Die 1948 gegründete „Freie Demokratische Partei“ (FDP) ist eine liberale Partei in der Mitte des politischen Spektrums, die in der Wirtschaftspolitik marktliberal oder rechts, in der Innen- und Gesellschaftspolitik jedoch eher linksliberal ausgerichtet ist. Auf Bundesebene war die FDP mit wechselnden Koalitionspartnern an mehreren Bundesregierungen beteiligt. Sie ist im Europäischen Parlament und der Hälfte aller Landtage vertreten.
Fakten zur Partei
Landesvorsitz: Dr. Hans-Ulrich Rülke MdL*
Gründungsjahr Landesverband: 1948*
Mitgliederzahl in Baden-Württemberg: 8.800*
Wahlergebnis 2021: 10,5%
* nach Angaben der Partei
Baden-Württemberg gilt als Stammland des Liberalismus Die 1945 in Stuttgart gegründete liberale Vorgängerpartei „Demokratische Volkspartei“ (DVP) ging 1949 in der auf Bundesebene neu gegründeten FDP auf. Noch heute ist der offizielle Name der Landtagsfraktion der FDP in Baden-Württemberg „FDP/DVP“. Sie stellte 1952 den ersten Ministerpräsidenten des neu gegründeten Landes Baden-Württemberg. Während die FDP bis 1968 durchweg zweistellige Ergebnisse bei Wahlen zum Landtag von Baden-Württemberg erzielte, bewegen sich ihre Stimmenanteile seit Beginn der 1970er Jahre weitgehend im einstelligen Bereich. Die FDP war seit Gründung des Bundeslands Baden-Württemberg mehrfach an der Landesregierung beteiligt und verfehlte bislang nie den Einzug in den Landtag.
Ein zentrales Ziel der FDP ist der Abbau von Bürokratie und Verwaltung. In Regierungsverantwortung will die Partei durch eine umfassende Digitalisierung von Antragsprozessen ein Fünftel der Verwaltungsstellen entbehrlich machen. In der Arbeits- und Mittelstandspolitik fordert die FDP die Abschaffung des Bildungszeitgesetzes sowie des Landestariftreue- und Mindestlohngesetzes. In der Bildung setzt sie auf ein mehrgliedriges Schulsystem mit verbindlicher Grundschulempfehlung und Erhalt der Werkrealschule. Beim Wohnen will sie den Erwerb von Eigentum erleichtern – etwa durch Senkung der Grunderwerbsteuer und die Abschaffung der Pflicht zur Installation von Photovoltaikanlagen z. B. bei Neubauten. In der Steuerpolitik fordert sie, die Grundsteuer nach dem Flächenmodell zu berechnen. Die FDP will die Attraktivität aller Formen der Mobilität stärken. Sie setzt auf E-Fuels sowie eine Politik, die nicht gegen den motorisierten Individualverkehr gerichtet ist.
Für 2026 strebt die FDP eine Regierungsbeteiligung in einer CDU-geführten Landesregierung an.