Beleuchteter Reichstag

Nachkrieg

Am 8. Mai jährt sich zum 67. Mal das Ende des Zweiten Weltkrieges und damit die Befreiung Deutschlands und Europas vom Nationalsozialismus. In Deutschland mussten nun das politische Leben und der Alltag völlig neu gestaltet werden. In der sowjetischen Besatzungszone diente die NS-Vergangenheit allerdings vielfach als Vorwand, politische Gegner aus dem Weg zu räumen, während zugleich auch hier Mitläufer und Täter des NS-Regimes durchaus Karriere machen konnten. Sechs Jahrzehnte später und gut 20 Jahre nach dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums wirken die Folgen der NS-Diktatur noch nach, kollidieren aber vielerorts mit den Erinnerungen an den Kommunismus.

DVD-Cover zu Oliver Polak "Ich darf das, ich bin Jude".

Claudia Simone Dorchain

Jüdischer Humor in Deutschland

"Ich bin Jude, ich darf das" – in seiner Comedy-Show feiert Oliver Polak mit Witzen über seine Kindheit als Jude in Deutschland und über die deutsche NS-Vergangenheit große Erfolge. Woher kommt das plötzliche Interesse des deutschen Publikums an jüdischem Humor, und welche Erscheinungsformen kennzeichnen diese Unterhaltungsform?

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Neue Synagoge in Berlin.

Alexander Muschik

Die SED und die Juden 1985–1990

Mitte der 1980-er Jahre begann die SED sich darum zu bemühen, die Beziehungen zum Judentum und zu Israel auszubauen, um die internationale Reputation der DDR zu verbessern, wirtschaftliche Hilfe aus den USA zu erhalten und schließlich auch jüdische Unterstützung für den Erhalt der deutschen Zweistaatlichkeit zu mobilisieren.

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Walter Neye

Fabian Riedel

"Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten

Das facettenreiche Leben des Juristen Walter Neye ist ein eindrückliches Beispiel für personelle Kontinuitäten vom NS-Regime zum Unrechtsstaat der DDR. Neyes Leben führte von einer NSDAP-Mitgliedschaft und Tätigkeit als Rechtsanwalt, bei der er sich auch der nationalsozialistischen Rassenpolitik bediente, zu einer bemerkenswerten Wissenschaftskarriere in der DDR, die in der Berufung zum Rektor der Berliner Humboldt-Universität gipfelte.

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Dresdner Ärzteprozess.

Tobias Haberkorn

Kriegsverbrecherverfolgung in der SBZ und frühen DDR 1945–1950

Die Geschichtsschreibung widmet der Kriegsverbrecherverfolgung in der SBZ und frühen DDR wenig Beachtung. Gingen in der Vergangenheit in Ost und West die Auffassungen darüber völlig auseinander, so ergeben neuere Forschungen in diesem Bereich ein vielschichtiges Bild, das eine homogene Betrachtungsweise nicht mehr zulässt.

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Olbernhau (Erzgebirge).

Lutz Sartor

Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau am 18. Juli 1946

Die "Hungerdemonstration" von Olbernhau verweist nicht nur auf die angespannte Versorgungslage in Nachkriegsdeutschland, insbesondere in der SBZ; die Reaktionen auf die "Hungerdemonstration" zeigen vielmehr, wie die sowjetische Besatzungsmacht und die Kommunisten mit Unmutsbekundungen und politischen Gegnern umgingen.

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Melvin J. Lasky.

Jürgen Koller

Eklat beim Ersten (gesamt-)Deutschen Schriftstellerkongress in Ost-Berlin

Ein harmonisches "Parlament des Geistes" war geplant, der Erste Deutsche Schriftstellerkongress sollte den politischen Spannungen zwischen Ost und West entgegenarbeiten. Kommunistische Autoren dominierten. Als jedoch der US-Amerikaner Melvin J. Lasky auf fehlende Meinungs- und Kunstfreiheit in der Sowjetunion verwies, kam es zum Eklat, der Kongress kippte.

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Peter Musiolek.

Wilhelm K. H. Schmidt

Workuta – die "zweite Universität"

Schuldlos wurde der 23-jährige Peter Musiolek 1950 in das Straflagergebiet Workuta deportiert. Die dort und zuvor in der Untersuchungshaft durchlittene Unmenschlichkeit hinderte den später zum hochgeschätzten und politisch integren Hochschullehrer und Wissenschaftler avancierten Musiolek rückblickend nicht, seine dort gewonnene Lebenserfahrung und Charakterstärke zu bewahren.

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Rehabilitierungsurkunde Goldacker

Peter Löhnert/Emmy Attinger-Goldacker

Dokumentation: Späte Genugtuung

64 Jahre nach ihrer Verurteilung durch ein NKWD-Gericht erfährt Emma Goldacker, dass die Russische Generalstaatsanwaltschaft sie rehabilitiert hat. 1945 war sie zu 10 Jahren Besserungslager verurteilt worden. Eine Dokumentation der Rehabilitierungsbescheinigung und verschiedener Prozessdokumente.

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"750 Jahre Kaliningrad"

Gerhard Barkleit

Kaliningrader Identitäten oder die Schizophrenie der Geschichtslosigkeit

"Wer sind wir, deutsch geprägte Russen oder russisch geprägte Deutsche?" Für den Schriftsteller Aleksander Popadin ist der Kaliningrader geradezu ein "Vorbild für Unbestimmtheit". Am Beispiel eines Oral-History-Projekts der Kaliningrader Universität aus den 1990er-Jahren wird gezeigt, wie historische Forschung durch einen Wechsel der Perspektive zur Versachlichung der bisweilen bizarre Züge annehmenden Debatte um die Bedeutung der deutschen Vorgeschichte dieser Region beitragen könnte.

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Mitteleuropa-Konzeptionen

Stefan Troebst

"Osten sind immer die Anderen!"

Im Zuge des Epochenjahrs 1989 hat "Europa" den "Osten" immer weiter nach Osten abgedrängt, während der Westrand des "früheren" Osteuropa in die "Mitte" gerutscht ist. Die Rede von der Mitte bedingt zwangsläufig die Ausgrenzung dessen, was nicht mittig ist. Dies trifft auch und gerade für den Mitteleuropa-Diskurs der 1980er-Jahre und seine Nach-"Wende"-Fortsetzung zu – wobei nun zunehmend "Europa" die "Mitte" ersetzt.

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Karsten D. Voigt

Karsten D. Voigt

Freiheit und Sicherheit

Die Bundesrepublik Deutschland definierte sich seit ihrer Gründung als rechtsstaatliche und demokratische Alternative zum Nationalsozialismus. In Politik, Verwaltung und Wirtschaft aber wirkten die personellen Kontinuitäten zu der Zeit vor 1945 noch jahrzehntelang nach. Die Entlarvung dieser Kontinuitäten zum Nationalsozialismus und die Forderung nach einem Bruch mit ihnen war ein wichtiger Grund für die Protestbewegungen Ende der 1960er-Jahre. Deren überwiegende Mehrheit setzte sich für eine reformerische und gewaltfreie Demokratisierung von Staat und Gesellschaft ein. Aus den heftigen jahrzehntelangen Auseinandersetzungen ist die heutige stabile demokratische Kultur der Bundesrepublik Deutschland entstanden.

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Hahn/Hahn, Die Vertreibung im deutschen Erinnern

Literaturjournal

Neue Literatur zu Vertreibungsdiskurs und Erinnerungskultur in Deutschland, zu Positionen einer europäischen Erinnerungspolitik und zum Militär (in) der DDR.

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Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Als er 1945 endete, lag Europa in Trümmern. Über 60 Millionen Menschen waren tot. Wie konnte es soweit kommen? Und wie sollte es weitergehen mit einem Land, das den größten Zivilisationsbruch der Geschichte begangen hatte?

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Publikationen zum Thema

Deutschland Archiv 2018

Deutschland Archiv 2018

Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2018 erschienen sind.

Deutschland Archiv 2017

Deutschland Archiv 2017

Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2017 erschienen sind.

Deutschland Archiv 2016

Deutschland Archiv 2016

Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2016 erschienen sind.

Schriftenreihe Bd. 1664 "Deutschland Archiv 2015": Cover

Deutschland Archiv 2015

Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2015 erschienen sind.

Schriftenreihe Bd. 1544 "Deutschland Archiv 2014": Cover

Deutschland Archiv 2014

Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2014 erschienen sind.

Coverbild Deutschland Archiv 2013

Deutschland Archiv 2013

Der Band enthält eine Auswahl der wichtigsten Artikel, die im Jahr 2013 erschienen sind.

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Chronik der Mauer

Es erwartet Sie eine Fülle von multimedial aufbereiteten Informationen über Mauerbau und Mauerfall - und über die Opfer der Grenze.

Mehr lesen auf chronik-der-mauer.de

Dossier

Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit".

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Online-Angebot der bpb und der Robert-Havemann-Gesellschaft

jugendopposition.de

Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

Mehr lesen auf jugendopposition.de

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

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Online-Archiv

www.wir-waren-so-frei.de

Fast 7.000 private Filme und Fotos aus der Umbruchzeit 1989/90 sowie über 100 begleitende Erinnerungstexte. Dazu ost- und westdeutsche Medienberichte. Die persönlichen Erfahrungen der Fotografen und Filmemacher bieten zusammen mit der öffentlichen Berichterstattung vielfältige Blicke auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.

Mehr lesen auf wir-waren-so-frei.de

Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

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Der Tag in der Geschichte

  • 18. September 1953
    Das Bundesergänzungsgesetz - seit 29. 6. 1956 Bundesentschädigungsgesetz (BEG) - regelt die Wiedergutmachung für NS-Opfer. Voraussetzung ist, dass sie aus Gründen der Rasse, des Glaubens, der Weltanschauung oder der politischen Gegnerschaft Schäden an Leben,... Weiter
  • 18. September 1963
    Die Visapflicht entfällt zwischen der DDR und Ungarn bei Privatreisen. Dies wird auch mit der CSSR am 30. 9. 1963, mit Polen am 7. 6. 1964, mit Rumänien am 15. 6. 1965 und mit der Sowjetunion am 16. 12. 1965 vereinbart. Weiter
  • 18. September 1973
    Aufnahme in die UNO. Die DDR tritt der UN-Charta sowie dem Statut des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag bei. (18. 9. 1973 und 18. 9. 1973) Die DDR ist ab 1. 1. 1980 zwei Jahre lang nichtständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat. Weiter
  • 18. September 1973
    Die Generalversammlung nimmt die BRD und die DDR durch Akklamation in die Vereinten Nationen (UNO) auf. Gemäß Grundvertrag vom 21. 12. 1972 (21. 12. 1972) hatten die beiden deutschen Staaten am 13./15. 6. 1973 ihre Mitgliedschaft beantragt. Der Sicherheitsrat... Weiter
  • 18. September 1973
    Aufnahme der beiden deutschen Staaten in die UNO: 18. 9. 1973. Weiter
  • 18. September 1973
    Die beiden deutschen Staaten werden in die UNO aufgenommen. Zur Antragstellung: 21. 12. 1972 und 18. 9. 1973. Die Vier Mächte hatten am 9. 11. 1972 bestätigt, dass sie die Anträge der BRD und der DDR auf Mitgliedschaft in der UNO unterstützen, und... Weiter
  • 18. September 1973
    Beitritt der beiden deutschen Staaten zur UNO. (18. 9. 1973 und 18. 9. 1973) Weiter
  • 18. September 1990
    West-Berliner Senat und Ost-Berliner Magistrat vereinbaren, die Stadt vom 3. 10. bis zur Bildung einer Gesamtberliner Exekutive nach den Wahlen vom 2. 12. 1990 gemeinsam zu regieren. Weiter