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26.9.2011 | Von:
Marianne Braig

Hinterhof der USA? Eine Beziehungsgeschichte

In Mexiko und den USA wurde immer wieder versucht, eine gemeinsame Ge­schichte der Befreiung vom europäischen Kolonialismus zu entwerfen. Doch die "Hinterhofpolitik" der USA verhindert eine Kooperation unter Gleichen.

Einleitung

Ein in die USA ausgewanderter Mexikaner, der sich dafür einsetzte, auf beiden Seiten des Rio Grande an Wahlen teilnehmen und seine politischen Rechte wahrnehmen zu können, antwortete auf die Frage nach seiner politischen Heimat ohne zu zögern: "La nacion mexicana llega hasta donde estamos los mexicanos."[1] Unter anderem diese Ansicht - nach der sich die mexikanische Nation auf das Territorium erstrecke, auf dem Mexikaner leben, zumal, wenn dieses früher zu Mexiko gehört habe -, bewog den US-amerikanischen Politikwissenschaftler Samuel Huntington dazu, von einer Hispanic Challenge zu sprechen. Und so warnte er vor mexikanischen Ansprüchen auf US-Gebiete oder gar einer reconquista.[2] Für viele Mexikaner wie den Schriftsteller Carlos Fuentes wiederum ist die heutige Grenze zu den USA tatsächlich eine "offene Wunde", steht sie doch für den Verlust der Hälfte des mexikanischen Staatsgebiets im Zuge des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges von 1846 bis 1848.


Fußnoten

1.
Stephanie Schütze, La nacion mexicana llega hasta donde estamos los mexicanos. Los partidos políticos mexicanos y su participacion política transnacional, in: Iberoamericana. América Latina, España, Portugal: Ensayos sobre letras, historia y sociedad. Notas, Reseñas iberoamericanas, 7 (2007) 25, S. 143-154.
2.
Samuel P. Huntington, The Hispanic Challenge, in: Foreign Policy, (2004) März-April, S. 30-45.

Länderprofil 14

Mexiko

Mexiko ist sowohl von Zuwanderung und Transmigration – vor allem von Mittelamerika ausgehend in die USA – betroffen, als auch von Abwanderung, zumeist in die USA. Während des vergangenen Jahrhunderts war die Abwanderung am stärksten, dennoch haben alle drei Migrationsformen Spuren hinterlassen.

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