Enshittification ist eine Theorie von Cory Doctorow. Lizenz: cc by-sa/4.0/deed.de
Enshittification ist eine Theorie von Cory Doctorow. Lizenz: cc by-sa/4.0/deed.de
So funktioniert die "Enshittification" laut Cory Doctorow:
Phase 1:
Nutzer und Nutzerinnen gewinnen
Eine Online-Plattform funktioniert direkt beim Start meistens sehr gut, um Nutzer und Nutzerinnen an sich zu binden. Es gibt z.B. keine Werbung.
Phase 2:
zahlende Kundinnen und Kunden gewinnen, Nutzerinnen und Nutzer ausnutzen
Sobald genug Nutzerinnen und Nutzer da sind, setzt die Plattform darauf, (Werbe)-Kundinnen und -Kunden anzulocken. Es gibt mehr Werbung und für die Nutzerinnen und Nutzer verschlechtert sich die Plattform.
Phase 3:
Marktmacht
Die Plattform hat Nutzerinnen und Nutzer sowie Firmenkundinnen und -kunden an sich gebunden und verdient mit der Werbung viel Geld. Der Druck, alle zufrieden zustellen, sinkt. Die Plattform "verfällt".
Enshittification im Unterricht
Lehrkräfte können Beispiele für Enshittification zeigen und Schülerinnen und Schüler nach ihren Erfahrungen fragen. Sie können über Methoden sprechen, die Firmen anwenden, um Kundinnen und Kunden zu binden, und zeigen, wie die Marktmacht von Plattformen entsteht. Dazu gehören:
Dark Patterns
Digitale Manipulationstechniken, die die Nutzerinnen und Nutzer einer Website oder App zu einer Handlung verleiten sollen.
Netzwerkeffekte
Je mehr Menschen eine Plattform nutzen, desto größer ist ihre Marktmacht.
Auch Plattform-Alternativen und Möglichkeiten, wie die Regulierung von Techkonzernen durchgesetzt werden könnte, können diskutiert werden. Beispiele sind:
Fediverse
werbefreie Plattformen ohne Algorithmen
Nachteil: kleineres Angebot, vor allem bei Videos
Digital Services Act (DSA) der EU
schützt die Grundrechte von Nutzerinnen und Nutzern im Internet
verbietet unter anderem den Einsatz von Dark Patterns