Bei einem Black Lives Matter Protest in Bristol wird die Statue von Edward Colston in das Hafenbecken geworfen

Geschichte und Erinnerung

Instrumentalisieren deutsche Eliten den Holocaust, um andere historische Verbrechen auszublenden? Die mit Schärfe geführte Debatte darüber, welchen Platz die deutschen Kolonialverbrechen in der Erinnerungskultur einnehmen sollen, rührt aus einer älteren Forschungsdebatte und aus dem Sichtbarmachen kolonialer Spuren im öffentlichen Raum.

Wie können wir mit diesen Erblasten, etwa mit Denkmälern, Raubgut oder Rassismus, gesellschaftlich und politisch umgehen? Fragen der kollektiven Verarbeitung und der Erinnerungskultur stellen sich nicht nur bei historischen Verbrechen, sondern auch mit Blick auf (Natur-)Katastrophen, etwa bei Pandemien und Extremwetterereignissen, bei denen die Grenzen zwischen (Mit-)Verursacherinnen und Opfern verschwimmen.

Anne Seibring

Editorial

Mehr lesen

Mirjam Wenzel

Jüdische Gegenwart und ihre Funktionalisierung im deutschen Gedenken an die Schoa

Jüdische Überlebende, die nach 1945 zunächst kein Gehör fanden, stehen seit den 1980er Jahren im Mittelpunkt der Gedenkkultur. Deren opferzentrierte Form wird zunehmend kritisiert, auch und gerade von pluralen jüdischen Stimmen der Gegenwart.

Mehr lesen

Susan Neiman

Von den Deutschen lernen? - Essay

Vergangenheitsaufarbeitung ist schwer. Kein Mensch will seine Vorfahren als Täter sehen. Können andere Länder von den Deutschen etwas lernen? Lassen sich auch andere Verbrechen neben denen der Nationalsozialisten in ein Gedenken einbeziehen?

Mehr lesen

Jonas Kreienbaum

Koloniale Ursprünge? Zur Debatte um mögliche Wege von Windhuk nach Auschwitz

In dem Beitrag wird nach möglichen kolonialen Ursprüngen nationalsozialistischer Herrschaft und Gewalt gefragt. Im Fokus stehen Vorstellungen von Rasse und Lebensraum sowie das Konzentrationslager als Beispiel einer geteilten Herrschaftstechnik.

Mehr lesen

Johanna Blokker

Denkmalsturz und Denkmalschutz. Positionen der Denkmalpflege zum Umgang mit Denkmälern des Kolonialismus

Vielerorts wird antirassistischer Protest von Forderungen begleitet, koloniale Denkmäler zu beseitigen. Wie positioniert sich die Denkmalpflege zum Sturz ihrer Schutzobjekte, und wie kann ihre fachliche Perspektive die öffentliche Debatte voranbringen?

Mehr lesen

Iman Attia, Olga Gerstenberger, Diane Izabiliza, Ozan Zakariya Keskinkılıç, Iris Rajanayagam, Isidora Randjelović

Verwobene Geschichten – geteilte Erinnerungen

Das Praxisforschungsprojekt erzählt Aspekte deutscher Geschichte in ihren globalhistorischen Dimensionen. Minderheiten kommen darin als aktive Mitglieder der Gesellschaft vor, auch wenn sie zu Fremden oder Unmenschen gemacht, diskriminiert oder verfolgt wurden.

Mehr lesen

Cord Arendes

Ein Flugzeug als Objekt staatlicher Erinnerungspolitik? Die "Landshut" als deutscher Erinnerungsort

Die "Landshut" hat 1977 im Rahmen ihrer Entführung traurige Berühmtheit erlangt und zählt heute zum Kreis ikonischer Hinterlassenschaften der deutschen Geschichte. Welche Chancen und Risiken liegen in der Ausgestaltung eines Lern- und Erinnerungsortes "Landshut"?

Mehr lesen

Astrid Erll

Jenseits des Erwartungshorizonts. Pandemie und kollektives Gedächtnis

Nichts scheint ferner zu liegen, als während einer Pandemie über Gedächtnis nachzudenken. Aber Praktiken des Erinnerns und Vergessens, des Gedenkens und Archivierens haben vor und während der Pandemie eine große Rolle gespielt und werden es auch danach tun.

Mehr lesen

Martin Bauch, Hans-Rudolf Bork, Adam Izdebski

Vergessenes Extremwetter. Umwelthistorische Wegweiser auf dem Pfad der Resilienz

Mit Blick auf die Juliflut im Westen Deutschlands 2021 lässt sich das Fehlen einer langen umwelthistorischen Perspektive im öffentlichen Bewusstsein konstatieren. Was kann eine Erinnerungskultur der Umweltrisiken zum Aufbau von Resilienz beitragen?

Mehr lesen

Dossier

Geschichte und Erinnerung

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

Mehr lesen

Dossier

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Als er 1945 endete, lag Europa in Trümmern. Über 60 Millionen Menschen waren tot. Wie konnte es soweit kommen? Und wie sollte es weitergehen mit einem Land, das den größten Zivilisationsbruch der Geschichte begangen hatte?

Mehr lesen

Dossier

(Post)kolonialismus und Globalgeschichte

Die Geschichte des Kolonialismus und seiner Folgen wird immer wieder neu ausgehandelt. Welche Gegenerzählungen zur westlichen Kolonialgeschichte gibt es, die im Kampf um "historische Wahrheiten" häufig an den Rand gedrängt wurden? Wie wirkt das koloniale Zeitalter in ehemaligen Kolonialstaaten und anderen Gesellschaften nach?

Mehr lesen

Dossier

Klimawandel

Globale Erwärmung und Klimawandel: diese beiden Worte sind in aller Munde. Wie konnte es überhaupt zum Klimawandel kommen? Und reichen die Bemühungen im Kampf gegen die globale Erwärmung aus?

Mehr lesen

Dossier

Hochwasserschutz

Das Hochwasser im Mai und Juni 2013 war eine der bislang kostspieligsten Naturkatastrophen in Deutschland. Zwar hatte sich seit dem Elbehochwasser 2002 vielerorts der Hochwasserschutz verbessert, die Diskussion um länderübergreifende Lösungen und nachhaltige Vorsorgemaßnahmen ist jedoch von Neuem entbrannt.

Mehr lesen