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Reisen und Erobern

Reisen und Erobern Formen der Aneignung im Kontext von Reisen und Tourismus

Gabriele Habinger

/ 17 Minuten zu lesen

Reisen und Tourismus sind per se mit der Aneignung "fremder" Räume verknüpft. Die europäische koloniale Expansion und daraus resultierende Vorstellungen prägen unsere Reisepraktiken bis heute. Es gilt, den westlichen Ferntourismus zu "dekolonisieren".

Reisen und Tourismus sind per definitionem mit der Aneignung "fremder" Räume verknüpft, die für einen begrenzten Zeitraum aufgesucht, durchwandert, bereist und besichtigt werden. Mobilität ist immer eine Form der Raumaneignung, stellt also ein "Raumphänomen" dar. Dabei ist Raum nicht als gegebene physische und natürliche Umwelt zu verstehen, sondern er unterliegt – wie andere gesellschaftliche Kategorien, mit denen er in Wechselwirkung tritt – einer sozialen Konstruktionsleistung. Auch Tourismusräume entstehen erst durch spezifische Bedeutungszuschreibungen, Orte werden durch das Bereisen und durch die touristische Überformung zu Reisezielen, werden "touristifiziert", ohne die Wünsche und Bedürfnisse der "Bereisten" – wie ein sprechender Neologismus andeutet – einzubeziehen. Der britische Soziologe John Urry fasst diese Prozesse mit seinem Konzept des tourist gaze, des "touristischen Blicks", den er als eine Form der Machtausübung der TouristInnen in der Praxis des Betrachtens versteht. Erst durch das Betrachten werden Orte und Landschaften zu touristischen Attraktionen, und sie sagen letztlich mehr aus über die Reisenden als über die Menschen an den Reisezielen.

Im Folgenden werden die vielfältigen Verbindungslinien zwischen (touristischem) Reisen und "Erobern" in den Fokus gerückt, wobei Letzteres im Sinne unterschiedlicher Formen der Aneignung fremder Räume in der Ortsveränderung verstanden wird. Basierend auf Zugangsweisen und Erkenntnissen der Post- und Dekolonialen Theorie werden Wechselwirkungen zwischen Tourismus/Reisen und Raum hinsichtlich gesellschaftlicher Asymmetrien und (post)kolonialer Strukturen beleuchtet. Dargelegt wird jeweils, wie die europäische koloniale Expansion und daraus resultierende Vorstellungen und Diskurse historische Reisepraktiken prägen, und wie sich diese in weiterer Folge im modernen Ferntourismus auf vielfältige Weise manifestieren. Deutlich zeigt sich hier, dass sowohl Rahmenbedingungen und Strukturen als auch Motive und Vorstellungen des modernen Tourismus nur vor dem Hintergrund historischer Entwicklungen verständlich werden.

Mobilität und Reisen aus intersektionaler Perspektive

Reisen war (und ist) immer mit gesellschaftlichen Hierarchien verknüpft, manifestieren sich doch nicht zuletzt hier gesellschaftliche Disparitäten. So war Mobilität in der europäischen Geschichte aufgrund der bestehenden Gesellschaftsstrukturen, Normen und Werte lange nur bestimmten gesellschaftlichen Gruppen zugänglich. Erst im 18. Jahrhundert setzte mit der Herausbildung einer bürgerlichen Reisetradition eine Demokratisierung des Reisens ein. Für das aufstrebende Bürgertum war die "Bildungsreise" das Mittel der Aufklärung; hier konnte durch eigene Anschauung und "Erfahrung" – im wahrsten Sinne des Wortes – "Welt- und Menschenkenntnis" erworben werden.

Allerdings waren hierfür sowohl geschlechts- als auch schichtspezifische Barrieren eingezogen: Die Bildungsreise sollte den jungen Männern des wohlhabenden Bürgertums vorbehalten bleiben, galt sie doch im Wesentlichen als Vorbereitung für den beruflichen Lebensweg. Darüber hinaus waren Auslandsaufenthalte im 19. Jahrhundert, nicht zuletzt aufgrund der langen Dauer, immer auch von der Verfügbarkeit entsprechender zeitlicher und finanzieller Ressourcen abhängig. Ein weiterer wichtiger Faktor war gesellschaftliche Akzeptanz, was insbesondere die Geschichte des weiblichen Reisens zeigt. Im Rahmen der Forschungs- und Entdeckungsgeschichte erwies sich das (Fern-)Reisen – so wie in der ständischen Gesellschaft – zudem als männliche Domäne. Sämtliche dafür relevante Berufe, vom einfachen Matrosen über das wissenschaftliche Personal bis hin zum Expeditionsleiter, waren Männern vorbehalten. Soziale Schranken waren hier also prinzipiell aufgehoben, auch wenn die interessanteren Betätigungsfelder in den Händen der gehobenen Schichten blieben. In der Geschichte europäischer Mobilität verweben und überlagern sich also unterschiedliche soziale Kategorien, und klassen- und schichtspezifische Hürden konnten zum Beispiel durch die Kategorie Männlichkeit aufgebrochen werden.

Die Frage der Teilhabe an Reisemöglichkeiten ist auch in globaler Hinsicht relevant. So verlief die transatlantische Mobilität im Zuge der europäischen Expansion quasi monodirektional von den imperialen Zentren in die kolonialen Peripherien. Deren BewohnerInnen gelangten – mit wenigen Ausnahmen – nur dann nach Europa, wenn sie von Forschungs- und Entdeckungsreisenden auf ihren Schiffen mitgenommen wurden, sei es freiwillig oder erzwungen. Auch heute hängt die Zugänglichkeit zu touristischen Fernreisen wesentlich von nationaler Zugehörigkeit ab. Menschen aus dem Globalen Norden sind hier nach wie vor privilegiert, nicht zuletzt aufgrund der rigiden europäischen Einreisebestimmungen für Menschen aus dem Globalen Süden. Gleichwohl "erobern" zunehmend auch neue nationale Gruppen, etwa die ChinesInnen, den internationalen Tourismus für sich, was an den Reisezielen in Europa durchaus als problembehaftet wahrgenommen wird.

Identitätsbildung durch "Fremderfahrung"

Wie dargelegt, wies das aufgeklärte Bürgertum dem Reisen und der Kategorie "Erfahrung" ein identitätsstiftendes Potenzial zu, ging es doch darum, sich von der "gottgewollten", ständisch strukturierten Gesellschaftsordnung zu emanzipieren. Aber auch hier ist der Blick auf globale Zusammenhänge von Relevanz. Die europäische Expansion und die daraus resultierende Konfrontation und Auseinandersetzung mit dem außereuropäischen "Anderen" war ein wesentlicher Faktor für die Formierung einer gemeinsamen europäischen Identität, wobei sich auf Basis imperialer Herrschaft und Überlegenheit spezifische Vorstellungen herausbildeten.

So zeigte der Literaturwissenschaftler Edward Said, dass sich Europa erst durch die ständige Auseinandersetzung mit dem "Orient" – den er nicht als geografische Größe, sondern als Vorstellungskomplex des "Okzidents" verstand – seiner selbst bewusst wurde. Die europäische Kultur habe an Stärke und Identität gewonnen, indem sie das Eigene vom Gegenbild des orientalischen Anderen abhob. Said, ein wesentlicher Mitbegründer der Colonial Discourse Theory und Postcolonial Studies, sah im Orientalismus-Diskurs – in Anlehnung an Michel Foucaults Diskursbegriff – ein Herrschaftsinstrument des Westens: Es gehe um die "Orientalisierung" und "Zurichtung" des Orients nach eigenen Vorstellungen, um durch Repräsentation von außerhalb und hegemonialer Kulturproduktion Autorität zu gewinnen.

Auch der Soziologe Stuart Hall zeigte auf, dass sich erst durch den Vergleich mit nichteuropäischen Gesellschaften im Rahmen der europäischen Expansion eine spezifische westliche Identität herausbildete: Differenz schuf hier die Überzeugung eigener "Einzigartigkeit". So ging das koloniale Projekt mit einer entsprechenden Interpretation einher, wesentlich getragen von der Überzeugung der eigenen (kulturellen) Höherwertigkeit. Darauf basierend formulierten die EuropäerInnen auch "sendungsideologische Rechtfertigungsdoktrinen" in Form der "zivilisatorischen Mission", die sie zu einem universellen Auftrag stilisierten. Damit wurde die imperiale Aneignung legitimiert, der Kolonialismus zu einem humanitären Projekt umgedeutet. Die koloniale Expansion, die als "europäische Erfolgsgeschichte" überhöht und idealisiert wird, ist ein Mythos, der bis heute fortgeschrieben wird, nicht zuletzt von maßgeblichen politischen VertreterInnen der ehemaligen europäischen Kolonialmächte. Die Bilder, die EuropäerInnen von den (kolonialisierten) "Anderen" und gleichzeitig von sich selbst schufen, weisen also eine große Konstanz auf: Spezifische Zugangsweisen und Aspekte kolonialer Diskurse wurden und werden bis heute weitertragen.

Koloniale Expansion als Mobilitätsmotor

Durch den globalen Warenverkehr im Kontext der kolonialen Expansion Europas hatte sich Ende des 16. Jahrhunderts ein funktionierendes maritimes Verkehrsnetz etabliert, das sich schließlich im 18. Jahrhundert maßgeblich verdichtete, wodurch auch transatlantische Migrationsströme gefördert wurden. Einen Höhepunkt erreichte diese Entwicklung im 19. Jahrhundert: Der technische Fortschritt beschleunigte das Reisen, es wurde kostengünstiger, planbarer und sicherer – und damit immer mehr Menschen ermöglicht. Ausgangspunkt dieses Modernisierungsschubs war Großbritannien, die führende imperiale Macht jener Zeit. Aussagen europäischer Reiseschriftstellerinnen dieser Epoche ist zu entnehmen, dass sich die Sicherheit für Reisende durch kolonial beherrschte außereuropäische Regionen auch maßgeblich verbesserte, wenn sie nicht Angehörige der Kolonialmächte waren.

Ein weiterer "Mobilitätsschub" ging im 19. Jahrhundert von Forschungsexpeditionen aus. Ihre Aufgabe war nicht nur die "Entdeckung" und wissenschaftliche Erkundung bislang in Europa unbekannter Gebiete, sondern auch die Aufteilung der Welt unter den westlichen Kolonialmächten. Symptomatisch steht dafür der Scramble for Africa beziehungsweise der "Wettlauf um Afrika", wie es im Deutschen heißt. Forschungsreisen und Imperialismus gingen hier eine fruchtbare wie furchtbare Allianz ein: Westliche "Entdecker" bahnten Wege für eine künftige koloniale Aneignung außereuropäischer Regionen, und mit der Kartografierung wurde die Erschließung möglicherweise vorhandener Ressourcen vorangetrieben. Dies wurde häufig von (halb)offizieller Seite unterstützt; in Deutschland etwa nach der Reichsgründung 1871 durch "eine halbstaatliche, stärker an wirtschaftlichen und kolonialen Interessen orientierte Reiseförderung".

Den "Entdeckern" brachten derartige Unternehmungen erheblichen Ruhm ein, was auch deren Bedeutsamkeit für die europäische Welt zum Ausdruck bringt. Wie die Entdeckungen selbst wurden sie idealisiert und heroisiert: Sie hätten sich aufgeopfert, um Fortschritt und Zivilisation in die Welt zu bringen. Diese "Heldenerzählungen" des 19. Jahrhunderts wurden über Generationen hinweg tradiert, heute werden sie im Zuge postkolonialer Kritik zunehmend hinterfragt.

Weibliche Eroberer

Auch reisende Europäerinnen, die im 19. Jahrhundert auf dem gesamten Globus vermehrt Spuren hinterließen, wollten sich in die europäische Erfolgsgeschichte von Forschung und Entdeckung einschreiben. Doch hatten Frauen aufgrund der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen weitaus geringere Möglichkeiten als ihre männlichen Kollegen, bahnbrechende "Entdeckungen" zu machen. Um den Ruhm für ein solch prestigeträchtiges Unterfangen für sich zu beanspruchen, bedurfte es einer spezifischen Leistung, nämlich als erste(r) einen bestimmten Ort, eine Region oder eine Menschengruppe erreicht und damit "entdeckt" zu haben. Wenn schon nicht als erste(r) Angehörige(r) des Westens, dann zumindest als erste Europäerin oder als erste weiße Frau, wie Reiseschriftstellerinnen oft betonten.

Hier kam es zu interessanten Verschiebungen sozialer Kategorien: Einerseits hoben Reiseschriftstellerinnen ihre Weiblichkeit in besonderem Maße hervor, andererseits betrieben sie ihre "Vermännlichung": Mit den Bildern der "mutigen", "heldenhaften" Reisenden wurde der "männliche Heldenethos" auf Frauen übertragen. Insbesondere im kolonialen Kontext wurde aber die Geschlechtszugehörigkeit der reisenden Europäerinnen weitgehend bedeutungslos, und die Zugehörigkeit zur imperialen Macht beziehungsweise Hautfarbe trat in den Vordergrund. Sie machte Frauen zu sichtbaren Teilhaberinnen eines genderless white power. Eine Vermännlichung der weiblichen Reisenden erfolgte auch insofern, als sie von der lokalen Bevölkerung häufig wie Männer angesprochen und behandelt wurden. Europäische Reiseschriftstellerinnen gliederten sich somit in vielfältiger Weise in die damals übliche Zurschaustellung imperialer Macht ein und trugen ebenso wie die Männer zur Fortschreibung westlicher kolonialer Diskurse bei.

Sehnsucht nach dem "wahren" Leben

Der Eroberungshabitus europäischer Reisender des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts zeigt sich auch daran, dass sie unaufgefordert in die Häuser völlig fremder Menschen eindrangen, häufig mit dem Anspruch, Kultur und Lebensweise kennenzulernen oder auch "erforschen" zu wollen. An der Rechtmäßigkeit dieser Vereinnahmung fremder Räume wurden keinerlei Zweifel formuliert.

Auch heute drängt es westliche TouristInnen, Grenzen der Privatsphäre in weit entlegenen Regionen zu ignorieren. Dieses Bedürfnis, einen "Blick hinter die Kulissen", auf das "wahre" Leben, auch auf das Arbeitsleben der GastgeberInnen zu erhaschen, bewog den Anthropologen Dean MacCannel zu seinem Konzept unterschiedlicher touristischer Räume, die er als front und back stage bezeichnete. Da die Menschen vor Ort das Eindringen in ihr privates Leben keineswegs akzeptieren würden, sei die Zugänglichkeit von Räumen unterschiedlich gestaltet. Die "Vorderbühne" ist grundsätzlich für die touristische Begegnung vorgesehen, die back stages sollen vor den aneignenden Blicken der Reisenden geschützt werden. Doch handelt es sich eigentlich um idealisierte Endpunkte eines Kontinuums, auf dem sich eine Reihe von front regions befinden, die so gestaltet sind, dass sie als back regions erscheinen, und umgekehrt werden entsprechend gestaltete back regions dafür verwendet, um beispielsweise Außenstehende zu beherbergen.

Es geht also nicht um eine tatsächliche Binarität zwischen Echtem und Unechtem, Vorder- und Hinterbühne, und auch nicht wirklich um Authentizität, sondern um symbolische Strukturen und deren "diffuse Effekte". Letztlich ist die back region eine (touristische) Illusion, eine Phantasie, die auf spezifischen Vorstellungen und Erwartungen der TouristInnen beruht. Diese bestehen in der begierigen Suche nach dem Authentischen hinter den Kulissen, die hervorgebracht wird von der Sehnsucht nach wahrer Intimität, nach ursprünglicher Natur und dem einfachen Leben. Touristische Räume sind in dieser Konzeption soziale Konstruktionen, die auf touristischen Vorstellungen und Sehnsüchten beruhen.

Ähnliche Motive prägen den Ethnotourismus, der ebenfalls von der Suche nach dem Authentischen getragen wird, nach Natürlichkeit, Ganzheit und Spiritualität, die in der entfremdeten und säkularisierten Lebensweise der westlichen Gesellschaft endgültig verloren zu sein scheinen. In den Projektionen der EthnotouristInnen wird damit der ideengeschichtliche Diskurs der Aufklärung fortgeschrieben, der nicht zuletzt getragen ist von Zivilisationsflucht und Zivilisationskritik und der Figur des "Edlen Wilden". Doch ortet der Ethnologe Andreas Obrecht im Aufsuchen "exotischer Orte" und außereuropäischer Gesellschaften auch die "grenzenlose Lust" an Entdeckung und an der Terra Incognita, letztlich eine "Projektionsfläche der Sehnsucht nach wirklichem Abenteuer".

Darüber hinaus sind die "bereisten" ethnischen Gesellschaften oft marginalisierte Minderheiten im eigenen Land. Ob die (meist sehr kurzen) Besuche – trotz des Interesses der TouristInnen an "kultureller Diversität und Andersheit" – tatsächlich dazu dienen, die Lebensweise der Menschen näher kennenzulernen, oder nicht vielmehr die Bedürfnisse und Sehnsüchte der Reisenden aus dem Globalen Norden befriedigt werden sollen, gilt es kritisch zu hinterfragen.

Zur Kolonialität des Tourismus

Der moderne Ferntourismus wird in wissenschaftlichen Auseinandersetzungen zunehmend hinsichtlich seines "kolonialen Gehaltes" analysiert. Aufgrund seiner historischen Verflechtungen mit der europäischen Expansion sei er – so die einhellige Meinung – nicht nur in postkoloniale Beziehungen eingebettet, sondern bestätige und verstärke diese hierarchischen Strukturen fortwährend.

Wesentliche Impulse lieferte hier der Anthropologe Dennison Nash, der den Fokus seiner Analyse auf die ökonomischen Zentren im Globalen Norden richtete. Er erkannte den Schlüsselfaktor für den modernen Tourismus in der Produktivität der westlichen Industrienationen, wo genügend Überschuss produziert wird, um Reisen im Sinne von Freizeitaktivität überhaupt zu ermöglichen. Gleichzeitig entstünden im Rahmen dieses ökonomischen Systems erst touristische Bedürfnisse. Darüber hinaus übten die westlichen Industrienationen – nicht zuletzt aufgrund ihrer ökonomischen Überlegenheit – ein hohes Maß an Kontrolle über die Zielregionen aus. Aufgrund dieser Machtposition beschrieb Nash die globalen Zentren als imperialistisch und den Tourismus als "eine Form des Imperialismus". Die ökonomischen Abhängigkeitsstrukturen führten häufig dazu, dass ein Großteil der Tourismus-Einkünfte wie durch ein Leck im Rohr den vor Ort arbeitenden AkteurInnen entgeht (leakage effect) und entweder internationalen GeldgeberInnen oder auch lokalen Eliten zufließt. Dies erinnert wiederum an die Ausführungen des Historikers Jürgen Osterhammel, der darauf hinwies, dass im Rahmen kolonialer Herrschaft vornehmlich externe wirtschaftliche Bedürfnisse und Interessen verfolgt und die unterworfenen Gesellschaften ihrer historischen Eigenentwicklung vollkommen beraubt wurden.

Der heutige westliche Ferntourismus führt vielfach in Länder des Globalen Südens, bei denen es sich meist um ehemalige Kolonien oder quasi-koloniale Räume handelt. Hier bestehen koloniale "Überschreibungen" fort, weshalb der Tourismusforscher Karlheinz Wöhler von "postkolonialem Reisen" spricht. Insbesondere ländliche und marginalisierte Bevölkerungsgruppen werden "touristifiziert" und "vermarktet", wobei eine Verräumlichung der Zeit erfolgt, indem diese entfernten Kulturen weit in die Vergangenheit zurückversetzt und gleichzeitig als rückständig und vormodern dargestellt werden. Dass dies eine gängige Strategie in kolonialen Diskursen ist, hat bereits Said anhand des Orientalismus gezeigt.

Die (Post-)Kolonialität touristischer Beziehungen zeigt sich somit auch durch den Rückgriff auf einen Komplex westlicher Vorstellungen und damit zusammenhängender Praktiken, die wir heute als "koloniale Diskurse" bezeichnen. Sie basieren im Wesentlichen auf der Dualität zwischen Kolonisierenden und Kolonisierten, auf binären Oppositionen und gleichzeitiger Hierarchisierung zwischen dem "Eigenen" und dem "Fremden", verbunden mit spezifischen Wertungen. Die diskursiven Strategien funktionieren auf Basis von Stereotypisierung und Homogenisierung, enthalten gleichzeitig Idealisierung und "Wunschphantasien", aber auch "Erniedrigungsphantasien" und "Rituale der Herabwürdigung". Diese Diskurse stehen in einer Matrix von Wissen und Macht, etablieren Wahrheit und schaffen damit Realität, wobei das in diesem Kontext geschaffene Wissen den Interessen einer bestimmten Gruppe von Menschen dient. Ausgeprägt und verfestigt im Zuge der europäischen Expansion, weisen sie eine große Langlebigkeit auf, und dieses "Wissensarchiv" findet sich zum Beispiel auch in heutiger Tourismuswerbung.

So konnten in einer groß angelegten Untersuchung US-amerikanischer Tourismusbroschüren und unter Heranziehung Postkolonialer Theorien drei touristische "Mythen" mit entsprechenden Repräsentationsmustern identifiziert werden, die unmittelbar auf koloniale Diskurse rekurrieren. Diese Mythen sind regional unterschiedlich verortet und bedienen jeweils andere touristische Bedürfnisse und Erwartungen. Hier findet sich sowohl die Konstruktion eines unveränderbaren und weit in der Vergangenheit liegenden "mystischen Orients" als auch die "exotische Fremdheit", die wahlweise zu einem Paradies, das mit unendlichen Genüssen auf die Reisenden wartet, oder zu einem Ort extremer Gefahr, wo der europäische Entdeckergeist seine Erfüllung findet, stilisiert wird. So tragen die Repräsentationen in Tourismusbroschüren zur Fortschreibung und Verfestigung kolonialer Diskurse bei, wobei die damit angesprochenen Vorstellungen und Sehnsüchte wiederum der Vermarktung dienen.

Tourismus dekolonisieren – ein Ausblick

Bis hierhin mag der Eindruck entstanden sein, dass Reisen und Tourismus ausschließlich negativ zu beurteilen und letztlich abzulehnen seien. Dem ist jedoch nicht so: Tourismus ist weltweit einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren, mit beachtlichen jährlichen Wachstumsraten – zumindest bis 2020, als Corona-Pandemie und Lockdown-Phasen die Tourismusökonomie einbrechen ließen. Für zahlreiche Länder des Globalen Südens ist Tourismus ein wesentlicher Einkommensfaktor. Auf lokaler Ebene ermöglicht er benachteiligten gesellschaftlichen Gruppen Empowerment – etwa indigenen Frauen, wie Beispiele aus Mexiko und Peru zeigen. Auch die Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen vertritt die Ansicht, dass der Tourismus viel dazu beitragen kann, dass die 2015 ausgerufenen Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) erreicht werden. Und schließlich kann er ein wichtiger Faktor für die Wiederbelebung (nahezu) vergessener kultureller Traditionen sein und damit auch zur Bestärkung kultureller Identität beitragen, wie das Beispiel der "Living Museums" in entlegenen, kargen Regionen im nördlichen Namibia zeigt. In künstlich errichteten "traditionellen" Dörfern zeigen die San den BesucherInnen Aspekte ihrer kulturellen Traditionen, was für diese marginalisierte ethnische Gruppe eine wichtige Einkommensquelle, aber auch ein Mittel gegen die Landflucht der Jugendlichen ist.

Um jedoch die touristische Begegnung mit Respekt zu gestalten, ist es wichtig, sich die Entstehungsbedingungen des modernen Tourismus vor Augen zu führen, die enge Verzahnung mit der europäischen Geschichte kolonialer Aneignung. Die spezifischen Vorstellungen und Ideologien im Hinblick auf das außereuropäische Fremde und das Eigene sind bis heute in unserem Wissensbestand verfügbar. Insbesondere gegenüber indigenen und marginalisierten Gruppen sollten derartige postkoloniale Diskurse und Praktiken abgebaut werden. Jedenfalls gilt es, den westlichen Ferntourismus sukzessive zu "dekolonisieren", indem altbekannte Vorannahmen aufgezeigt und ins allgemeine Bewusstsein gerückt werden, um sie letztlich aufzubrechen. Neue theoretische Erkenntnisse und Zugangsweisen etwa von nicht-weißen WissenschaftlerInnen aus dem Globalen Süden zuzulassen wäre hier ebenso wichtig wie die Anerkennung der "Kolonialität der Macht" im Tourismus. Ein möglicher Schritt wäre, die Mythen hinsichtlich der europäischen Expansion im Schulunterricht nicht weiter zu tradieren und aufzuhören, den Imperialismus als Zivilisierungs- und Fortschrittsmission zu idealisieren.

Allerdings ist auch zu bedenken, dass Menschen in (post)kolonialen Verhältnissen nicht nur willfährige Opfer der machtvoll agierenden Angehörigen des Westens sind, sondern eigene Handlungsfähigkeit (agency) haben. Der touristische Raum und die touristischen Begegnungen sind durchaus von vielfältigen Formen wechselseitiger Interaktion zwischen hosts und guests geprägt. So kann der "widerständige Blick" der "Bereisten", etwa in Form des Fotografierens von weißen (Slum-)TouristInnen durch dort lebende Schwarze Frauen, als Mittel des Empowerment eingesetzt werden. Auch Forderungen nach einem "gerecht(er)en" Tourismus sind zu erfüllen, der sowohl eine gleichmäßige Partizipation am Reisen ermöglicht als auch die Interessen und Bedürfnisse aller im touristischen System involvierten berücksichtigt. Und natürlich sind auch wir Reisende gefordert, dem "Anderen" möglichst respektvoll, informiert und aufgeschlossen zu begegnen, selbst wenn die Interaktion in einem touristisch stark überformten Umfeld stattfindet. Ob im Sinne von Nachhaltigkeit und globaler Gerechtigkeit der Tourismus weiterhin der größte Faktor frei gewählter menschlicher Mobilität sein kann, wird die Zukunft weisen.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Vgl. z.B. Doris Wastl-Walter, Gender Geographien. Geschlecht und Raum als soziale Konstruktionen, Stuttgart 2010.

  2. Karlheinz Wöhler/Andreas Pott/Vera Denzer, Formen und Konstruktionsweisen von Tourismusräumen, in: dies. (Hrsg.), Tourismusräume. Zur soziokulturellen Konstruktion eines globalen Phänomens, Bielefeld 2010, S. 11–19, hier S. 11.

  3. John Urry, The Tourist Gaze, Los Angeles u.a. 20082, S. 2ff.

  4. Vgl. Horst W. Opaschowski, Tourismus. Eine systematische Einführung, Opladen 2002, S. 29.

  5. Zur historischen Abfolge siehe Franz Kolland, Tourismus im gesellschaftlichen Wandel – Entwicklungslinien und Erklärungsversuche, in: SWS-Rundschau 3/2006, S. 245–270.

  6. Vgl. Hans-Erich Bödeker, Reisen – Bedeutung und Funktion für die deutsche Aufklärungsgesellschaft, in: Wolfgang Griep/Hans-Wolf Jäger (Hrsg.), Reisen im 18. Jahrhundert. Neue Untersuchungen, Heidelberg 1986, S. 91–110, hier S. 95f.

  7. Vgl. Gabriele Habinger, Frauen reisen in die Fremde. Diskurse und Repräsentationen von reisenden Europäerinnen im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, Wien 2006, S. 43ff.

  8. Wie etwa das Beispiel der Wiener Weltreisenden Ida Pfeiffer zeigt. Vgl. Gabriele Habinger, Eine Wiener Biedermeierdame erobert die Welt. Die Lebensgeschichte der Ida Pfeiffer (1797–1858), Wien 2002, S. 50ff.

  9. Vgl. Hans-Wolf Jäger, Reisefacetten der Aufklärungszeit, in: Peter J. Brenner (Hrsg.), Der Reisebericht. Die Entwicklung einer Gattung in der deutschen Literatur, Frankfurt/M. 1989, S. 264ff.

  10. Vgl. z.B. Stefanie Wolter, Die Vermarktung des Fremden. Exotismus und die Anfänge des Massenkonsums, Frankfurt/M.–New York 2005, S. 82ff.

  11. Vgl. Elena Gatti/Christa Richter, Chinesische Touristen erobern die Welt – und verändern sie, in: dies., Digitales China. Basiswissen und Inspirationen für Ihren Geschäftserfolg im Reich der Mitte, Wiesbaden 2019, S. 81–88.

  12. Vgl. z.B. Matthias Benz, Wie Hallstatt sich gegen die chinesische Touristenflut wehrt, 23.8.2019, Externer Link: http://www.nzz.ch/ld.1501634.

  13. Vgl. Klaus Laermann, Raumerfahrung und Erfahrungsraum. Einige Überlegungen zu Reiseberichten aus Deutschland vom Ende des 18. Jahrhunderts, in: Hans Joachim Piechotta (Hrsg.), Reise und Utopie. Zur Literatur der Spätaufklärung, Frankfurt/M. 1976, S. 57–97.

  14. Vgl. Edward Said, Orientalism, New York 1978.

  15. Vgl. Stuart Hall, Der Westen und der Rest. Diskurs und Macht, in: ders.: Rassismus und kulturelle Identität. Ausgewählte Schriften 2, Hamburg 1994, S. 137–179.

  16. Jürgen Osterhammel, Kolonialismus. Geschichte – Formen – Folgen, München 2006, S. 20f.

  17. Vgl. Susanne Grindel, Mythos Kolonialismus. Die europäische Expansion in Afrika, in: Roland Bernhard et al. (Hrsg.), Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern, Göttingen 2017, S. 117–136, hier S. 117.

  18. Vgl. Bernd Hausberger/Jean-Paul Lehners, Das 18. Jahrhundert: eine Beschleunigung, in: dies. (Hrsg.), Die Welt im 18. Jahrhundert, Wien 2011, S. 12–41, hier S. 19, S. 31.

  19. Vgl. Gabriele Habinger, Inseln der Desillusion. Weibliche Blicke auf die Südsee, in: Katarina Ferro/Margit Wolfsberger (Hrsg.), Gender and Power in the Pacific. Women’s Strategies in a World of Change, Münster–Hamburg–London 2003, S. 185–228, hier S. 212.

  20. Vgl. Peter J. Brenner, Der Reisebericht in der deutschen Literatur: Ein Forschungsüberblick als Vorstudie zu einer Gattungsgeschichte, Tübingen 1990, S. 443.

  21. Stefan Fisch, Forschungsreisen im 19. Jahrhundert, in: Brenner (Anm. 9), S. 383–405, hier S. 388f.

  22. Vgl. Mathias Renz, Kartierte Kolonialgeschichte. Der Kolonialismus in raumbezogenen Medien historischen Lernens – ein Vergleich aktueller europäischer Geschichtsatlanten, Göttingen–Bristol 2014.

  23. Die Autorin Dea Birkett spricht in diesem Zusammenhang vom "achievement of a first". Vgl. Dea Birkett, Spinsters Abroad. Victorian Lady Explorers, Oxford–New York 1989.

  24. Vgl. Ulla Siebert, Frauenreiseforschung als Kulturkritik, in: Doris Jedamski et al. (Hrsg.), "Und tät’ das Reisen wählen!" Frauenreisen – Reisefrauen, Zürich–Dortmund 1994, S. 148–173, hier S. 154f.

  25. Birkett (Anm. 23), S. 117.

  26. Vgl. Gabriele Habinger, "Genderless white power" – Europäische Reiseschriftstellerinnen als Befürworterinnen und "Agentinnen" des Kolonialismus, in: Patricia Zuckerhut/Barbara Grubner (Hrsg.), Gewalt und Geschlecht. Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf sexualisierte Gewalt, Frankfurt/M. 2011, S. 67–91, hier S. 80.

  27. Vgl. Gabriele Habinger, "Wildheit" versus "Zivilisation": Fremd- und Selbstrepräsentationen reisender Europäerinnen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, in: Herbert Baumhackl et al. (Hrsg.), Tourismus in der "Dritten Welt". Zur Diskussion einer Entwicklungsperspektive, Wien 2006, S. 57–75.

  28. Vgl. Habinger (Anm. 7), S. 217f.

  29. Vgl. Dean MacCannell, Staged Authenticity: Arrangements of Social Space in Tourist Settings, in: American Journal of Sociology 3/1973, S. 589–603.

  30. Ders., Why It Never Really Was About Authenticity, in: Society 4/2008, S. 334–337.

  31. Andreas J. Obrecht, Ethnotourismus – und die Suche nach dem "Authentischen" in den Kulturen, in: Baumhackl et al. (Anm. 27), S. 76–98.

  32. Vgl. Claudia Trupp/Alexander Trupp, Zur Einführung: Ethnotourismus und die Konstruktion von Authentizität, in: dies. (Hrsg.), Ethnotourismus: interkulturelle Begegnung auf Augenhöhe?, Wien 2009, S. 7–20.

  33. Vgl. C. Michael Hall/Hazel Tucker, Tourism and Postcolonialism. An Introduction, in: dies. (Hrsg.), Tourism and Postcolonialism. Contested Discourses, Identities and Representations, London–New York 2004, S. 1–24, hier S. 2.

  34. Dennison Nash, Tourism as a Form of Imperialism, in: Valene L. Smith (Hrsg.), Hosts and Guests. The Anthropology of Tourism, Philadelphia 19892, S. 37–52, hier S. 39.

  35. Vgl. Hazel Tucker/John Akama, Tourism as Postcolonialism, in: Tazim Jamal/Mike Robinson (Hrsg.), The Sage Handbook of Tourism Studies, London u.a. 2012, S. 504–520, hier S. 506f.

  36. Vgl. Peter M. Burns, An Introduction to Tourism and Anthropology, London–New York 1999, S. 34.

  37. Vgl. Osterhammel (Anm. 16), S. 21.

  38. Karlheinz Wöhler, Fernreisen als postkoloniales Reisen, in: Kurt Luger/Christian Baumgartner/ders. (Hrsg.), Ferntourismus wohin? Der globale Tourismus erobert den Horizont, Innsbruck u.a. 2004, S. 57–72, hier S. 58ff.

  39. Vgl. Hall (Anm. 15), passim.

  40. Vgl. Charlotte M. Echtner/Pushkala Prasad, The Context of Third World Tourism Marketing, in: Annals of Tourism Research 3/2003, S. 660–682.

  41. Vgl. auch Kevin Hannam/Dan Knox, Tourism and the Other, in: dies. (Hrsg.), Understanding Tourism: A Critical Introduction, London u.a. 2010, S. 106–121.

  42. Vgl. z.B. Florence E. Babb, Theorizing Gender, Race, and Cultural Tourism in Latin America: A View from Peru and Mexico, in: Latin American Perspectives 6/2012, S. 36–50; Paola Vizcaino Suárez, Tourism as Empowerment: Women. Artisan’s Experiences in Central Mexico, in: Stroma Cole (Hrsg.), Gender Equality and Tourism: Beyond Empowerment, Oxfordshire–Boston 2018, S. 46–54.

  43. Vgl. World Tourism Organization, Tourism for SGDs, 2021, Externer Link: https://tourism4sdgs.org.

  44. Vgl. Salomé Ritterband, Tracking Indigenous Heritage. Ju/’Hoansi San Learning, Interpreting, and Staging Tradition for a Sustainable Future in Cultural Tourism in the Tsumkwe District of Namibia, Zürich–Wien 2018.

  45. Vgl. Donna Chambers/Christine Buzinde, Tourism and Decolonisation: Locating Research and Self, in: Annals of Tourism Research Jg. 51/2015, S. 1–16.

  46. Vgl. Sarah N.R. Wijesinghe, Researching Coloniality: A Reflection on Identity, in: Annals of Tourism Research Jg. 82/2020, Externer Link: https://doi.org/10.1016/j.annals.2020.102901.

  47. Vgl. Grindel (Anm. 17).

  48. Vgl. Pierre L. van den Berghe, "Tourism", in: Alan Barnard/Jonathan Spencer (Hrsg.), Routledge Encyclopedia of Social and Cultural Anthropology, London–New York 2010, S. 694ff.

  49. Vgl. Muldoon Meghan. Women and Tourism in the Township: Tourism for Empowerment?, in: Cole (Anm. 42), S. 69–79.

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ist promovierte Ethnologin und Lektorin am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die Anthropologie des Tourismus und des Reisens, Rassismus sowie Kolonialismus und Postkolonialität.
E-Mail Link: gabriele.habinger@univie.ac.at