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WAHLEN UND PARTEIEN – Wer darf regieren?

Video-Reihe "Abdelkratie"

WAHLEN UND PARTEIEN – Wer darf regieren?

Endlich darf ich wählen. Aber was soll das überhaupt? Und wie genau funktioniert das eigentlich? - Hier erfährst du wie Du Dich am besten für die nächsten Wahlen vorbereitest und warum es wichtig ist, eine Entscheidung zu treffen.

Dies ist eine Übersetzung Interner Link: dieses Textes in Einfacher Sprache.

Wahlen sind in der Demokratie sehr wichtig. Damit können Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung sagen. Das hat einen großen Wert. Denn damit wird deutlich, dass alle Menschen gleich sind. Alle bestimmen mit und jede Stimme zählt gleich. Das zeigt auch, dass alle Bürgerinnen und Bürger sehr viel Macht haben. Im Grundgesetz steht der Satz "Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus". Das bedeutet, dass jeder deutsche Bürger bei politischen Entscheidungen mitmachen darf. Zum Beispiel bei der Wahl von Abgeordneten für den Bundestag.

Wählen gehen gehört zu einem demokratischen Staat dazu. In Deutschland finden Wahlen häufig statt. Die Bürgerinnen und Bürger wählen bei Kommunalwahlen, Landtagswahlen, Bundestagswahlen und Europawahlen. Ein Wahltag ist immer ein besonderer Tag. An diesem Tag nutzen alle Bürgerinnen und Bürger das Wahlrecht.

Auch im Alltag gibt es manchmal Wahlen. Zum Beispiel in Schulen, in Vereinen oder am Arbeitsplatz. Wer die meisten Stimmen bekommt, der gewinnt die Wahl. Einfach gesagt funktioniert so eine Wahl. Aber so einfach ist es auch wieder nicht.

Was sind Wahlen?

(© bpb)

Mit Wahlen können sich Bürgerinnen und Bürger bei der Politik beteiligen. Das ist ganz wichtig in einer modernen Demokratie. Heute sagt man auch Massenwahl, weil es sehr viele Menschen gibt, die wählen können. Das war nicht immer so.

Wählen gehen bedeutet auch, dass die Bürgerinnen und Bürger sich für eine Partei oder eine Person entscheiden müssen. Das ist manchmal sehr schwierig. Es gibt viele Millionen Menschen in Deutschland, die wählen dürfen. Alle Bürgerinnen und Bürger müssen Zugang zu Informationen bekommen, damit sie eine Entscheidung treffen können. Dafür nutzen Parteien und Politikerinnen und Politiker die Zeit vor einer Wahl. Diese Zeit nennt man auch Wahlkampf. Im Wahlkampf können Parteien und Politikerinnen und Politiker erzählen, welche Ideen sie haben. Und was sie machen werden, wenn sie gewählt werden.

Früher haben manche Menschen bei Wahlen betrogen, damit sie gewinnen. Das nennt man Wahlmanipulation. Zum Beispiel hat man den Bürgerinnen und Bürgern Geld gegeben, damit sie eine bestimmte Person wählen. Das ist nicht erlaubt.

Heute gibt es auch so etwas wie Wahlmanipulation. Das passiert zum Beispiel durch falsche Informationen in den sozialen Medien, zum Beispiel bei Facebook oder Twitter. Dabei behaupten manche Menschen im Internet Sachen, die nicht wahr sind. Es ist dann schwer, das Gegenteil zu beweisen. So werden viele Menschen verunsichert und können schlechter eine Entscheidung treffen. Das ist ein großes Problem bei Wahlen.

Geht wählen auch anders?

Damit Wahlen gerecht zugehen, haben sich manche Menschen verschiedene Lösungen überlegt. Ein Vorschlag lautet, dass man Kandidatinnen und Kandidaten mit einem Los bestimmen könnte. Das wäre für Kandidatinnen und Kandidaten ohne viel Geld gerecht. Dann braucht man nicht viel Geld für einen Wahlkampf auszugeben.

Eine andere Möglichkeit ist das Wählen von Vertreterinnen und Vertretern. Dabei könnte jedes Dorf und jedes Stadtviertel seine Vertreterin oder Vertreter wählen. Diese gewählten Vertreterinnen und Vertreter wählen dann weitere Vertreterinnen und Vertreter. So könnte am Ende eine Entscheidung von wenigen Menschen getroffen werden. Dann müsste es keine Massenwahl mehr geben.

Was passiert mit der Stimme?

Wählen gehen heißt seine Stimme abzugeben. Das sagt man deshalb, weil jede Stimme bei einer Wahl gezählt wird. In einer demokratischen Wahl gibt es zwei Arten, die Stimmen zu zählen. Das nennt man Mehrheitswahlrecht und Verhältniswahlrecht. Das Mehrheitswahlrecht gibt es zum Beispiel in Großbritannien. Beim Mehrheitswahlrecht hat eine Person eine Wahl gewonnen, wenn sie die Mehrheit der Stimmen bekommen hat. Wenn zum Beispiel 100 Personen wählen und eine Kandidatin oder ein Kandidat 51 Stimmen bekommen hat. Die 51 Stimmen bilden eine Mehrheit. Die restlichen 49 Stimmen spielen keine Rolle mehr. Man sagt auch, dass diese Stimmen verloren gehen.

Beim Verhältniswahlrecht funktioniert das anders. Dabei werden keine Personen, sondern Parteien gewählt. Alle Stimmen werden gezählt. Die Partei mit den meisten Stimmen bekommt die meisten Sitze im Parlament. Das ist dann die stärkste Partei. Die anderen Parteien bekommen auch Sitze. Es sind aber weniger als bei der stärksten Partei. Es kommt also nicht auf die Mehrheit an. Das Verhältniswahlrecht gibt es zum Beispiel in Deutschland.

(© bpb)

Manche sagen, dass das Verhältniswahlrecht besser ist, weil dabei wirklich jede Stimme zählt. Somit haben auch kleine Parteien die Möglichkeit ins Parlament zu kommen. Damit nicht zu viele kleine Parteien ins Parlament kommen, gibt es eine andere Regelung. Das nennt man die Fünf-Prozent-Hürde. Dabei muss eine Partei mindestens fünf Prozent der Stimmen bei einer Wahl bekommen. Nur dann kann diese Partei ins Parlament kommen.

Was machen die Parteien?

Bei den Wahlen in Deutschland wählen die Bürgerinnen und Bürger meistens eine Partei. Parteien haben verschiedene Ziele und Programme. Das bedeutet: Jede Partei hat eine andere Idee, wie man in Deutschland mit verschiedenen Themen umgehen soll. So kann man immer nachlesen oder nachfragen, wie eine Partei über ein Thema denkt. Zum Beispiel über Bildung oder Arbeit. Wenn man die Ideen einer Partei gut findet, dann kann man bei einer Wahl für diese Partei stimmen.

In Parteien arbeiten Politikerinnen und Politiker. Diese Menschen kennen sich sehr gut mit verschiedenen Themen aus. Zum Beispiel mit Gesundheit, Umwelt oder Steuern. Viele Themen sind sehr schwer zu verstehen. Deswegen ist es gut, wenn Fachleute damit beauftragt werden. So können auch Entscheidungen schneller getroffen werden. Wenn man jedes Mal eine Volksbefragung machen würde, würde es sehr lange dauern bis eine Antwort kommt.

(© bpb)

Deswegen sind Politikerinnen und Politiker wichtig. Diese Menschen arbeiten an Lösungen für schwierige Fragen. Sie machen das als Beruf. Die gewählten Politikerinnen und Politiker vertreten ihre Wähler. Deshalb nennt man Politikerinnen und Politiker auch Volksvertreterinnen und Volksvertreter.

Bürgerinnen und Bürger können auch in eine Partei eintreten. Dann kann man sich noch mehr an der Politik beteiligen. In Deutschland gibt es mehr als eine Million Menschen in Parteien. Deswegen sind Parteien in einer Demokratie sehr wichtig.

Welche Fragen gibt es noch?

Demokratie ist nicht einfach und auch nicht perfekt. Aber in der Demokratie ist es wichtig, alle Meinungen zu einem Thema zu hören. Dann kann man manche Sachen ändern und das Leben gerechter machen. Deswegen ist es wichtig, dass alle Menschen mitmachen. Nicht nur Menschen, die studiert haben oder viel Geld haben. Man kann auch ohne viel Geld bei der Politik mitmachen. Menschen müssen sich für die Demokratie einsetzen, denn nur so können sie die Macht behalten und mitentscheiden.

So kann man für mehr Gerechtigkeit und Gleichheit in Deutschland und auch in Europa sorgen.