Die 1993 gegründete „PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ“ (Tierschutzpartei) unterhält Landesverbände in allen Bundesländern. Neben einzelnen Mandaten auf kommunaler Ebene konnte sie auch bei allen Europawahlen seit 2014 jeweils ein Mandat erringen. Seit ihrer Gründung trat sie bei einer Vielzahl von Bundestags- und Landtagswahlen an. Dabei erreichte sie oft über ein, gelegentlich auch über zwei Prozent der Stimmen. Bei der Bundestagswahl 2025 blieb sie knapp unter einem Prozent. Zentrale Themen der Tierschutzpartei sind der Schutz und die Rechte von Tieren. Die Partei charakterisiert sich selbst als „ganzheitlich“, da sie Mensch, Tier und Natur als „untrennbare Einheit“ auffasse, deren Rechte gleichermaßen berücksichtigt werden sollen. Daher sind neben den Themen wie „Massentierhaltung“, Tierversuche und Import von tierischen Waren auch der Einsatz für marginalisierte Gruppen und zukünftige Generationen zentrale Themen. Die geforderten Schutzmaßnahmen für Tiere, ihre Kritik an marktwirtschaftlichen Prinzipien und ihr Eintreten für benachteiligte Gruppen lassen die Partei als „linksliberal-ökologisch“ erscheinen.
Fakten zur Partei
Landesvorsitz: Bastian Röhm, Miriam Broux*
Gründungsjahr Landesverband: 1994*
Mitgliederzahl in Baden-Württemberg: 330*
Wahlergebnis 2021: nicht teilgenommen
* nach Angaben der Partei
Zu den Hauptforderungen der Partei zur Landtagswahl 2026 gehören die Abschaffung der „Massentierhaltung“ und der Jagd, ein Verbot von Tierversuchen und eine Konzentration von Subventionen ausschließlich für vegane, ökologische Landwirtschaft. Weitere wichtige Themen der Partei betreffen die Sozial- und Finanzpolitik, wobei die Partei generell für einen Ausbau von Sozialleistungen und stärkere Umverteilung, wie etwa durch eine Vermögensteuer, eintritt. Die Partei fordert zudem u.a. kostenfreie Betreuung und Bildung von der Kita bis zur Hochschule, den Ausbau von Sozialwohnungen und den Rückkauf privatisierter Krankenhäuser. Die Tierschutzpartei will darüber hinaus Bürgerräte fördern, überschuldete Kommunen entlasten und einen kostenlosen Personennahverkehr schaffen.