Eindruck vom Hackathon, Entwicklung von Prototypen

Redaktion am 08.02.2017

1. Tag #DiBiGe16: Ergebnisse aus den Projektvorstellungen

Am ersten Tag des Open Space "Digitale Bildung & Geflüchtete" stellten sich 18 Projekte aus unterschiedlichen Bereichen vor: Hochschule, Schule, Mobiles Lernen, Online lernen, Außerschulische Angebote und "Open". Eine vollständige Auflistung der Projekte finden Sie hier. Aus den Projektvorstellungen wurden Praxiserfahrungen, Fragen, Thesen und Aufgaben für die verschiedenen Lernbereiche entwickelt. Die Ergebnisse fassen wir hier für Sie zusammen.

Im Bereich "Hochschule" war den Teilnehmenden der Projektvorstellungen vor allem wichtig zu betonen, dass Integration kein Wettbewerb ist. Netzwerkstrukturen müssten weiter ausgebaut werden, und neue Prüfungsformen seien nötig.

Das Projekt "Dialog macht Schule" stand im Bereich "Schule" im Zentrum. Als Beispiel für ein Ergebnis des Projekts wurde das Video der "Albrecht von Gräfe"-Schule genannt, das im Rahmen des Projekts entstanden ist. Zudem wurden die digitalen Angebote und Inhalte im Projekt thematisiert. 


Thema "Mobiles Lernen": Hier wurde über Alphabetisierung-Apps gesprochen und darüber, mehr Supportsprachen anzubieten. Es wurde die Frage diskutiert, wie kulturelle Werte vermittelt werden können. Die Teilnehmenden sprachen außerdem über eine Unterstützung durch Lernbegleiter bei Selbstlernangeboten und eine Vernetzung verschiedener Projekte beziehungsweise Apps.

Die Teilnehmenden im Bereich "Online lernen" waren sich einig, dass Sprachkenntnisse extrem wichtig seien. Die Möglichkeit des Onlinelernens würde Angebote vor Ort sehr gut ergänzen und den Geflüchteten zeit- und ortsunabhängiges Lernen ermöglichen. Es wurde über Tandempartner und Lernen im Kontext gesprochen. Lernerfolge sollten sichtbar gemacht werden für Lernende und Lehrende.

Die Teilnehmenden sammelten Ideen für weitere sinnvolle Onlineangebote für Geflüchtete:
  • Onlinebewertung von Unterkünften (sollten diese öffentlich sein? Sollte Einblick in die Verträge genommen werden?)
  • "Gelbe Seiten" für Geflüchtete
  • Ein Übersetzungsservice
  • Online-Mentorin (niedrigschwelliger Zugang)
  • Social-Media-Peers via Facebook/WhatsApp erreichen
  • Ein Notruf-Button
  • Crowdsource-Immobilien
  • Style-Beratung
  • Infomobile mit Beratung vor Ort
  • Ein REFUGEEx-Event wie TEDx mit Accelerator
  • Erlebnismagazine (auf Arabisch, Urdu, Somali)
  • Eine Onlinebefragung des ehrenamtlichen Engagements (Qualitätsstandards wie Wertschätzung; Möglichkeit der Erlangung von sozialer Kompetenz und Diversity; Neugierde als Grundkompetenz)
  • Service-Design als Katalysator
  • Verständnis der Berater im Wissensmanagement
Im Bereich der außerschulischen Angebote war den Teilnehmenden das Thema "Interaktion" wichtig, aber auch über Kurse und mehrsprachige Angebote wurde gesprochen. Wichtig seien konkrete Antworten zum Asylverfahren, z. B. über eine Erweiterung der "Ankommen"-App mit interaktiven Inhalten und Inhalten zur Arbeit mit heterogenen Gruppen als Fortbildungsangebot. Auch ein Musikfilm-Projekt für junge Frauen wurde thematisiert.

Im offenen Bereich wurde zunächst über die Berufsorientierung gesprochen und die Möglichkeit diskutiert, Infos, zum Beispiel als Video, zu verbreiten, die sich mit der Frage beschäftigen, was in Deutschland unter welchem Beruf zu verstehen ist und welche Qualifizierung vorausgesetzt wird. Die Teilnehmenden thematisierten zudem die IT-Branche, die sich für den Berufseinstieg Geflüchteter besonders eigne. Einige forderten mehr Hackathons, um Organisationen besser mit Programmierern und Programmiererinnen in Kontakt zu bringen.

Weitere Themen waren Musik-Apps oder Facebook-Streams zum Sprachenlernen und es wurde die Frage diskutiert, wie man mit verschiedenen Lernerfahrungen umgehen sollte. Weniger Professionalität sei nach Ansicht der Teilnehmenden mehr. Bezüglich sprachlicher Vereinfachungen wurde über Leitfäden für den Unterricht gesprochen.


Als schwierige Faktoren für die Arbeit mit Geflüchteten wurden deren Erfahrungen mit Korruption, Traumata und Menschenrechtsverletzungen genannt. Wichtig sei, eine Vertrauensbeziehung aufzubauen und die Krise auch als eine Chance zu betrachten. Als Möglichkeiten zur Zielgruppenansprache wurden persönliche Kontakte, Unterkünfte, Sozialpädagogen, Schulen, Facebook-Gruppen wie "Syrisches Haus", Videos und Multiplikatoren genannt.


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