| Teilnehmerzahl: |
Mind. 10 bis max. 50 |
|---|---|
| Zielgruppe: |
Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Hochschule, Berufsschule, Erwachsenenbildung |
| Zeitbedarf: |
bis zu 1/2 Tag |
| Preis Materialien od. Lizenz: |
kostenfrei / CreativeCommons |
In Reaktion auf die Kampagne „Was geht mit Menschlichkeit?“ des deutschen Jugendrotkreuzes hat sich das Badische Jugendrotkreuz näher mit Menschlichkeit in bewaffneten Konflikten, kurz gesagt dem Humanitären Völkerrecht, beschäftigt. Die Verbreitung und Stärkung des humanitären Völkerrechts ist bereits seit über 150 Jahren eine Kernaufgabe des Roten Kreuzes. Mit unserem Planspiel möchten wir dieses bedeutende, aber manches Mal schwer zu greifende Thema auf anschauliche Weise erlebbar machen. Die Teilnehmenden übernehmen die Rolle von Diplomat*innen fiktiver, aber realitätsnaher Staaten oder die Rolle des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Das IKRK bringt in eine diplomatische Konferenz den Vorschlag für eine fünfte Genfer Konvention ein. Diese soll dafür sorgen, dass auch im Zeitalter der Digitalisierung Regeln der Menschlichkeit im Krieg gelten. In der Verhandlung stoßen sowohl humanitäre als auch eigene Machtinteressen der Staaten aufeinander. Nur durch Verhandlung und Kompromisse kann sich einer Lösung genähert werden.
Zielsetzung:Das Planspiel hat die folgenden inhaltlichen (A) und methodischen (B) Ziele: A) Die Teilnehmer*innen 1. erkennen die Herausforderung und zugleich Machbarkeit der Verhandlung über international gültige Rechtsnormen für bewaffnete Konflikte. 2. begreifen Menschlichkeit als Grundwert, aus dem sich das Humanitäre Völkerrecht (HVR) ableitet; machen sich die Grundprinzipien der Genfer Konventionen bewusst und erkennen, welche Errungenschaft ihre Entwicklung und Verabschiedung war. 3. kennen wesentliche Akteure bei der Wahrung und Weiterentwicklung des HVR; diskutieren die Rolle von Staaten, dem IKRK und den Vereinten Nationen; kennen die besondere Rolle des IKRK als Vermittler in Konflikten und Hüter humanitärer Werte im internationalen Kontext. 4. lernen mit dem Themenfeld „Digitale Kriegsführung“ aktuelle Herausforderungen zur Weiterentwicklung des HVR kennen; machen sich zu den Themen „Autonomie von Waffensystemen“ und „Cyberkrieg“ mögliche Entwicklungsrichtungen des HVR bewusst. 5. reflektieren die Bedeutung des vom HVR vertretenen Grundwerts der Menschlichkeit für ihren eigenen Alltag. B) Die Teilnehmer*innen 1. erproben außerhalb eigener direkter Betroffenheit Verhandlungs- und Koalitionsstrategien sowie Kompromiss- und Konsensstrategien; sie erfahren, wie Konflikte im Diskurs gelöst werden können. 2. können sich in eine andere Position als die eigene hineinversetzen, diese nachvollziehen und aus dieser heraus argumentieren. 3. können die den Positionen zu Grunde liegenden Konfliktlinien und Gemeinsamkeiten erkennen und daraus Spielräume für eine Einigung ermitteln; stärken ihre Fähigkeit in Situationen mit gegensätzlichen Positionen auf eine Einigung hinzuwirken. 4. stärken ihre Fähigkeit zu Problemanalyse/Synthese sowie Debattenfähigkeit, rhetorische Fähigkeiten und Leseverständnis.
Spielablauf:Das Planspiel kann kompakt oder ausführlicher durchgeführt werden. Auch eine Durchführung über mehrere Tage (Einführung / Einarbeitung an einem Tag und Simulation am folgenden Tag) ist denkbar. Eine Durchführung beinhaltet die folgenden Elemente, die unterschiedlich lang gestaltet werden können: - Inhaltliche Einführung zum humanitären Völkerrecht und autonomen Waffen sowie Cyberkrieg (0h45 - 1h15) - Einführung in den Ablauf der Simulation und Einarbeitung in die Rolle (0h45 - 1h) - Simulation (2h30 - 3h30) - Auswertung (30 - 60 min.)
Materialien oder Planspielordner:Die gedruckte Planspiel-Broschüre kann beim Badischen Jugendrotkreuz bestellt werden.
Externer Link: https://jrk-baden.de/unser-planspiel-zum-humanitaeren-voelkerrecht/
Zur Gestaltung der Vorbereitung gibt es in der Broschüre sowie auf der Material-Website nähere Empfehlungen (u.a. Methoden zur Einführung zum humanitären Völkerrecht und den Themenfeldern Autonome Waffen / Cyberkrieg). Außerdem kann Video-Material aus einem Moodle-Raum eingesetzt werden.
Anbieter:
Badisches Jugendrotkreuz
E-Mail:
Externer Link: info@jrk-baden.de
Website:
Externer Link: https://jrk-baden.de/