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Markus Heidmeier am 03.09.2013

Das Netz bin ich

Wir sind längst in der Zukunft angekommen. Seit Jahren. Wir leben in einer digitalen Gesellschaft. Wir mailen, surfen, chatten und shoppen im Netz. Hören Musik, sehen Videos, reichen ePetitionen ein und bilden uns. Online zu sein ist Normalität. Zuhause, am Arbeitsplatz, unterwegs. Höchste Zeit also, unser Verhältnis zur digitalen Welt zu hinterfragen. Wie beeinflusst sie unser tägliches Leben, wie entwickelt sie sich und welche Rolle spielen wir dabei?

Ein Mensch mit einem Desktop-Computer als Kopf steht auf einer Weltkugel.Wir müssen begreifen: Netzpolitik geht alle Nutzer_innen an! (© picture-alliance)

Es sind Fragen, die wir in diesem Kanal stellen wollen. Und Sie können sich an der Debatte beteiligen. Zum Beispiel mit Kommentaren zu unseren Texten, Videos und Podcasts oder mit Themenvorschlägen für unsere offene Redaktionsplanung im Blog. Oder auf Twitter, Facebook und Google+.

Wer in den letzten Monaten durch diese oder andere soziale Netzwerke flaniert ist, wird nicht nur den aktuellen Überwachungsskandalen und hitzigen Diskussionen rund um den Datenschutz begegnet sein. Ständig finden sich neue und erklärungsbedürftige Begriffe wie Netzneutralität und Netzregulierung oder Open Access und Open Educational Ressources, dazu kommen die ewig haltbaren Streitereien um das Urheberrecht und Leistungsschutzrecht.

Onliner gegen Offliner? Das ist ja so vorgestern

Früher hatte man immer das Gefühl, dass Internetfreaks gar nicht anders können, als mit schwer verständlichen technischen Schlagwörtern um sich zu werfen. Heute aber zeigt unser digitalisierter Alltag, dass die Themen hinter den Kampfbegriffen jeden angehen. Denn mittlerweile sind wir alle im Netz. Das zeigen uns die aktuellen Reizworte Datenschutz und Überwachung. Und das Netz ist längst viel mehr als ein neues Medium. Es ist der öffentliche Raum des 21. Jahrhunderts.

Zu klären bleibt die Frage, wer welche Rolle in diesem öffentlichen Raum spielt und wie öffentlich dieser Raum tatsächlich ist. Milliardenkonzerne aus den USA sind hier genauso vertreten wie deutsche Medienhäuser, Geheimdienste aus aller Welt, aber auch Initiativen wie die Creative Commons und die Open Data Bewegungen sowie Datenschützer und Regulierungsbehörden. Längst sind alle drin, im Netz. Doch: Was wollen die da überhaupt und was haben ihre sichtbaren und unsichtbaren Aktivitäten mit meinem eigenen Onlinealltag zu tun? Ist Google das Netz? Oder etwa Facebook? Oder bin ich das Netz?

Netzpolitik? Was hat das mit mir zu tun?

Die Aufgabe dieses Debattenkanals wird es sein, nicht nur den Stand der aktuellen Diskussionen abzubilden, sondern die Frage zu stellen: Was bedeutet Netzpolitik für den Alltag der digitalen Gesellschaft? Oder noch konkreter formuliert: Was hat Netzpolitik mit mir zu tun?

Die Gründung der Enquete Kommission Internet und Digitale Gesellschaft war nur ein weiteres Zeichen dafür, dass Netzpolitik längst zu einem Schlüsselthema der Gegenwart geworden ist. Denn auch jenseits aller Revolutionsphrasen, die leider oft in Verbindung mit dem Internet gebraucht werden, wird klar: Die Digitalisierung könnte tatsächlich für politische und kulturelle Umbrüche sorgen, wie sie vorher nur die Erfindung des Buchdrucks, die Entwicklung der Dampfmaschine und die Elektrifizierung der Städte brachte.

Treiber und Getriebene des Umbruchs

Wir wollen fragen, wie diese Umbrüche sichtbar werden, wer zu den Treibern und wer zu den Getriebenen gehört und vor allem wie die Auswirkungen dieser Umbrüche einzuordnen sind - wie können und sollen wir tagtäglich mit ihnen umgehen?

Sind Open Source und Open Data tatsächlich neue Formen der Bürgerbewegung? Welchen Einfluss haben Netzaktivisten auf die Zukunft des Internets? Können Enquete-Kommissionen relevante Impulse setzen? Oder sind es am Ende doch nur die großen Konzerne, die die Weichen stellen?

Das Netz bist du!

Das Thema Netzpolitik ist komplizierter als es auf den ersten Blick scheint. Überwachung, Datenschutz, Öffentlichkeit, Medienkompetenz, Urheberrecht, digitaler Verbraucherschutz und Netzneutralität: Die Themen sind es wert, diskutiert zu werden. Dazu veröffentlichen wir wöchentlich Interviews im Netzdebatte-TV, Artikel und Umfragen sowie den monatlichen Podcast "Angewandte Netzpolitik". Vor allem aber brauchen wir Ihre Unterstützung! Welche Themen brennen Ihnen unter den Nägeln? Wo drückt der digitale Schuh? Wo braucht es Aufklärung und einen kritischen Blick auf die Hintergründe?

Wir freuen uns auf die "netzdebatte"!


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