mehr in ihnen laufen kann, haben sie keinen Wert mehr.

Bei Menschen ist das anders. Darum sagt Kant: Alles hat einen Wert, der Mensch aber hat eine Würde. Was eine Würde hat, das ist immer wertvoll. Ein Mensch ist immer wertvoll. Auch wenn er krank ist oder nicht arbeiten kann.

Was eine Würde hat, das hat sogar einen besonderen Wert. Wenn zum Beispiel ein Mensch stirbt, dann kann man ihn nicht einfach durch einen anderen ersetzen.

Der Artikel 1 schützt den Menschen in seiner Würde.
Der Staat darf einen Menschen nie so behandeln, als sei er nichts wert. Der Staat darf einen Menschen, der in großer Gefahr ist, nicht alleine lassen, als sei er nicht wert. Der Staat muss Menschen auch vor anderen schützen, die ihn so behandeln, als sei er nichts wert.

Die Würde eines Menschen darf auf keinen Fall verletzt werden. Es ist egal, wie alt ein Mensch ist, welche Religion er hat, aus welchem Staat er kommen und ob er eine Frau oder ein Mann ist. Die Menschenwürde ist die wichtigste Regel im deutschen Grundgesetz. Niemand darf die Würde eines Menschen verletzen.

Das heißt: Kein Mensch hat das Recht, einem anderen Menschen Gewalt anzutun.
Zum Beispiel wurden in der Nazi-Zeit behinderte Menschen festgehalten und umgebracht, weil sie eine Behinderung hatten. Das nennt man „Euthanasie"-Morde.
So etwas verbietet die Menschenwürde. Kein Mensch darf gefoltert oder getötet werden.

Alle Menschen müssen mit Würde behandelt werden. Kein Mensch, der wirklich Hilfe braucht, darf allein gelassen werden.

Das gilt zum Beispiel auch für alle Menschen, die krank sind. Und für alle Kinder, die ohne Eltern sind.

Auch die Würde von Menschen, die ein Interner Link: Gesetz gebrochen haben, muss beachtet werden. Das hat das Interner Link: Bundesverfassungsgericht bestätigt.

Es hat zum Beispiel entschieden, dass auch Menschen im Gefängnis die Hoffnung haben müssen, dass sie das Gefängnis irgendwann wieder verlassen dürfen. Auch jemand, der einen anderen Menschen ermordet hat.
Ein Leben ohne Hoffnung ist nicht menschenwürdig. Ein Interner Link: Gericht muss deshalb nach 15 Jahren prüfen, ob ein Mensch das Gefängnis wieder verlassen kann.

Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung/bpb (Hrsg.): einfach POLITIK: Lexikon. Autor/inn/en: D.Meyer, T.Schüller-Ruhl, R.Vock u.a./ Redaktion (verantw.): Wolfram Hilpert (bpb). Bonn: 2022. Lizenz: CC BY-SA 4.0 //

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