Inhaltsbeschreibung
Geschichtsrevisionismus zielt darauf ab, wissenschaftlich anerkannte Ergebnisse historischer Forschung in Frage zu stellen, umzudeuten oder anzufechten. Rechtsextreme beziehen sich dabei insbesondere auf den Nationalsozialismus. Sie bestreiten, verharmlosen oder relativieren die deutschen Verbrechen. Die Leugnung der Shoah oder die Infragestellung deutscher Kriegsschuld sind dabei seit 1945 wiederkehrende Bestandteile geschichtsrevisionistischer Agitation.
Mitunter dienen krude historische Thesen militanten Rechtsextremisten als Begründung für Gewalt und Terror. Neuere Erscheinungsformen finden sich in der Reichsbürgerideologie oder in den Verschwörungsmythen aus der Szene der Coronaleugner. Anders als von diesen oft behauptet, geht es Geschichtsrevisionisten nicht um objektive Forschung, sondern um ideologisch motivierte Gegenerzählungen. Die oft in (neu-)rechter Publizistik, aber mittlerweile auch von politischen Mandatsträgern aggressiv betriebenen Umdeutungsversuche sollen den demokratischen Staat delegitimieren, rechtsextreme Positionen normalisieren und die Auseinandersetzung mit Schuld und Verantwortung sabotieren. Dieser Sammelband stellt Geschichte, Akteure und Spielarten des rechten Geschichtsrevisionismus in Deutschland vor, dekonstruiert Argumentationsmuster und zeigt Netzwerke, Entwicklungslinien und Kontinuitäten auf.