| Teilnehmerzahl: |
Mind. 200 bis max. 200 |
|---|---|
| Zielgruppe: |
Sekundarstufe II |
| Zeitbedarf: |
mehrtägig - 2 Tage |
| Preis Materialien od. Lizenz: |
Kostenlos |
| Benötigte Ausstattung: |
keine Ausstattung erforderlich |
Die Simulation Europäisches Parlament (SIMEP) ist ein zweitägiges Planspiel, bei dem 160 bis 200 Schüler:innen in die Rolle von Abgeordneten des Europäischen Parlaments schlüpfen und parlamentarische Entscheidungsprozesse der Europäischen Union realitätsnah nachvollziehen.
Die Teilnehmenden arbeiten in Fraktionen an einem Gesetzesentwurf sowie an einer Resolution zu aktuellen europapolitischen Themen. Sie entwickeln Änderungsanträge, bringen diese in die Fachausschüsse ein, verhandeln dort über Inhalte und Mehrheiten und verabschieden einen Ausschussbericht. Dieser bildet die Grundlage für die anschließende Plenardebatte, in der die Vorschläge diskutiert, weitere Änderungsanträge eingebracht und schließlich abgestimmt werden.
Durch diesen mehrstufigen Prozess erleben die Teilnehmenden, wie politische Entscheidungen auf europäischer Ebene entstehen und wie anspruchsvoll es ist, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen und tragfähige Kompromisse zu entwickeln. Die SIMEP verbindet dabei fachliche Inhalte mit interaktiven Methoden und ermöglicht einen praxisnahen Zugang zu europäischer Politik.
Zielsetzung:Die Simulation Europäisches Parlament (SIMEP) verfolgt das Ziel, jungen Menschen einen praxisnahen Zugang zur europäischen Politik zu ermöglichen und sie für demokratische Beteiligung zu sensibilisieren. Im Zentrum steht dabei nicht die reine Wissensvermittlung, sondern das aktive Erleben parlamentarischer Entscheidungsprozesse. Indem die Teilnehmenden eigene Positionen entwickeln, Änderungsanträge erarbeiten, diese in Ausschüssen verhandeln und im Plenum zur Abstimmung bringen, erfahren sie unmittelbar, wie politische Entscheidungen in der Europäischen Union entstehen.
Die Simulation vermittelt ein vertieftes Verständnis für die Arbeitsweise des Europäischen Parlaments und die Rolle der Abgeordneten im Spannungsfeld zwischen politischen Überzeugungen, Fraktionsdisziplin und der Notwendigkeit, Mehrheiten zu organisieren. Gleichzeitig wird deutlich, dass politische Entscheidungen in der EU in der Regel das Ergebnis komplexer Aushandlungsprozesse sind, in denen unterschiedliche Interessen zusammengeführt und Kompromisse gefunden werden müssen.
Darüber hinaus fördert die SIMEP die Fähigkeit der Teilnehmenden, sich mit aktuellen europapolitischen Fragestellungen auseinanderzusetzen, verschiedene Perspektiven einzunehmen und eigene Positionen argumentativ zu vertreten. Sie trägt dazu bei, bestehende Vorurteile gegenüber der Europäischen Union abzubauen, indem ihre Entscheidungsprozesse transparent und nachvollziehbar gemacht werden.
Insbesondere für junge Menschen, die erstmals mit politischen Entscheidungsprozessen in Berührung kommen oder kurz vor ihrer ersten Wahl stehen, schafft die SIMEP einen Raum, in dem sie europäische Politik nicht nur beobachten, sondern aktiv mitgestalten und als lebendigen, diskursiven Prozess erleben können.
Dieses ehrenamtliche Engagement der vielen Helfer:innen über all die Jahre wurde mit der Auszeichnung des Europäischen Bürgerpreises 2013 belohnt.
Spielablauf:Die Simulation orientiert sich eng an den realen Abläufen im Europäischen Parlament und bildet den parlamentarischen Entscheidungsprozess möglichst authentisch ab.
Zu Beginn erhalten die Teilnehmenden eine thematische und verfahrensbezogene Einführung. Anschließend arbeiten sie in ihren jeweiligen Fraktionen, in denen sie politische Positionen entwickeln und erste Änderungsanträge zu einem Gesetzesentwurf sowie zu einer Resolution ausarbeiten.
Die Fraktionsarbeit wird durch Beiträge von Gastredner:innen aus Politik und Wissenschaft ergänzt. Dazu zählen unter anderem Abgeordnete des Europäischen Parlaments, des Deutschen Bundestages sowie von Landesparlamenten ebenso wie Expert:innen aus Forschung und Politikberatung. Ihre Beiträge geben Einblicke in parlamentarische Abläufe, aktuelle europapolitische Herausforderungen und ermöglichen den Teilnehmenden einen direkten Austausch mit praktischen Erfahrungsträger:innen.
Die in den Fraktionen erarbeiteten Änderungsanträge werden anschließend in die Fachausschüsse eingebracht. Dort findet die zentrale inhaltliche Arbeit statt: Die Abgeordneten diskutieren die Vorschläge, verhandeln zwischen den Fraktionen, suchen Mehrheiten und stimmen über die einzelnen Änderungsanträge ab. Ziel ist es, einen Ausschussbericht zu verabschieden, der die abgestimmte Position des Ausschusses widerspiegelt.
Der verabschiedete Ausschussbericht bildet die Grundlage für die anschließende Plenardebatte. Diese wird durch Beiträge von Fraktionsredner:innen eröffnet, die die Positionen ihrer jeweiligen Fraktionen darstellen. Im Anschluss findet eine offene Aussprache statt, in der die Abgeordneten ihre Argumente einbringen und verteidigen. Auch im Plenum können erneut Änderungsanträge gestellt werden, über die anschließend abgestimmt wird.
Am Ende steht die Schlussabstimmung über die finale Fassung des Gesetzesentwurfs bzw. der Resolution.
Durch diesen mehrstufigen Prozess – von der fraktionellen Positionsfindung über die Ausschussarbeit bis hin zur Plenarabstimmung – erleben die Teilnehmenden realitätsnah, wie politische Entscheidungen auf europäischer Ebene entstehen und wie wichtig Verhandlungsgeschick, Kompromissfähigkeit und Mehrheitsbildung sind.
Die behandelten Themen sind bewusst aktuell und politisch relevant gewählt. Im Jahr 2025 befasste sich ein Gesetzesentwurf mit einer möglichen neuen EU-Verordnung zur Regulierung sozialer Medien, insbesondere mit Blick auf den Schutz Minderjähriger, Fragen der Altersverifikation, Privatsphäre-Einstellungen sowie Einschränkungen gezielter Werbung. Darüber hinaus wurden Aspekte der Marktregulierung gegenüber großen Plattformen und die Stärkung europäischer Alternativen im digitalen Raum diskutiert.
Die zweite Vorlage war eine Entschließung zu den transatlantischen Beziehungen, die sich unter anderem mit der sicherheitspolitischen Lage, der Rolle der NATO, den wirtschaftlichen Folgen neuer US-Handelsmaßnahmen, der Resilienz europäischer Industrie- und Verteidigungsstrukturen sowie der Zukunft der wirtschaftlichen Zusammenarbeit beschäftigte.
Diese thematische Bandbreite ermöglicht es den Teilnehmenden, europäische Politik in ihrer Vielschichtigkeit zu erfahren und gleichzeitig nachzuvollziehen, wie anspruchsvoll es ist, gemeinsame Positionen zu entwickeln und tragfähige Kompromisse zu erzielen.
Während der gesamten Simulation werden die Teilnehmenden von rund 50 ehrenamtlichen Freiwilligen der Jungen Europäischen Föderalist:innen begleitet und unterstützt. Dieses ehrenamtliche Engagement der vielen Helfer:innen über all die Jahre wurde mit der Auszeichnung des Europäischen Bürgerpreises 2013 belohnt.
Materialien oder Planspielordner:Für die Durchführung der SIMEP werden umfangreiche, speziell für das Planspiel entwickelte Materialien eingesetzt. Diese umfassen unter anderem Entwürfe für einen Gesetzestext und eine Resolution, Vorlagen für Änderungsanträge, Länder- und Fraktionspositionspapiere, eine Geschäftsordnung sowie Arbeitsdokumente für die Fraktions-, Ausschuss- und Plenarsitzungen. Die Materialien orientieren sich in Aufbau und Sprache eng an realen Dokumenten des Europäischen Parlaments und ermöglichen es den Teilnehmenden, mit authentischen Formaten zu arbeiten.
Alle Unterlagen werden durch das SIMEP-Team der Jungen Europäischen Föderalist:innen erstellt und kontinuierlich weiterentwickelt, um sowohl die Aktualität der Themen als auch die didaktische Qualität des Planspiels sicherzustellen.
Inhaltliche Vorbereitung der Teilnehmer:Im Vorfeld der Simulation erhalten die Teilnehmenden vorbereitende Unterlagen, die sie mit den grundlegenden Strukturen und Arbeitsweisen der Europäischen Union sowie mit den behandelten Themen vertraut machen. Dazu gehören Hintergrundinformationen zu den politischen Fragestellungen, Erläuterungen zu den Abläufen im Europäischen Parlament sowie spezifische Informationen zu ihrer jeweiligen Fraktion.
Ziel der Vorbereitung ist es, allen Teilnehmenden – unabhängig von ihren Vorkenntnissen – eine fundierte Grundlage für die aktive Teilnahme am Planspiel zu bieten. Die inhaltliche und didaktische Konzeption sowie die Vorbereitung der Materialien werden vollständig vom SIMEP-Team der Jungen Europäischen Föderalist:innen übernommen.
Anmerkungen:Bei Anfragen per E-Mail wird gebeten, den stellvertretenden Landesvorsitz für politische Bildung (siehe https://jef-bb.de/ueber-uns/vorstand/) in CC zu setzen.
Die SIMEP richtet sich an Schüler:innen der 10. bis 13. Klassen und spricht ausdrücklich nicht nur politisch Interessierte an, sondern insbesondere auch jene, die bislang wenig Berührungspunkte mit europäischer Politik hatten. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Die Anmeldung erfolgt individuell über die Website: www.simep.eu
Externer Link: www.simep.eu
Anbieter:
Junge Europäische Föderalist:innen Berlin-Brandenburg e.V.
Stellv. Landesvorsitz für Politische Bildung (https://jef-bb.de/unser-vorstand/)
Chausseestraße 84
10115 Berlin
Deutschland
Telefon: +49 30 92104884
E-Mail:
Externer Link: simep@jeb-bb.de
Website:
Externer Link: http://www.simep.eu