Meine Merkliste Geteilte Merkliste

Editorial

Stadt Editorial So tickt Berlin? Städtische Eigenlogiken in der Diskussion Kleine Geschichte der europäischen Stadt Die Stadt, ein großes Selfie? Urbanität zwischen Bühne und Beute Von den Rändern der Stadt her denken. Das Beispiel Berlin Städte für Menschen. Transformationen urbaner Mobilität Über die Ästhetik der Städte

Editorial

Anne Seibring

/ 1 Minute zu lesen

Die Stadt ist stets auch ein Sehnsuchtsort. Insbesondere Innenstadtlagen versprechen kurze Wege, gute Infrastruktur und ein ästhetisches Wohnumfeld. Entsprechend begehrt ist etwa der Prenzlauer Berg in Berlin, ein Quartier, dessen Entwicklung mittlerweile unter dem Schlagwort "Supergentrifizierung" diskutiert wird. Diese Aufwertung der Aufwertung führe dazu, dass sich nach der Verdrängung von Geringverdienern auch viele Menschen aus der Mittelschicht die Mieten nicht mehr leisten können.

Doch nicht nur in Millionenstädten wie in der Hauptstadt oder in München, Hamburg und Frankfurt am Main stellt sich die neue Wohnungsfrage, sondern auch in kleineren Großstädten: Nach einer von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Studie der Humboldt-Universität Berlin ist die Mietbelastungsquote unter 77 deutschen Großstädten in Bonn und Neuss am höchsten. Die urbanen Annehmlichkeiten kommen in manchen Orten zunehmend nur mehr den Wohlhabenden zu, die nicht ganz so Zahlungskräftigen werden (weiter) an die Ränder gedrängt.

Neben der Frage nach der sozialen Mischung bleibt Mobilität ein entscheidendes Thema für die Zukunft der Stadt. Wachsendem Autoverkehr ist durch Straßenausbau und neue Parkflächen nicht beizukommen: Mehr Straßen und mehr Parkplätze erhöhen das Verkehrsaufkommen proportional. Angesichts von langen Staus, hohen Feinstaubwerten und unwirtlichen Stadtautobahnen ist der Abbau der Privilegien des automobilen Verkehrs zugunsten des Fußgänger-, Rad- und öffentlichen Nahverkehrs eine naheliegende Lösung. Unsere Nachbarn Amsterdam und Kopenhagen machen vor, wie es gehen könnte.