Inhaltsbeschreibung
Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Ob demografischer Wandel, wirtschaftliche Stagnation, schleppende Modernisierung der Infrastruktur oder veränderte globale Lage: In vielerlei Hinsicht scheinen Lösungen für die drängenden Probleme der Zeit gefragt. Doch das Land, so der Historiker Frank Trentmann, scheint angesichts der Mehrfachkrise blockiert und tue sich schwer, konstruktiv mit Veränderungen umzugehen. Dies betreffe nicht nur ökonomische oder sicherheitspolitische Fragen. Auch die Debatten zu Migration, den Unterschieden zwischen Ost und West oder zur Erinnerungspolitik offenbaren für ihn mentale und kulturelle Konfliktlinien, die eine ernste Gefahr für das gesellschaftliche Miteinander darstellen.
Trentmann, der seit vielen Jahren im Ausland lehrt, versucht die aktuelle Situation historisch einzuordnen und vergleichende Perspektiven aufzuzeigen. So analysiert er die Hintergründe und Ursachen der aktuellen Blockaden, zieht längere historische Linien und skizziert so auch Potenziale für Veränderungen, ohne dabei Probleme herunterzuspielen. So macht seine Analyse deutlich, dass die weit verbreitete Krisenstimmung der realen Lage nicht gerecht wird. Stattdessen gelte es den Blick auf die vorhandenen Handlungsspielräume zu richten und diese demokratisch zu gestalten.