Die „Alternative für Deutschland“ (AfD) entstand im Jahr 2013. Unmittelbarer Auslöser war die Ablehnung der Rettungspakete für von der Euro-Krise betroffene europäische Staaten wie Griechenland. Ab 2016 verlagerte sich der programmatische Schwerpunkt der AfD auf das Thema Integration, Einwanderung und Islam. In der Folge verschoben sich auch die innerparteilichen Machtstrukturen in der AfD zugunsten einer rechtspopulistischen, in Teilen rechtsextremen Ausrichtung, die sich in der Abneigung gegenüber etablierten Parteien, Skepsis gegenüber Migranten, Ablehnung des Islam und Sympathien für Russland trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine äußert. Segmente der Partei sind offen völkisch-nationalistisch. Bundes- und Landesverfassungsschutz in Baden-Württemberg beobachten laut ihren Berichten für das Jahr 2024 die AfD als rechtsextremistischen „Verdachtsfall“. Über weitreichendere Einstufungen stehen gerichtliche Entscheidungen noch aus. Im Bundestag stellt die AfD seit der Bundestagswahl 2025 die größte Oppositionsfraktion. In Baden-Württemberg zog die AfD 2016 zum ersten Mal in den Landtag ein und wurde größte Oppositionspartei. 2021 verlor sie deutlich an Stimmen und bildete die kleinste Fraktion im Landtag.
Fakten zur Partei
Landesvorsitz: Markus Frohnmaier und Emil Sänze*
Gründungsjahr Landesverband: 2013*
Mitgliederzahl in Baden-Württemberg: 9.000*
Wahlergebnis 2021: 9,7%
* nach Angaben der Partei
Zentrale Themen der AfD zur Landtagswahl sind Migration, die Energie- und die Wirtschaftspolitik. In der Migrationspolitik fordert die AfD eine konsequente Abschottung der Grenzen sowie die verstärkte Durchsetzung von Abschiebungen. Mit einer AfD-geführten Landesregierung soll zudem ein Volksentscheid über grundlegende Leitlinien der Migrationspolitik stattfinden. In der Energie- und Wirtschaftspolitik fordert sie die Rückkehr zur Kernenergie und den Erhalt von Kohlekraftwerken. Außerdem will sie die Beendigung der Sanktionen gegen Russland sowie die Landesmittel für Klimaschutz in die Senkung der Energiepreise umleiten. Im Bildungsbereich plädiert die Partei für ein leistungs- und disziplinorientiertes Schulsystem, das nationale Identität, deutsche Sprache und naturwissenschaftliche Fächer in den Mittelpunkt stellt. Medienpolitisch fordert die AfD eine Reduzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf ein Zehntel seiner aktuellen Größe.
Im Landtagswahlkampf 2026 tritt der Bundestagsabgeordnete Markus Frohnmeier als Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten auf. Er kandidiert allerdings nicht für ein Landtagsmandat.