Schuldfähigkeit

Strafbarkeitsvoraussetzungen. Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren haben zwar grundsätzlich Strafmündigkeit (Jugendstrafrecht). Zusätzlich ist jedoch die Einsichtsfähigkeit in das begangene Unrecht zu prüfen, wobei in einfach gelagerten Fällen (z. B. Diebstahl, Körperverletzung) keine hohen Anforderungen gestellt werden. Die S. ist auch ausgeschlossen, wenn ein volljähriger Täter unfähig zur Unrechtseinsicht war. Dies kann auf dauerhaften krankhaften seelischen Störungen oder zeitweiligen tief greifenden Bewusstseinsstörungen (z. B. erheblicher Alkohol- und/oder Drogenkonsum) beruhen. Für die Beurteilung des Zustandes bei der Tat ist oftmals ein medizinischer Sachverständiger notwendig. Wenn sich der Täter schuldhaft in diesen Zustand versetzt und eine Straftat begeht, kann er sich trotzdem strafbar gemacht haben (Vollrausch). Bei fehlender S. kann das Gericht bei der Erwartung von weiteren erheblichen Taten durch den Täter die Unterbringung (Unterbringung in Psychiatrie/Entziehungsanstalt) anordnen. Für das Zivilrecht siehe Deliktsfähigkeit.

Siehe auch:
Strafbarkeitsvoraussetzungen
Jugendliche
Strafmündigkeit
Jugendstrafrecht
Diebstahl
Körperverletzung
Sachverständiger
Vollrausch
Unterbringung in Psychiatrie/Entziehungsanstalt
Zivilrecht
Deliktsfähigkeit

Quelle: Das Rechtslexikon. Begriffe, Grundlagen, Zusammenhänge. Lennart Alexy / Andreas Fisahn / Susanne Hähnchen / Tobias Mushoff / Uwe Trepte. Verlag J.H.W. Dietz Nachf. , Bonn, 1. Auflage, September 2019. Lizenzausgabe: Bundeszentrale für politische Bildung.



Lexika-Suche