Inhaltsbeschreibung
Welche Schlussfolgerungen für ihr Handeln ziehen Menschen aus der Diagnose, dass sie in einer von Ungerechtigkeit und Ignoranz geprägten Gesellschaft leben? Der Soziologe Ferdinand Sutterlüty zeigt, dass diese keineswegs resignativ-angepasst oder politisch-revolutionär ausfallen müssen – sondern auch darin bestehen können, den Anspruch auf moralische Richtigkeit auf verschiedene Weise im Alltag wirksam werden zu lassen.
Der Autor ist an unterschiedliche Orte in Deutschland, Österreich und der Schweiz gereist und hat sich mit Menschen getroffen, die sich in ihrer jeweiligen Lebenswirklichkeit mit viel Einsatz kleineren oder größeren Ungerechtigkeiten entgegenstemmen. Die Gespräche mit ihnen machen deutlich, wie die Menschen sehr individuell und vielfältig dem Druck zur Konformität in ihrem Lebensalltag und ihrem beruflichen Umfeld widerstehen. Exemplarisch verdeutlichen sie, wie Mut, Beharrlichkeit und der Wille zur Veränderung konkrete Gestalt annehmen können – sei es als Seenotretter, Forstbeamtin, Reinigungskraft, Lehrer oder Landwirtin. Ob im Aufbau gewerkschaftlicher Strukturen, im Engagement gegen Diskriminierung oder im Versuch, ein Leben im bewussten Einklang mit der ökologischen und sozialen Umwelt zu führen: Die Porträts veranschaulichen, dass individuelle Entscheidungen einen Unterschied machen und Spielräume für Widerstand gegen ungerechte gesellschaftliche Zustände bestehen.