Sainte-Laguë-Verfahren

SLV. bezeichnet ein mathematisches Verfahren zur Berechnung der Abgeordnetensitze in Wahlsystemen mit Verhältniswahl. Das SLV. wird in DEU seit der Wahl zum Bundestag 2009 angewandt. Danach werden die Stimmen der Parteien nacheinander durch die Ziffern 0,5/1,5/2,5 usw. (bis zur Anzahl der zu vergebenden Mandate) geteilt und zwar (beginnend mit der höchsten Stimmenzahl) in der Reihenfolge der jeweils verbleibenden höchsten Stimmenzahl. Die Verteilung der Sitze erfolgt nach der Anzahl der auf die einzelnen Parteien entfallenden Höchstzahlen. Verzerrungen, die im früher eingesetzten d’Hondt-Verfahren zugunsten der großen Parteien und danach im Hare-Niemeyer-Verfahren zugunsten kleiner Parteien ausfielen, werden damit ausgeglichen.

Siehe auch:
Wahlsystem
Bundestag
Partei
Mandat

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2018. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.



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