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27. November 1986

Deutschland-Chronik I: Alliierte Besatzungspolitik 1. Vorentscheidungen der Siegermächte 2. Die Teilung Deutschlands 3. Wirtschafts- und Sozialreformen 4. Interzonale Verflechtungen und Sonderfall Saargebiet 5. Berlin und Berlin-Blockade II: Gründerjahre der beiden deutschen Staaten 6. Konstituierung der beiden deutschen Staaten 7. Bipolare Außenpolitik und Wiederaufrüstung im Kalten Krieg 8. Deutschlandpolitik und Berlin-Status im Kalten Krieg 9. Wirtschaft, Sozialpolitik und Gesellschaft 10. BRD und DDR: Bildungs-, Kultur-, Familien- und Jugendpolitik 1949 - 1955 III: BRD und DDR als Vorposten ihrer Schutzmächte 11. Regierung und Innenpolitik 12. Außen- und Sicherheitspolitik der beiden deutschen Staaten 13. Deutschlandpolitik und deutsch-deutscher Konflikt 1955 - 1961 14. Wirtschaft, Arbeit und Sozialpolitik 15. BRD und DDR: Bildungs- und Familienpolitik 1955 - 1961 IV: Deutschland in der Ära der Koexistenz 16. Regierungen, Parteien und Verfassung im politischen Wandel 17. Außen- und Sicherheitspolitik zwischen Konfrontation und Normalisierung 18. Deutsch-deutscher und Berlin-Konflikt im Übergang 1961 - 1969 19. Wirtschafts- und Sozialpolitik 20. Entwicklungspolitik und Weltwirtschaft 1961 - 1969/71 21. BRD und DDR: Bildung und Familie 1961 - 1969/71 V: Die deutschen Staaten im Wandel vom Ost-West-Konflikt zur Entspannung 22. Innenpolitik in der Ära Brandt/Schmidt und Honecker 23. Außen- und Sicherheitspolitik in der Ära Brandt/Schmidt und Honecker 24. Zwei Staaten, eine Nation in Deutschland 1969 - 1982 25. Berlin-Regelung und Berlin-Politik 1971 - 1982 26. Ökonomie, Umwelt und soziale Sicherung 27. Entwicklungspolitik und Weltwirtschaft 1969 - 1982 28. Familie und Jugend, Bildung und Kultur VI: Von der Ost-West-Entspannung bis zum Vorabend der 'Wende' 29. Innenpolitik in der ersten Ära Kohl und am Ende der Ära Honecker 30. Außen- und Sicherheitspolitik 31. Deutsch-deutsche Sonderbeziehungen und Berlin 1982 - 1989 32. Wirtschaft und soziale Sicherung, Umwelt und Entwicklung 33. BRD und DDR: Familie und Bildung 1982 - 1989 VII: Von der friedlichen Revolution zur staatlichen Einheit 34. »Wir sind das Volk«: Die friedliche Revolution vor und nach dem 40. Jahrestag der DDR-Gründung 35. DDR und BRD: Von der Vertragsgemeinschaft zur Einheit 36. Internationale und sicherheitspolitische Rahmenbedingungen der deutschen Einheit 37. Die Wiederherstellung der Einheit Berlins als »kleine Wiedervereinigung« 1989 - 1990 VIII: Deutschland auf dem Weg zur inneren Einheit 38. Regierungssystem und Innenpolitik in der zweiten Ära Kohl 39. Deutsche Außen- und Sicherheitspolitik nach der Einheit 40. Wirtschaft, Steuern und Sozialpolitik in Deutschland 41. Weltwirtschaft, Dritte Welt und Umwelt 1990 - 1998 42. Familien-, Jugend- und Bildungspolitik in Deutschland 1990 - 1998 IX: Kontinuität und Wandel 43. Regierungswechsel und Innenpolitik 44. Deutschland in der internationalen Politik 45. Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik 46. Weltwirtschaft, Dritte Welt und Umwelt 1998 - 2000 47. Familie und Bildung 1998 - 2000 Über die Chronik Redaktion

27. November 1986

Die Volkskammer beschließt nach der Direktive des XI. SED-Parteitags (Interner Link: 17. - 21. 4. 1986) den Fünfjahrplan 1986 - 1990.Er soll das produzierte Nationaleinkommen und die industrielle Nettoproduktion beträchtlich erhöhen. Die qualitativen und effektiven Faktoren des Wirtschaftswachstums sind zu fördern, vor allem durch Schlüsseltechnologien wie Mikroelektronik, Automatisierung und Roboter. Erstrebt wird, die Leistung zu steigern und gleichzeitig Rohstoffe, Energie und Materialien einzusparen. Kernstück der Sozialpolitik bleibt das Wohnungsbauprogramm. Die Zielsetzungen des unrealistischen Plans werden nicht erfüllt: Das Wirtschaftswachstum schrumpft, da die Arbeitsproduktivität in der DDR nur ca. 50 Prozent der westlichen beträgt und die Arbeitslosigkeit verschleiert wird. Die forcierte »Computerisierung« führt nicht zur erhofften Senkung der Produktionskosten und des Materialverbrauchs; denn sie muss durch Staatszuschüsse gestützt werden, während die Mittel fehlen, ineffektive, stark verschlissene Ausrüstungen zu ersetzen oder zu reparieren. Wachsende Auslandsverpflichtungen, vor allem dem RGW, der Sowjetunion und westlichen Kreditgebern gegenüber, chronischer Devisenmangel, erhöhte Rohstoff-und Energiepreise sowie steigende Technologie-und Rüstungsausgaben belasten den Staatshaushalt zusätzlich. Schulden und ihre Zinsen müssen durch neue Schulden bezahlt werden. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, sollen die Importe gedrosselt und »qualitative Wirtschaftsfaktoren« zugunsten des Exports gefördert werden. Anstelle der geplanten Exportüberschüsse treten jedoch seit 1985 zunehmend Importüberschüsse, die die Zahlungsbilanz weiter belasten. Da sich die Geldeinnahmen der Bevölkerung erhöhen, besteht ein beträchtlicher Kaufkraftüberhang. Er hätte bei den bestehenden Versorgungs-und Lieferengpässen nur durch eine radikale Senkung des Lebensstandards der Bevölkerung oder durch neue Importe gegen neue Devisenschulden abgeschöpft werden können.