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Beispiel für ein Szenario

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Beispiel für ein Szenario

Dr. Stefan Rappenglück

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Als Beispiel für ein Szenario wird hier das Planspiel: Fokus Balkan – Die Südosterweiterung der Europäischen Union vorgestellt. Das Szenario konzentriert sich auf sieben Länder des westlichen Balkans: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Makedonien, Montenegro, Serbien und darüber hinaus auch die Türkei.

Das Planspiel: Fokus Balkan – Die Südosterweiterung der Europäischen Union : Das Szenario

Seit ihren Anfängen ist die europäische Integration ein offener Prozess, der im Laufe der Zeit immer mehr Länder einbezogen hat. So hat seit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft im Jahr 1951 die Europäische Gemeinschaft fünf Erweiterungsrunden durchlaufen. Die letzte Erweiterung der Europäischen Union im Januar 2007 um Bulgarien und Rumänien war von ganz besonderer Bedeutung, da mit ihr die jahrzehntelange Teilung des europäischen Kontinents weitgehend beendet wurde. Bereits mit den historischen Beitritten von Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, der Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern im Mai 2004 konnte der ehemalige "Eiserne Vorhang", der Europa in Ost und West getrennt hatte, endgültig überwunden werden. Das Europäische Haus hat nunmehr 27 vollwertige Mitglieder. Insgesamt sind es jetzt 480 Millionen Menschen, die in den Grenzen der EU mit 11,1 Billionen Euro ein Viertel des Bruttosozialprodukts der gesamten Welt erwirtschaften.

Das Szenario des Planspiels konzentriert sich auf sieben Länder des westlichen Balkans: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Makedonien, Montenegro, Serbien und darüber hinaus auch die Türkei. Alle Staaten möchten gerne in naher Zukunft der Europäischen Union beitreten.

Nach einer ersten Phase im Zuge der großen Erweiterung von 2004 und 2007 haben alte und neue Mitgliedstaaten erste Erfahrungen mit den Chancen und Herausforderungen der Zusammenarbeit in der großen Europäischen Union der 27 Mitgliedstaaten gesammelt. Zusammen sind sie es nun, die sich erneut mit der Entscheidung über eine Aufnahme weiterer Mitglieder in die Europäische Union konfrontiert sehen. Die Institutionen der Europäischen Union sind im Planspiel gefordert, auf diese historische Situation zu reagieren und in einem äußerst konfliktreichen Umfeld die notwendigen Entscheidungen für die nächste Erweiterungsrunde bzw. nächsten Erweiterungsrunden zu treffen. Die beteiligten Akteure haben grundsätzliche Fragen zu beantworten. Soll die Europäische Union der 27 Mitgliedstaaten überhaupt weitere Mitglieder aufnehmen? Wenn ja, welche Staaten, wann und unter welchen Bedingungen? Wenn nein, welches sind die tragfähigen Argumente, den Staaten dauerhaft eine Teilhabe an der Europäischen Union zu verwehren.

Vor dem Hintergrund dieser schwierigen Entscheidungen treffen im Planspiel Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Kommission, die Mitglieder des Rates der Europäischen Union, die Abgeordneten des Europäischen Parlaments und selbstverständlich die Gesandtinnen und Gesandten der beitrittswilligen Länder in Brüssel zusammen, um die Modalitäten einer möglichen nächsten Erweiterungsrunde zu diskutieren. Sie alle müssen gemeinsam zu einer Entscheidung über die Zukunft Europas kommen. Die Europäische Kommission, die schon lange auf eine Fortsetzung des Erweiterungsprozesses drängt, steht einer Aufnahme von Beitrittsverhandlungen grundsätzlich positiv gegenüber. Das Europäische Parlament wird sich in seinen nächsten Sitzungen mit den Kandidatenländern beschäftigen. Mit einem strengen Blick auf die Erweiterungskriterien von Kopenhagen (|M 1|) befürwortet das Europäische Parlament eine Fortsetzung der Erweiterung der Europäischen Union eher positiv. Doch zu welchem Ergebnis die 27 Außenministerinnen und Außenminister auf ihrem anstehenden Ratstreffen kommen, ist noch völlig offen. Die Notwendigkeit einer einstimmigen Entscheidung erschwert eine rasche Entscheidung.

Dr. Stefan Rappenglück vertritt die Professur für Politikwissenschaft/Gemeinschaftskunde an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch- Gmünd, Autor verschiedener Planspiel und ist Mitglied der Jury des Deutschen Planspielpreises 2010.
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