Eindruck vom Hackathon, Entwicklung von Prototypen

Redaktion am 08.01.2016

Über "Warum Armut?"

Armut und Ungleichheit, Profitgier und Unterdrückung, Kriminalität und Chancengleichheit: Debatten über diese weltweit aktuellen Themen können mit den Filmen und Lernmaterialien der DVD-Edition "Warum Armut?" angeregt werden.

Lernsituation Schüler am PCWie kommt die DVD-Edition "Warum Armut?" in der Praxis an? Die Werkstatt ruft zum Test auf. Lizenz: cc by/2.0/de (US Department of Education/ Flickr/ bearbeitet)

Ist Armut überall auf der Welt gleich?

Tritt Armut überall auf der Welt gleich in Erscheinung? Wer ist von Armut und Ungleichheit besonders betroffen? Warum gibt es überhaupt Armut? Diese Fragen haben unabhängige Filmemacherinnen und Filmemacher im Dokumentarfilmprojekt "Why Poverty?/Warum Armut?" aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

Initiiert wurde das Projekt 2012 von der Non-Profit-Organisation Steps International und einer Gruppe öffentlich-rechtlicher Sender wie der BBC, dem ZDF und ARTE. Sechs Dokumentar- und 15 Kurzfilme des Projekts mit einer Gesamtlaufzeit von 423 Minuten gibt es nun in einer DVD-Edition bei der Bundeszentrale für politische Bildung. Die Edition besteht aus drei Video-DVDs und einer 12-seitigen Broschüre.

Die jeweils fünf- bis zehnminütigen Kurzfilme sind auch online verfügbar. Vor allem als Reihe gezeigt bieten die Kurzfilme eine kontrastreiche, multiperspektivische Grundlage für die Diskussion von Erscheinungsformen und Gründen von Armut und Ungleichheit sowie Möglichkeiten der Bekämpfung.

DVD-Edition und umfangreiches didaktisches Zusatzmaterial

Ergänzend zu den Dokumentar- und Kurzfilmen der Reihe "Warum Armut?" hat die bpb 2014 umfangreiches Zusatzmaterial veröffentlicht, das weitere Informationen zum Thema Armut bereithält und einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit medienethischen Fragen leistet. In Form von PDFs wird das didaktische Material, erstellt von der österreichischen Agentur Baobab, hier online bereitgestellt.

Coverbild Warum Armut?Warum Armut? (© bpb)
Passend zu den Dokumentarfilmen können Lernende anhand der Module wichtige Hintergrundinformationen zur Geschichte und Entwicklung von Armut kennenlernen, Machtverhältnisse reflektieren und diskutieren und Visionen für eine Welt ohne Armut entwerfen. Dabei können die zwischen 85 und 135 Minuten dauernde Impulse in sich geschlossen und einzeln bearbeitet werden. Je nach Zeitressourcen eignen sich Teile der Impulse auch als Hausaufgabe.

Die Dokumentar- und Kurzfilme sowie das dazugehörige didaktische Material richten sich an Lernende ab 16 Jahren bzw. Sekundarstufe II. Sie eignen sich insbesondere für die gesellschaftspolitische und Medienbildung.

Über diese Materialien hinaus gibt es auch englischsprachige Unterrichtsentwürfe in Form eines "Facilitator‘s Guide" für Lehrende. Die Materialien werden auf der Seite des Projektinitiators Steps International als PDF-Guide zum Download bereitgestellt. Der Leitfaden gibt Tipps und Zusatzinformationen für den Einsatz der Filme im Unterricht. Auch auf Spanisch und Portugiesisch sind die PDF-Guides verfügbar.

Aspekte von Armut und Ungleichheit – die sechs Dokumentarfilme im Überblick

Armutszeugnis – die Geschichte des Elends in der Welt

In der comicartigen Erzählung "Armutszeugnis – die Geschichte des Elends in der Welt" betrachtet der mehrfach preisgekrönte Regisseur Ben Lewis die Ursachen von Armut und ihre Entwicklung. In einer Mischung aus Traumsequenz und visueller Zeitreise zeigt Lewis die wechselnden Gesichter der Armut in verschiedenen Epochen. Der Film wurde angereichert mit Experteninterviews und historischen Bildern und eignet sich als Einstieg ins Thema.

Geld für die Welt – Bob Geldorf & Bono

Im Dokumentarfilm "Geld für die Welt – Bob Geldorf & Bono" werden die Aktivisten und Rockstars Bono und Bob Geldof und ihr Kampf gegen Armut in Afrika gezeigt. Der schwedische Regisseur Bosse Lindquist dokumentiert ihre Kampagnen und lässt in Interviews Afrika-Experten und Entwicklungshilfe-Aktivisten zum Thema Hilfsinitiativen zu Wort kommen.

Park Avenue – Geld, Macht und der amerikanische Traum

Ungleichheit in Industrieländern wird im Film "Park Avenue – Geld, Macht und der amerikanische Traum" anschaulich erzählt: Regisseur Alex Gibney begleitet superreiche und arme Bewohner der Park Avenue in verschiedenen Stadtteilen von New York und setzt ihre Erlebnisse in Kontrast zueinander.

Solar Mama – Bekämpfen Frauen die Armut besser?

Mit Frauenrechten und dem Kampf gegen Armut in patriarchalen Gesellschaften beschäftigen sich die in Ägypten geborenen Regisseurinnen Mona Eldaief und Jehane Noujaim in "Solar Mama – Bekämpfen Frauen die Armut besser?".

Afrika – der ausgeraubte Kontinent

Wie Länder und Gesellschaften trotz hoher Rohstoffvorkommen verarmen, zeigt der dänische Filmemacher Christoffer Guldbrandsen in seinem Dokumentarfilm "Afrika – der ausgeraubte Kontinent". Beleuchtet werden Geschäftspraktiken eines multinationalen Konzerns in Sambia, das zu den 20 ärmsten Ländern der Welt zählt.

Was bringt Bildung?

Der Beitrag "Was bringt Bildung?" beschäftigt sich mit Ungleichheit im Bildungssystem und hinterfragt kritisch die Situation von Bewerbern und Bewerberinnen, Studierenden und Dozierenden in China. Regisseur Weijun Chen, bekannt für seine gesellschaftskritischen Dokumentationen, betrachtet in seinem Film mehrere Lernende, die durch Bildung Armut erfahren.

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